23.01.2019

Lästig und ansteckend Gerstenkorn – die sieben besten Hausmittel

Mi, 29.05.2019, 09.49 Uhr

Natürliche Hausmittel gegen Gerstenkorn

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Bei einem Gerstenkorn entzünden sich Drüsen am Augenlid. Wie Sie sich schützen und welche Hausmittel zur Behandlung eines Gerstenkorns sinnvoll sind, lesen Sie hier.

Zuerst spannt das Augenlid nur ein bisschen, dann reibt etwas an der Bindehaut, Schmerzen entstehen und das Auge wird rot. Die Ursache: Am Lidrand oder an der Innenseite des Lids zeichnet sich ein kleiner Knoten ab. Dabei handelt es sich um ein Gerstenkorn, medizinisch Hordeolum. Anfangs ist das Gerstenkorn rot, nach wenigen Tagen schwillt es an, Eiter kann sich darin sammeln und die Stelle wird dadurch in der Mitte weiß. Meist leert sich danach der Pickel am Auge von selbst, der Eiter fließt ab. Wie Sie ein Gerstenkorn mit Hausmitteln behandeln können, lesen Sie hier.

Vorsicht beim Verwenden von Hausmitteln: Gerstenkörner sind ansteckend

Im Prinzip handelt es sich bei einem Gerstenkorn um eine verstopfte Talgdrüse am Augenlid. Gelangen dann noch Bakterien in die verdickte Drüsenöffnung, entzündet sich das Ganze, ein kleines Furunkel bildet sich. Dann kann ein Gerstenkorn auch ansteckend sein. Mit einem Gerstenkorn infizieren kann man sich recht leicht: Oft haften Bakterien auf Griffen oder werden mit dem Händedruck übertragen. Wer danach mit ungewaschenen Händen ans Auge greift, riskiert ein Gerstenkorn.

Daher sollten Sie beim Anwenden von Hausmitteln sowie auch sonst vorsichtig sein und sich wie bei allen ansteckenden Erkrankungen auch selbst regelmäßig die Hände waschen.

Gerstenkorn und Hagelkorn – das sind die Unterschiede

Eine andere Erkrankung des Augenlids ist das Hagelkorn, medizinisch Chalazion. Beim Gerstenkorn handelt es sich um eine Entzündung, das Hagelkorn ist dagegen nicht infektiös und verursacht keine Schmerzen. Das Hagelkorn wird bis zu erbsengroß und ist etwas verschiebbar. Im Prinzip besteht das Hagelkorn aus abgekapseltem Zellmüll einer Infektion, etwa aus einem Gerstenkorn, das nicht vollständig abgeheilt ist. Meist muss das Hagelkorn chirurgisch entfernt werden, etwa über einen kleinen Schnitt in der Lidinnenseite oder der Lidaußenseite.

Warum tut ein Gerstenkorn so weh?

Die Infektion am Augenlid ist zwar meist nicht gefährlich, aber äußerst lästig. Nur selten breitet sich die Entzündung aus. Dann löst das Gerstenkorn etwa eine Bindehautentzündung aus oder wird sehr groß und kann sich im schlimmsten Fall auf die Augenhöhle ausbreiten. Dieses Risiko besteht vor allem bei einem inneren Gerstenkorn (Innenseite des Augenlids) und Sie sollten dann sicherheitshalber zum Arzt gehen.

Auch wenn zum Gerstenkorn Symptome wie geschwollene Lymphknoten, Kopfschmerzen und Fieber sowie allgemeines Krankheitsgefühl hinzukommen, sollten Sie einen Arzt konsultieren.

Meist heilt das Gerstenkorn von selbst wieder ab. Denn es ist eigentlich nichts anderes als ein Pickel, der am Augenlid wächst, ähnlich einem Furunkel. Anders als Mitesser etwa auf der Stirn oder am Kinn, tut das Gerstenkorn jedoch sehr weh. Die Erklärung: Die Haut im übrigen Gesicht ist weicher und die Schwellung kann sich dadurch ausbreiten, ohne dass starke Schmerzen entstehen. Das Augenlid und vor allem der Lidrand besteht jedoch aus festerem Gewebe. Durch die Schwellung entsteht also mehr Druck auf das Gewebe, was besonders schmerzhaft ist.

Wie entsteht ein Gerstenkorn überhaupt?

Hier wird unterschieden zwischen innerem (Hordeolum internum) und äußerem Gerstenkorn (Hordeolum externum). Beim inneren Gerstenkorn entzünden sich meist die für die Talgproduktion zuständigen Meibom-Drüsen, die im Lid liegen. Sie versorgen die Tränenflüssigkeit mit Fett. Ein äußeres Gerstenkorn hingegen entsteht meist, wenn die weiter außen am Lid liegenden Zeis-Drüsen (für den Talg für Haarfollikel und Wimpern zuständig) oder die Moll-Drüsen (produzieren Schweiß) entzündet sind.

Die Entzündung steht wie erwähnt Bakterien, etwa Staphylokokken, die auf der Haut vorkommen. Durch Reiben mit ungewaschenen Händen gelangen sie leicht in den Augenbereich und können sich dort ausbreiten. Und auch Schmutz kann schon ausreichen, vor allem, wenn die Immunabwehr sowieso geschwächt ist.

Gerstenkorn niemals ausdrücken

Ansonsten gilt beim Gerstenkorn: den Pickel am Auge nicht mit den Fingern berühren und nicht daran herumdrücken! Es handelt sich um eine Infektion, die sich durch diese Manipulationen verstärken und ausbreiten kann.

Gerstenkorn mit Hausmitteln selbst behandeln

Als erste Hilfe eignen sich eine Reihe von Hausmitteln:

  1. Tupfen Sie das Augenlid mit etwas lauwarmem, abgekochten Kamillen- oder Fencheltee ab. Benutzen Sie dazu einen Wattebausch. Dabei keinen Kamillentee ins Auge bringen!
  2. Ähnlich wirkt ein Aufguss aus Augentrost. Einen Tee aus Augentrostkraut (Apotheke) bereiten, abkühlen lassen und das Augenlid immer wieder mal damit abtupfen.
  3. Auflage mit Bockshornkleesamen. Verrühren Sie einen Teelöffel gemahlene Bockshornkleesamen (Apotheke) mit drei Teelöffeln kochendem Wasser. Lassen Sie die Paste abkühlen. Geben Sie etwas davon auf ein Stückchen Stoff, am besten Baumwolle oder Leinen. Legen Sie das Ganze für zehn Minuten auf das geschlossene Augenlid. Wirkstoffe in Bockshornkleesamen sollen dem Gewebe Flüssigkeit entziehen und damit das Gerstenkorn austrocknen.
  4. Auflage mit Schwarztee. Tauchen Sie einen Beutel mit Bio-Schwarztee kurz in kochendes Wasser. Lassen Sie danach den Beutel auskühlen und abtropfen. Pressen Sie ihn aus und legen Sie ihn für ein paar Minuten auf das geschlossene Augenlid. Die Gerbstoffe im Tee können das Abheilen fördern.
  5. Quark-Kompresse. Verstreichen Sie etwas Quark auf einem sauberen Leinentüchlein, geben Sie die Auflage auf das geschlossenen Augenlid und lassen Sie das Ganze rund zehn Minuten einwirken. Quark ist ein bekanntes Naturheilmittel bei Entzündungen.
  6. Hamamelis, der natürliche Wirkstoff gegen entzündete Haut kann auch beim Gerstenkorn sinnvoll sein. Geben Sie etwas Hamamelis-Augensalbe auf ein Wattestäbchen und betupfen Sie damit die Schwellung am Lid.
  7. Falls Sie eine Rotlicht-Lampe haben: Schließen Sie das Auge und setzen Sie sich für etwa fünf Minuten vor das Heil-Licht. Die Wärme kann bewirken, dass sich das Gerstenkorn schneller öffnet und damit auch schneller abheilt.

Bei all diesen Gerstenkorn-Hausmitteln sollten Sie aber aufpassen, dass möglichst nichts davon direkt ins Auge gelangt, um dieses nicht noch zusätzlich zu reizen. Das Wasser für den Tee sollten Sie daher immer gut abkochen. Und niemals direkt in eine Rotlicht-Lampe schauen!

Meist ist das Gerstenkorn damit nach etwa drei Tagen abgeheilt. Falls nicht, sollten Sie zum Arzt gehen. Er kann das Gerstenkorn anritzen und damit bewirken, dass das Sekret abfließt. Spezielle, verschreibungspflichtige Medikamente mit Antibiotika – etwa Augensalbe oder -tropfen – lassen das Gerstenkorn ebenfalls rasch verschwinden. Aber wie bei allen Antibiotika gilt: Nicht zu oft verwenden, um Resistenzen zu verhindern.

Gerstenkorn vorbeugen: Die besten Schutzmaßnahmen

Um zu verhindern, dass sich erneut ein Gerstenkorn bildet, sollten Sie auf diese Dinge achten:

  • Fassen Sie sich niemals mit ungewaschenen Händen an die Augen. Regelmäßiges Händewaschen ist also die wichtigste Vorbeugemaßnahme gegen Gerstenkörner.
  • Reiben Sie beim Abschminken nicht zu stark an den Augenlidern. Benutzen Sie dazu sanfte, pH-neutrale Waschlotionen, die speziell für das Abschminken entwickelt wurden.
  • Setzen Sie Ihre Augen keinem starken Zug aus. Die Unterkühlung, die durch starken Zugwind entsteht – etwa bei der Fahrt mit dem Cabrio – , schwächt die lokale Abwehr und begünstigt damit ein Gerstenkorn – ebenso übrigens trockene Augen.
  • Stärken Sie Ihre Abwehrkräfte. Ein gut gerüstetes Immunsystem kann die Infektion am Auge verhindern. Um die Abwehrkräfte auszubauen, eignet sich vitaminreiche Frischkost, Bewegung an frischer Luft, ausreichend Schlaf und Verzicht auf Alkohol sowie Zigaretten.

Falls Sie trotzdem regelmäßig ein Gerstenkorn bekommen, sprechen Sie am besten mit Ihrem Hausarzt darüber. Krankheiten wie Diabetes begünstigen ein Hordeolum.

Gerstenkorn und Kontaktlinsen

Kontaktlinsenträger sollten aufpassen. Sie können das Gerstenkorn zwar auch mit Hausmitteln behandeln, während dieser Zeit aber auf das Tragen ihrer Linsen verzichten, da diese zusätzlichen Druck ausüben können und Bakterien eventuell weiter verteilen oder deren Wachstum begünstigen könnten. Auch nach Abheilen des Pickels ist Vorsicht geboten. Sollen die Kontaktlinsen wiederverwendet werden, sollten Sie sie gründlich reinigen – am besten beim Augenarzt. Sonst können Schäden an der Hornhaut entstehen.

Weitere Verfahren der Naturheilkunde sowie wirksame Naturheilmittel und Hausmittel finden Sie auf unserer Themenseite.

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