12.07.2019

Risiko für Lungenembolie Thrombose – auf diese Symptome sollten Sie achten

Stützstrümpfe können helfen, Thrombosen vorzubeugen – vor allem dann, wenn Sie bereits Probleme damit hatten oder wissen, dass Ihre Beinvenen geschwächt sind.

Foto: iStock/ChesiireCat

Stützstrümpfe können helfen, Thrombosen vorzubeugen – vor allem dann, wenn Sie bereits Probleme damit hatten oder wissen, dass Ihre Beinvenen geschwächt sind.

Eine Thrombose entwickelt sich meist am Bein, kann aber auch an anderen Körperstellen entstehen. Wer die Symptome nicht kennt, riskiert eine oft tödliche Lungenembolie. Die Alarmzeichen.

Venenerkrankungen treten viel häufiger als angenommen. Rund jeder zweite Deutsche hat mindestens einmal im Leben Beschwerden mit den Beinvenen. Krampfadern sind dabei das häufigste Problem. In den überdehnten, schlecht durchbluteten Gefäßen kann sich besonders rasch ein Blutgerinnsel (Thrombus) bilden. Der Arzt bezeichnet das als Beinvenenthrombose. Sie kann auch die Beckenvenen erreichen. Eine Thrombose kommt in den Beinen jedoch am häufigsten vor.

Beinvenenthrombose kann zu Lungenembolie führen

Was daran so gefährlich ist: Dieser Blutpfropf verengt oder verstopft nicht nur das Gefäß, wodurch umliegendes Gewebe abstirbt. Teile des Thrombus oder das gesamte Blutgerinnsel kann mit dem Blut weiter in den Körper transportiert werden, bis zur Lunge gelangen und dort ein Gefäß verstopfen. Die Lungenembolie ist lebensgefährlich, wenn sie nicht rechtzeitig behandelt wird.

Daher gilt es, die Anzeichen einer Thrombose richtig zu deuten:

  • Das Bein fühlt sich schwer an.
  • Es bestehen Spannungsgefühle im betroffenen Bein.
  • Die Haut fühlt sich ungewöhnlich warm an.
  • Das Bein kann anschwellen und die darunter liegenden Venen zeichnen sich ab, sogenannte "Warnvenen".
  • Der Hautbereich, unter dem die verstopfte Beinvene verläuft, verfärbt sich bläulich.
  • Die Beschwerden werden leichter, wenn Sie das Bein hoch lagern.
  • Es ist ein Druckschmerz auf der Innenseite des Fußes spürbar.
  • Es entsteht ein Wadenschmerz, wenn Sie den Fuß beugen.

So wird eine Thrombose diagnostiziert und behandelt

Auch wenn Sie nur eines der aufgeführten Symptome bei sich erkennen: Lassen Sie es am besten von einem Arzt abklären. Mit Abtasten und Ultraschalluntersuchung lässt sich rasch feststellen, ob eine Beinvene verschlossen ist. So lässt sich auch erkennen, ob es sich um eine oberflächliche Venenthrombose handelt (beispielsweise im Zusammenhang mit Krampfadern) oder um eine, die die tiefer liegenden Beinvenen betrifft.

Steht die Diagnose fest, werden meist Medikamente gespritzt, die das Blutgerinnsel auflösen (Thrombolyse). Die Erfolgsrate bei der Behandlung von Beinvenenthrombosen liegt sehr hoch, vor allem, wenn die Therapie zeitnah beginnt.

Als blutverdünnende Medikamente werden etwa solche mit Heparin verwendet. Sie werden meist über mehrere Monate gespritzt und verhindern, dass sich weitere Gerinnsel bilden und dass bereits entdeckte sich vergrößern. Die Durchlässigkeit der betroffenen Gefäße verbessert sich mit der Zeit meist wieder.

Jedoch hat Heparin auch Nebenwirkungen, wenn es langfristig gespritzt wird. So kann dadurch etwa das Osteoporose-Risiko steigen. Daher wird Thrombose-Patienten, die mit heparinhaltigen Mitteln behandelt werden, in der Regel geraten, auf die die richtige Ernährung bei Osteoporose und dabei auf eine ausreichende Versorgung mit Calcium zu achten. Zusätzlich sollte dann auf den Haushalt von Vitamin D und Vitamin K2 geachtet werden. Ersteres unterstützt die Calciumaufnahme im Darm, zweiteres lässt das Calcium dort einlagern, wo es gebraucht wird.

Thrombose entsteht nicht nur an den Beinen

Die Thrombose in den Beinvenen ist besonders häufig. Thrombosen können sich jedoch auch in Venen an anderen Stellen des Körpers bilden:

  • Perianalthrombose: Oberflächliche Venen im After schwellen durch ein Blutgerinnsel an. Die Analthrombose wird häufig mit Hämorrhoiden verwechselt.
  • Pfortaderthrombose: Hier verstopft ein Thrombus die Vene, die zur Leber führt. Das Organ kann nicht mehr ausreichend arbeiten.
  • Nierenvenenthrombose oder renale Venenthrombose: Die Nierenvene ist verstopft und beeinträchtigt die Nierenfunktion massiv.
  • Sinusvenenthrombose: Bestimmte Venen im Gehirn sind betroffen, Kopfschmerzen und Lähmungserscheinungen sind die Anzeichen. Dabei handelt es sich um eine – allerdings sehr seltene Form – des Schlaganfalls.

Einer Thrombose vorbeugen: So schützen Sie sich auch vor Embolien

Thrombosen entstehen vor allem dann, wenn eine Venenschwäche oder Krampfadern vorliegen. Auch Rauchen, starkes Übergewicht und das Einnehmen der Anti-Baby-Pille gelten als Risikofaktoren für Thrombosen. Außerdem gehören Menschen, die bereits eine Thrombose erlitten haben, weiterhin zu den Risikopatienten. Jedoch können auch sonst gesunde Menschen eine Thrombose erleiden, wenn sie etwa lange sitzen.

Gerade auf Langstreckenflügen im Flugzeug oder aber auch langen Fahrten ist das Thromboserisiko erhöht, wenn vom langen Sitzen Muskeln verkrampfen und sich Blut in den Beinen staut.

Abhilfe schafft vor allem Bewegung. Im Flugzeug ist es möglich, auch einmal aufzustehen, hin und her zu laufen oder gar ein paar Dehn- und Streckübungen zu machen – auch wenn das vielleicht im ersten Moment Überwindung kostet. Ihre Gesundheit sollte es Ihnen wert sein. Im Bus und auf Autofahrten gestaltet sich das Aufstehen nicht so einfach. Nutzen Sie jede Pause, die der Busfahrer macht. Haben Sie, etwa im Auto, selbst darauf Einfluss, legen Sie genügend Pausen ein.

Auch das vorherige Anziehen von stützenden Strümpfen kann das Entwickeln einer Beinthrombose verhindern. Hier fragen Sie am besten in der Apotheke nach. Wer bereits Probleme mit Thrombosen hatte oder weiß, dass die Beinvenen geschwächt sind, greift am besten direkt auf Kompressionsstrümpfe zurück.

Als Mittel zum Einnehmen eignet sich etwa Pinienrinden-Extrakt, der laut einiger Studien Hinweise darauf gibt, durchblutungsfördernd zu wirken. Und zuletzt sei gesagt: bleiben Sie aktiv und schützen Sie Herz und Kreislauf!

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