16.09.2019

Wenn's juckt und rot ist Nesselsucht: Behandlungstipps und Hausmittel gegen Urtikaria

Sie juckt und zeigt sich durch Quaddeln oder sogar Schwellungen: Die Urtikaria, oder Nesselsucht, kann akut oder chronisch auftauchen.

Foto: iStock/Piyapong Thongcharoen

Sie juckt und zeigt sich durch Quaddeln oder sogar Schwellungen: Die Urtikaria, oder Nesselsucht, kann akut oder chronisch auftauchen.

Dicke Quaddeln, quälender Juckreiz und Schwellungen sind die Symptome einer Nesselsucht. Lesen Sie, was dagegen helfen kann!

Plötzlich bildet sich Ausschlag, der unerträglich juckt und sich anfühlt, als hätten Sie eine Brennnessel berührt: Deshalb wird diese Hautkrankheit Nesselsucht oder medizinisch Urtikaria genannt (von lat. "urtica" = Nessel).

Wenn man Glück hat, handelt es sich nur um wenige, kleine Quaddeln, die nach ein paar Stunden wieder verschwunden sind (akute Nesselsucht). Die Quaddeln sind meist in oberen Hautschichten verankert und können starken Juckreiz hervorrufen. Manchmal wird die Nesselsucht jedoch chronisch, wenn sie länger als sechs Wochen auftritt, oder breitet sich mit Schwellungen (Angioödemen) die auch tiefer liegen können, aus. Dann ist eine Behandlung nötig; ansteckend ist Nesselsucht aber nicht, auch wenn sie leider im ersten Moment oft abschreckend wirkt. Hausmittel können gegen Nesselsucht helfen. Wird das Problem aber schlimmer, sollte ein Arzt die Behandlung übernehmen..

Nesselsucht: Vor Hausmitteln besser auf Antihistaminika zurückgreifen

Meist empfiehlt der Hautarzt Antihistaminika in Form von Tabletten gegen die unangenehmen Symptome. Es handelt sich dabei um Medikamente, die gegen Allergien wirken, indem sie den körpereigenen Botenstoff Histamin bremsen. Dieser wird bei Nesselsucht ausgeschüttet, weil die körpereigenen Mastzellen auf etwas reagieren.

Allerdings wird auch mit den verschiedensten Allergietests die Ursache der Nesselsucht oft nicht gefunden. Oder es handelt sich um Auslöser, die Betroffene nicht gänzlich vermeiden können. Das ist beispielsweise der Fall bei der sogenannten Kälteurtikaria, oder Winterallergie, wenn die Haut auf Kälte und kaltes Wasser mit Quaddelbildung reagiert. Deshalb gilt die Urtikaria als sogenannte Pseudoallergie. Auch UV-Strahlung, Druckreize oder andere mechanische Reize können sie auslösen.

Salbe, Creme oder Gel gegen Nesselsucht

Zusätzlich lassen sich Juckreiz und Quaddeln äußerlich behandeln. Dazu stehen verschiedene rezeptfreie Salben und Lotionen aus der Apotheke zur Verfügung. Diese Mittel enthalten ebenfalls Antihistaminika. Gegen den starken Juckreiz bewährt, haben sich zudem Salben mit einem lokal wirkenden Betäubungsmittel.

Bei wiederkehrender Nesselsucht kann der Arzt auch kortisonhaltige Mittel verschreiben. Glukokortikoide werden dann verschrieben, wenn sich eine Urtikaria akut verschlechtert.

Fünf Hausmittel gegen Nesselsucht

Viele Betroffene haben jedoch auch mit Hausmitteln gute Erfahrungen gemacht, zumindest in schwachen Fällen, wenn lediglich Quaddeln auftreten. Infrage kommen etwa:

  1. Essigwickel: Mischen Sie einen Teil Essig mit zehn Teilen kaltem Wasser, befeuchten Sie ein sauberes Leinentuch damit und legen Sie es auf den Hautausschlag.
  2. Zinksalbe: Zink unterstützt die Heilung und beruhigt die Haut. Zinksalbe ist empfehlenswert, wenn Nesselsucht bei Kindern auftritt.
  3. Hamamelissalbe: Die Wirkstoffe der Zaubernuss (Hamamelis) wirken ebenso gegen Juckreiz und Entzündung.
  4. Baden mit Backpulver-Zusatz: Das Natron im Backpulver stillt den Juckreiz.
  5. Kältepacks beruhigen und betäuben die Haut, der Juckreiz lässt nach. Vorsicht: Dieses Hausmittel aber bitte nicht bei Kälteurtikaria anwenden!

Nesselsucht – diese Ursachen stecken dahinter

Nesselsucht ist eine der häufigsten Hautkrankheiten. Rund jeder vierte Deutsche hat mindestens einmal im Leben mit Urtikaria zu tun. In der Regel ist die Erkrankung ungefährlich, wenn auch sehr quälend und belastend für den Betroffenen. In Fällen, in denen Angioödeme auftreten, können aber auch Schleimhäute anschwellen. Wenn dies etwa im Rachen passiert, ist der Notarzt schnellstmöglich zu informieren!

Meist ist es schwer, den Auslöser der Entzündungsreaktion des Körpers zu identifizieren. So kann es sich etwa um die geringfügig veränderte Rezeptur des Waschmittels handeln, zum Beispiel einen zusätzlichen Duftstoff, bei dem dann eine Art Waschmittel-Allergie auftreten kann. Häufige Ursachen für Nesselsucht sind bestimmte Lebensmittel und Medikamente, etwa manche Antibiotika. Auch chronische Infektionen, etwa eine Mandelentzündung, können Nesselsucht auslösen.

Hautausschläge können viele Ursachen haben. Wie Sie diese am besten behandeln, lesen Sie bei uns. Weitere Infos gibt es auch auf unserer Themenseite Allergien und Intoleranzen. Zudem verraten wir Ihnen wichtige Tipps zur richtigen Hautpflege.

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