15.10.2019

Gegen Brennen und Bakterien Blasenentzündung – die 13 besten Hausmittel

Hausmittel gegen Blasenentzündung
Mo, 06.08.2018, 13.31 Uhr

Hausmittel gegen Blasenentzündung

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Ständig drückt die Blase, das Wasserlassen tut extrem weh: Bei einer Blasenentzündung ist schnelle Hilfe wichtig. Diese Hausmittel wirken gegen Schmerzen und Bakterien!

Eine Blasenentzündung kann in der kalten oder warmen Jahreszeit zuschlagen, kühle Temperaturen sind nur einer von vielen Risikofaktoren. Denn für die schmerzhafte Entzündung ist in rund 80 Prozent der Fälle das Darmbakterium Escherichia coli verantwortlich, das sich im Intimbereich tummelt.

Beim Sex beispielsweise können die Bakterien in die Harnwege gelangen und in die Blase wandern. Mit den Erregern können Sie sich aber auch indirekt über Türgriffe und andere Gegenstände infizieren. Meistens sind Frauen von der Zystitis betroffen, da ihre Harnröhre deutlich kürzer ist.

Ein paar Hausmittel gegen Blasenentzündung können helfen – zumindest in leichten Fällen oder als Unterstützung, wenn die Bakterien doch mit Antibiotika bekämpft werden müssen.

Die Grenze von Hausmitteln: Wann Sie mit Blasenentzündung zum Arzt müssen

Vorweg gesagt: Eine Blasenentzündung sollten Sie nie auf die leichte Schulter nehmen, denn sie kann aufsteigen und eine ernsthafte Nierenbeckenentzündung hervorrufen. Deshalb ist es auch so wichtig, eine Blasenentzündung bei den ersten Symptomen wie Brennen beim Wasserlassen oder Harndrang im Keim zu ersticken.

Treten Symptome wie starke Schmerzen, Krämpfe, Fieber oder Blut im Urin auf, sollte der Weg aber zum Hausarzt oder Urologen führen! Dann ist meist ein Antibiotikum nötig, um die Keime abzutöten.

Sanft, aber effektiv: 13 Hausmittel gegen Blasenentzündung und ihre Symptome

Bei leichteren Harnwegsinfekten können Sie versuchen, mit diesen 13 bewährten Hausmitteln gegenzusteuern. Sie unterstützen die Durchspülung der Blase auch, wenn Sie Ihre Blasenentzündung mit Antibiotika behandeln:

  1. Trinken Sie viel. Am besten heiße Getränke, etwa Kräutertee. Die Flüssigkeit spült die Harnwege durch und befördert Bakterien nach draußen. Der häufige Harndrang bei einer Blasenentzündung ist in diesem Zusammenhang eine gesunde Reaktion – der Körper will die Bakterien so zügig wie möglich loswerden. Es gibt spezielle Nieren- und Blasentees, die sich besonders eignen. Auch Cranberrysaft kann aufgrund seiner Inhaltsstoffe helfen.
  2. Es gibt eine Reihe von Heilkräutern, die sich als Hausmittel bei Blasenentzündung bewährt haben. Sie entkrampfen die Blase, wirken antibakteriell und harntreibend, indem sie die Nierentätigkeit anregen. Dazu gehören etwa Goldrutenkraut, Hauhechel, Orthosiphon, Bärentraubenblätter, Birkenblätter, Brennnessel und Wacholder.
  3. Kuscheln Sie sich bei dieser Trinkkur so richtig ein, damit Sie ins Schwitzen kommen. Das kurbelt den Stoffwechsel an und aktiviert damit auch das Immunsystem in der Blase.
  4. Heizen Sie Ihrer Blase mit einer heiß-feuchten Auflage ein. Tränken Sie ein kleines Frottee-Tuch mit heißem Wasser, winden Sie es fest aus. Legen Sie es auf Ihren nackten Unterbauch (Vorsicht, Auflage nicht zu heiß machen! Verbrühungsgefahr der empfindlichen Haut in diesem Bereich). Darüber kommt ein trockenes Tuch. Wickeln Sie sich zusätzlich mit einer Decke ein. Lassen Sie den Wickel so lange einwirken, bis er nicht mehr heiß, sondern nur noch warm ist und wiederholen Sie die Behandlung nach Belieben. Die Wärme aktiviert das lokale Abwehrsystem der Blase und Harnwege. Die Bakterien werden intensiv bekämpft.
  5. Einfacher funktioniert die heiße Auflage mit einer Wärmflasche. Die Wärme entspannt und hilft gegen das unangenehme Brennen. Wichtig hier: Tragen Sie dabei Baumwollunterwäsche. Die wirkt atmungsaktiver. Bei Polyesterwäsche können sich durchs Schwitzen nur noch mehr Bakterien vermehren.
  6. Duschen Sie sich im Intimbereich warm ab, benutzen Sie dabei eine pH-neutrale Waschlotion oder eine spezielle Intimwaschlotion, die leicht antibakteriell wirkt. Normales Duschgel oder Seife sollten Sie hier nicht nutzen. Aber: Waschen Sie sich nicht zu oft, um das empfindliche Milieu im Intimbereich nicht weiter zu stören. Einmal täglich reicht.
  7. Versuchen Sie es mit einem ansteigenden Fußbad nach Kneipp. Das Wasser sollte dabei zuerst etwa 35 Grad warm sein. Lassen Sie dann heißes Wasser zulaufen, bis die Wassertemperatur 42 Grad beträgt. Nun fünf Minuten die Füße im Wasser lassen, danach gut abrubbeln, warme Socken anziehen und ab ins Bett. Das ansteigende Fußbad hat sich auch als Hausmittel bei Erkältungen bewährt, darf aber nicht bei Venenerkrankungen angewendet werden.
  8. Trinken Sie Cranberry-, Preiselbeer-, Sanddorn- oder Heidelbeersaft, ihre Gerbstoffe sollen die Schleimhäute der Blase stärken.
  9. Essen Sie etwas frisch geriebenen Meerrettich. Seine Senföle wirken antibakteriell.
  10. Frischer Stangensellerie enthält ebenfalls sekundäre Pflanzenstoffe, die nicht nur Bakterien bekämpfen, sondern auch harntreibend wirken. Alternative: Nach jeder Mahlzeit eine Handvoll Selleriesamen knabbern (gibt's im Reformhaus).
  11. Einen Teelöffel Kaiser-Natron in ein Glas Wasser geben, verrühren und auf nüchternen Magen trinken. Das basische Getränk hebt den pH-Wert des Urins, sodass sich Bakterien nicht mehr so wohlfühlen. Außerdem lindert dieses Hausmittel das brennende Gefühl beim Wasserlassen.
  12. Probiotische Lebensmittel wie Kefir und Naturjoghurt fördern nach dem Verzehr das Ansiedeln "guter" Bakterien in der Blasenschleimhaut, so das Indian Journal of Urology. Auch Sauerkraut oder Kimchi, die koreanische Variante des fermentierten Kohls, können als Hausmittel gegen Blasenentzündung zum Einsatz kommen.
  13. Ingwer wirkt antibakteriell. Für einen Tee vier frische Ingwerscheiben mit einer Tasse kochendem Wasser überbrühen. Lassen Sie den Tee zehn Minuten zugedeckt ziehen und trinken Sie drei bis fünf Tassen täglich. Der Inhaltsstoff Gingerol lindert die Blasenentzündung.

Vergessen Sie aber nicht: Sollten die Beschwerden anhalten oder Sie sich immer schlechter fühlen, Fieber bekommen und Blut im Urin entdecken: Gehen Sie zu Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt! Dann wird ein Antibiotikum fällig. Die Gefahr, dass sich die Entzündung auf die Nieren ausbreitet, ist viel zu hoch!

Vorbeugen: So bleiben Sie von der Zystitis verschont

Damit eine Blasenentzündung gar nicht erst entstehen kann, gibt es ein paar Tricks, die Sie im Alltag anwenden können:

  1. Toilettengang nach dem Sex: Auch wenn es unromantisch wirkt – unterbrechen Sie das Kuscheln nach dem Liebesakt kurz und gehen Sie auf die Toilette. Urinieren spült Bakterien aus der Harnröhre, so dass diese die Blase gar nicht erst erreichen können.
  2. Halten Sie Ihre Füße und den Unterleib warm: Ein ausgekühlter Körper ist empfindlicher, da sich die Gefäße in den Schleimhäuten zusammenziehen und die Abwehr schwächer wird.
  3. Trinken Sie viel: Das gilt sowieso – wer seinen Körper regelmäßig hydriert, bleibt fit.
  4. Tragen Sie Baumwollunterwäsche: Polyester und Co sind kaum atmungsaktiv – so können sich Bakterien schneller vermehren. Es gibt auch schicke Schlüpfer aus Baumwolle.

Impfung gegen Blasenentzündung: Wer profitiert?

Eine Blasenentzündung ist allerdings leider oft ziemlich anhänglich: Rund 30 Prozent der Frauen bekommen sechs bis 12 Monate nach dem Infekt einen Rückfall. Sind Darmbakterien die Auslöser, beugt eine Art Impfung mit inaktiven, abgetöteten Enterobakterien einer erneuten Blasenentzündung vor, indem sie das Immunsystem stimuliert. Es gibt sie als Kapsel oder Spritze. Die Erfolgsquote liegt bei 60 bis 80 Prozent. Fragen Sie Ihren Arzt, ob dies für Sie sinnvoll ist.

Übrigens: Auch wenn Frauen aufgrund ihrer kurzen Harnröhre wesentlich häufiger betroffen sind: Auch Männer können an Blasenentzündung erkranken. Die Symptome sind etwas anders, eine Behandlung aber genauso wichtig.

Weitere Verfahren der Naturheilkunde sowie wirksame Naturheilmittel finden Sie auf unserer Themenseite.

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