27.09.2018

GEFÄHRLICHE HERNIE Leistenbruch: Diese Schmerzen sind typische Symptome

Stütz- und Bewegungsapparat
Fr, 20.09.2019, 15.35 Uhr

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Vor allem Männer sind davon betroffen: Leistenbruch. Er kann sogar lebensgefährlich sein. Auf diese Symptome sollten Sie achten.

Bei "Bruch" denken die meisten an eine Knochenverletzung. Doch Leistenhernie oder Inguinalhernie, so die medizinische Bezeichnung, bedeutet, dass etwas Gewebe aus dem Bauchraum durch eine Schwachstelle rutscht, also einen Riss oder eine natürliche Lücke in der Bauchdecke (Leistenspalt). Es handelt sich dabei um einen sogenannten Weichteilbruch. Und der wiederum gehört zu den sogenannten Hernien, den Eingeweidebrüchen.

Der Leistenbruch ist nicht harmlos: Je nachdem, wie stark er ausgeprägt ist und ob womöglich Darmteile eingeklemmt sind (Inkarzeration), kann er sogar lebensgefährlich sein.

Im Bereich des Leistenkanals ist die Bauchwand meist stellenweise etwas schwächer. Wer schwer hebt oder trägt, läuft daher Gefahr, eine Leistenhernie zu erleiden. Bei Frauen kann auch eine Schwangerschaft einen Leistenbruch hervorrufen. Gründe dafür können auch vorhergehende Operationen am Bauch sein, die das Gewebe durch Narben schwächen. Auch generell schwaches Bindegewebe kann einen Leistenbruch begünstigen.

Die Symptome eines Leistenbruchs: Anzeichen bei Mann und Frau

Typisch für den Leistenbruch ist eine mehr oder weniger ausgeprägte Vorwölbung am rechten oder linken unteren Bauchbereich nahe der Leiste. Diese Vorschiebung heißt Bruchsack. Der Bruchsack ist normalerweise weich und lässt sich vorsichtig mit den Fingern in den Bauch zurücklegen.

Anfangs lässt sich ein Leistenbruch deshalb oft nur durch die ziehenden Schmerzen in der Leistengegend identifizieren. Beim Heben und Tragen, also Tätigkeiten, die Bauch und Bauchdecke belasten, werden sie stärker, im Liegen verschwinden sie wieder. Beim Mann können die Schmerzen beim Leistenbruch bis in die Hoden ausstrahlen. Bei der Frau ziehen die Schmerzen oft bis in die Schamlippen. Zusammengefasst sind die Symptome:

  • Bruchgeschwulst: Schwellung in der Leistenregion
  • Schmerzen beim schweren Heben und beim Stuhlgang
  • Leichte, ziehende Schmerzen, die sich bei Druck verstärken (etwa beim Husten oder Niesen)

Es kann aber auch vorkommen, dass keine Schmerzen verspürt werden. Vor allem, wenn der Betroffene etwas übergewichtig und der Bruchsack nicht sehr stark ausgeprägt ist, fällt die Leistenhernie kaum auf.

Alarmzeichen beim Leistenbruch

Ein unbehandelter Leistenbruch kann sich mit der Zeit vergrößern. Dann droht eine lebensgefährliche Inkarzeration. Diese Abklemmung eines Darmabschnitts kann jedoch auch plötzlich einsetzen, etwa bei starker Belastung des Unterbauchs. Oft treten erst dann starke Symptome auf.

Die Symptome der Inkarzeration sind:

  • plötzliche, starke Schmerzen

  • Übelkeit und Erbrechen

  • Der Bruchsack ist eher hart und lässt sich nicht mehr zurückschieben.

Nur eine Operation kann den abgeklemmten Darm befreien, an seinen richtigen Platz zurückbefördern und die zu schwache Bauchdecke mit Naht oder einem Netz verstärken. Hier ist sofortiges Handeln angesagt, denn wird nicht schnell operiert, drohen Entzündungen der Bauchorgane oder andere schwere Komplikationen.

Leistenbruch-Operation ist der häufigste Eingriff in Deutschland

Rund 275.000-mal pro Jahr wird in Deutschland eine Leistenbruch-Operation durchgeführt. Betroffen sind meist Männer. Sie weisen die Risikofaktoren Übergewicht und hohe körperliche Belastung (das Heben schwerer Lasten) besonders häufig auf und haben deshalb ein höheres Risiko für eine Leistenhernie.

Der Eingriff, der vor allem verhindern soll, dass sich Organe im Bruch einklemmen, wird meist unter Vollnarkose durchgeführt, die OP ist mittlerweile so schnell gemacht, dass sie bei ansonsten gesunden Menschen sogar ambulant durchgeführt werden kann.

Eine Operation ist aber nicht in allen Fällen nötig. Treten keine Schmerzen auf und ist die Bruchstelle nur klein, kann auch abgewartet werden. Vor allem bei sowieso geschwächten Menschen, etwa durch hohes Alter oder Krankheit, wird lieber auf eine kräftezehrende OP verzichtet.

Leistenbruch bei Frauen: Was ist anders?

Frauen erleiden weit seltener einen Leistenbruch als Männer, lediglich jeder zehnte Fall betrifft eine Frau. Desweiteren sind Frauen meist in höherem Alter betroffen.

Auch ist nicht jeder vermeintliche Leistenbruch bei der Frau ein solcher. Es kann sich auch um eine seltene Schenkelhernie (Femoralhernie) handeln. Diese liegt in der Regel weiter unten. Eine Schwellung gibt es hier selten, es treten lediglich Schmerzen in der Leistengegend auf. Die Schenkelhernie ist schwieriger zu behandeln.

Was tun nach Leistenbruch-OP? Wie verhalte ich mich am besten?

Es gibt verschiedene OP-Methoden bei Leistenbruch. Wurden Sie erfolgreich über eine offene Operation oder eine minimal-invasive Methode behandelt, ist erst einmal Ruhe halten angesagt.

  • Vermeiden Sie rund 3 bis 6 Monate lang das Heben schwerer Lasten.
  • Ernähren Sie sich gesund, so dass der Stuhl möglichst weich ist und es nicht zu Verstopfung kommen kann. , verraten wir Ihnen hier.

Vorbeugen können Sie einem Leistenbruch übrigens durch gesunde Ernährung – also Übergewicht vermeiden – sowie gezieltes Bauchmuskeltraining, etwa Planking.

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