25.02.2020 - 17:10

Hirnhautentzündung Meningitis – elf wichtige Symptome und das Ansteckungsrisiko

Kopfschmerzen sind das bekannteste Symptom der Meningitis, können aber auch für viele andere Erkrankungen stehen.

Foto: iStock/gpointstudio

Kopfschmerzen sind das bekannteste Symptom der Meningitis, können aber auch für viele andere Erkrankungen stehen.

Eine Meningitis kann binnen Stunden lebensgefährlich werden. Auf welche Anzeichen Sie neben Kopfschmerzen noch achten sollten!

Es beginnt mit grippeähnlichen Symptomen, im schlimmsten Fall tritt nach 24 Stunden der Tod ein. Hirnhautentzündung, lateinisch Meningitis, ist eine sehr ernste Erkrankung, deren Auslöser meist Viren, seltener auch Bakterien sind. Lesen Sie, welche Meningitis-Symptome typisch sind.

Im Fall der gefährlicheren bakteriellen Menigitis sind meist Pneumokokken oder Meningokokken die Erreger. Für etwa zehn Prozent der Betroffenen verläuft eine Hirnhautentzündung durch Meningokokken tödlich. Rund 430 Fälle bakterieller Meningitis werden pro Jahr in Deutschland gemeldet, wie das RKI (Robert-Koch-Institut) berichtet. Heilen lässt sich die Krankheit aber.

Die elf wichtigsten Symptome einer Meningitis

Symptome treten bei der Meningitis sehr schnell, fast plötzlich auf. Besonders bei der bakteriellen Meningitis kann sich binnen weniger Stunden ein lebensbedrohlicher Zustand entwickeln. Bereits die ersten Anzeichen, die auf eine Hirnhautentzündung hinweisen könnten, sollten Sie deshalb ernst nehmen und möglichst schnell von einem Arzt abklären lassen. Dazu gehören:

  1. Ausgeprägtes Krankheitsgefühl mit Schwäche
  2. Gliederschmerzen
  3. Fieber
  4. Kopfschmerzen
  5. Schwindel
  6. manchmal Übelkeit und Erbrechen
  7. Lichtempfindlichkeit
  8. Lärmempfindlichkeit
  9. Nackensteifigkeit (Meningismus, typisches Symptom der Hirnhautentzündung)
  10. Kniereflex mit Anziehen des Beins, wenn der Kopf des liegenden Patienten angehoben wird (Brudzinski-Zeichen)
  11. unwillkürliches Kopfanheben und Schmerzen im Knie, wenn im Liegen Hüft- und Kniegelenk im rechten Winkel gebeugt sind und der Arzt am Fuß zieht, um das Knie in eine gerade Position zu bringen (Kernig-Zeichen).

Hirnhautentzündung muss schnellstmöglich behandelt werden

Vor allem die drei letztgenannten Meningitis-Symptome gelten als wichtige Hinweise auf eine Hirnhautentzündung. Gerade der Meningismus, also der schmerzhaft steife Nacken, sollte genannt werden. Die Hirnhäute besitzen Schmerzrezeptoren, die auf die Entzündung reagieren. Besonders schmerzhaft wird es, wenn versucht wird, den Kopf zu bewegen und ihn zum Kinn zu senken.

Als Komplikation kann bei einer Meningitis, die durch Bakterien verursacht wird, eine Blutvergiftung (Sepsis) auftreten. Hier kann sich in schweren Fällen auch das sogenannte Waterhouse-Meningokokken-Syndrom entwickeln. Die Sepsis kann dadurch zustande kommen, dass die Meningokokken zerfallen und die Zuckerketten auf ihrer Oberfläche, Endotoxine, in großer Menge ins Blut gelangen und durch den Körper geschwemmt werden. Dadurch bilden sich Blutgerinnsel, die engere Gefäße verstopfen. Gleichzeitig werden die Gerinnungsfaktoren aufgebraucht, was zu starken Blutungen in der Haut, in Schleimhäuten und an den inneren Organen verursachen kann. Diese Einblutungen werden immer größer. Kommen sie etwa an den Nieren vor, kann zusätzlich eine Nebennierenschwäche auftreten. Außerdem sinkt der Blutdruck stark, bis ein Schock bis hin zum Koma auftritt.

Ein Fünftel der Patienten, die eine Hirnhautentzündung überleben, müssen mit weiteren bleibenden Schäden rechnen. Dazu gehören:

  • Krampfanfälle,
  • Taubheit und
  • Lernschwierigkeiten.

Je früher die Behandlung erfolgt, desto weniger ist mit Folgeschäden zu rechnen – kann aber trotzdem sein. Wichtig: Bei kleinen Kindern kann sich eine Meningitis sehr schnell entwickeln und sehr kritisch werden. Daher sollten Sie mit kleinen Kindern auch bei vagem Krankheitsverdacht zum Arzt gehen!

Übrigens sollte die reine Meningitis, eine Entzündung der das Gehirn umhüllenden Häute, nicht mit der Gehirnentzündung, der Enzephalitis verwechselt werden. Beide Formen können aber als Meningoenzephalitis gleichzeitig auftreten.

Die wichtigsten Symptome einer Meningitis

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Wie ansteckend ist Meningitis?

Grundsätzlich ist die Hirnhautentzündung ansteckend. Die Ansteckungszeit von Meningitis beträgt zwischen zwei und 14 Tagen. Allerdings hängt es vom Erreger ab, wie hoch das Ansteckungsrisiko ist. Bestimmte auslösende Viren werden per Tröpfcheninfektion übertragen, diese Form der Hirnhautentzündung ist also sehr ansteckend.

Die Infektion mit den Viren der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) erfolgt dagegen durch Zecken, ist also nicht von Mensch zu Mensch übertragbar. Erst Stadium II der FSME ist übrigens eine Hirnhautentzündung. Der FSME kann man aber mit einer Impfung entgegenwirken.

Hoch ansteckend dagegen ist eine bakterielle Hirnhautentzündung durch Pneumokokken oder Meningokokken. Doch gegen diese beiden bakteriellen Infektionen gibt es Impfungen, die vor den wichtigsten Stämmen dieser Erreger schützen. Die Meningokokken-Impfung ist möglich – eine Impfpflicht besteht jedoch nicht. Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt aber, bereits Säuglinge impfen zu lassen. Dann haben Meningitis-Symptome gar nicht erst eine Chance. Mehr zum Thema Impfung lesen Sie auf unserer Themenseite.

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