24.10.2016

RÜCKEN-RHEUMA Morbus Bechterew – diese Alarmzeichen sollten Sie kennen

Tiefsitzende Rückenschmerzen bis in den Hintern hinein? Dahinter kann die Rheumaform Morbus Bechterew stecken.

Foto: ©iStock/SamuelBrownNG

Tiefsitzende Rückenschmerzen bis in den Hintern hinein? Dahinter kann die Rheumaform Morbus Bechterew stecken.

Rätselhafte Schmerzen im Po sind nur eines der Symptome von Morbus Bechterew. Bei Frauen dauert es oft Jahre, bis diese Rheumaform erkannt wird.

Wenn jemand erst 25 ist und häufig über tiefsitzende Rückenschmerzen etwa in einer Pobacke klagt, wird er oder sie kaum richtig ernst genommen. Dabei könnte es sich um die Frühzeichen von Morbus Bechterew handeln, medizinisch Spondylitis ankylosans. Übersetzt heißt das etwa versteifende Wirbelentzündung.

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Morbus Bechterew – Rheuma, das schon junge Menschen betrifft

Morbus Bechterew ist eine chronische rheumatische Erkrankung. Besonders typisch für die Entzündungen an der Wirbelsäule: Erste Anzeichen bilden sich meist zwischen 20 und 30 Jahren, nur selten tritt Morbus Bechterew erst nach dem 40. Lebensjahr auf.

Morbus Bechterew führt nicht nur dazu, dass sich die Wirbel entzünden und massive Schmerzen entstehen, sondern dass sich infolge der Entzündung zwischen den Wirbeln Verknöcherungen bilden. Die Wirbelsäule droht dauerhaft zu versteifen. Das Risiko für Wirbelbrüche steigt – ähnlich wie bei Osteoporose. Nur frühzeitige Therapie kann dieses Fortschreiten abbremsen.

Die wichtigsten Symptome im Anfangsstadium

Darum sollten Sie auf die ersten Anzeichen von Morbus Bechterew achten. Folgende Symptome sollten Sie alarmieren und auf jeden Fall von einem Orthopäden, besser noch einem Rheumatologen abklären lassen:

  • Gesäßschmerzen, die mal rechts und mal links auftreten. Sie strahlen in die Oberschenkel aus, zusätzlich ist die Beweglichkeit der Lendenwirbelsäule eingeschränkt. Diese Beschwerden bessern sich bei Bewegung und verschlimmern sich bei Ruhe. Typischerweise können die Betroffenen nicht lange sitzen oder liegen und müssen sich zwischendurch immer mal bewegen.

  • Morgensteifigkeit, die länger als eine halbe Stunde anhält

Vor allem die Schmerzen in einer oder beiden Pobacken sind ein wichtiger Hinweis auf Morbus Bechterew. Die Ursache dafür ist eine Entzündung der Iliosakralgelenke (Kreuz-Darmbeingelenke). An dieser Stelle beginnt Morbus Bechterew in den meisten Fällen.

Diagnose und Therapie bei Morbus Bechterew

Mit Magnetresonanztomographie (MRT) lässt sich Morbus Bechterew bereits im Frühstadium erkennen. Anders als mit Röntgen kann das MRT nämlich Weichteilveränderungen darstellen, die für Entzündungen typisch sind. Die körperliche Untersuchung mit einer Prüfung der Beweglichkeit und dem genauen Sitz der Schmerzen sowie Labortests gehören ebenfalls zu den Diagnoseoptionen.

Zur Morbus-Bechterew-Therapie gehören Schmerzmittel, entzündungshemmende Medikamente sowie Gymnastik, um die Beweglichkeit zu erhalten.

In Deutschland haben rund 350.000 Menschen Morbus Bechterew. Vermutlich sind jedoch etwa eine Million Menschen betroffen, nur bei jedem vierten wird jedoch die Diagnose gestellt. Diese Zahlen nennt die Deutsche Vereinigung Morbus Bechterew

Ursache der Krankheit, für die es auch eine genetische Bereitschaft gibt, sind vermutlich bestimmte Bakterien, die Darm- und Harnwegsinfektionen auslösen. Sie können bei genetisch vorbelasteten Menschen zu einer Überreaktion des Immunsystems führen, die sich gegen körpereigene Strukturen wie die Wirbelkörper richtet.

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