Zuckerersatz & Alternativen

Welcher Süßstoff ist unbedenklich?

Holzlöffel mit Suüßstoffen auf einer braunen Tischplatte. Daneben Zuckerwürfel.
© anyka via Canva.com
Süßstoffen eilt nicht der beste Ruf voraus. Sind sie unbedenklich und eine Alternative zu Haushaltszucker?

Die neuen Diskussionen über eine Zuckersteuer sensibilisieren uns wieder für das Thema Zucker. Wenn wir den Zuckerkonsum reduzieren sollen, schauen wir automatisch auf die Alternativen. Ich bin der Frage nachgegangen, welcher Süßstoff unbedenklich ist. 

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Die Lust auf Süßes: Zwischen Gesundheitsrisiko und natürlichem Bedürfnis

Die möglichen negativen Folgen von zu viel Zucker sind inzwischen vielen Menschen bekannt. Er begünstigt Übergewicht und Adipositas, kann zu Diabetes Typ 2 führen, schädigt Leber, Herz und Gehirn, weil er entzündlichen Prozessen Vorschub leistet, und steht möglicherweise auch in Verbindung mit der Entstehung verschiedener Krebsarten.

Doch ein Leben ohne Zucker können sich nur die wenigsten vorstellen. Auch unser Körper macht dabei nicht mit. Ihm dient Zucker als schneller Energielieferant – und so sind Neurotransmitter, Hormone und sogar der Darm an Prozessen beteiligt, die uns Appetit auf etwas Süßes machen.

Geben wir diesem Verlangen nach, wird unser Belohnungssystem aktiviert und Dopamin ausgeschüttet – ein Neurotransmitter, der ein Gefühl der Zufriedenheit auslöst.

Zu viel Zucker – und Zweifel an Alternativen

Der Pro-Kopf-Verbrauch von Zucker stieg in Deutschland laut dem Bundesinformationszentrum Landwirtschaft gegenüber dem Vorjahr um 2,1 Kilogramm auf 33,2 Kilogramm. Nicht enthalten sind hier natürlich vorkommender Zucker in Früchten oder Honig.

Ein sehr hoher Zuckerverbrauch fällt dabei auf gezuckerte Getränke, über die wir im bundesweiten Durchschnitt ca. 26 Gramm pro Tag/Person aufnehmen. Mal zur Einordnung: Die WHO empfiehlt, maximal 25 Gramm Zucker am Tag zu sich zu nehmen.

Zuckerersatzstoffe könnten helfen, diese ambitionierte Marke nicht zu überschreiten, doch ihnen eilt der Ruf voraus, gesundheitlich bedenklich zu sein. Was bleibt, ist der Eindruck, sich zwischen Pest und Cholera entscheiden zu müssen – und so bleiben viele beim Konsum von Haushaltszucker und ändern einfach nichts.

Der schlechte Ruf der Zuckerersatzstoffe

Als Alternative zum Haushaltszucker stehen Süßstoffe bzw. Zuckeraustauschstoffe zur Verfügung, die meist synthetisch hergestellt werden, weniger Kalorien haben, aber intensiv süßen, sodass sie sparsam dosiert werden können. 

Von der Europäischen Union sind zugelassen und als gesundheitlich unbedenklich eingestuft worden: die Süßstoffe Acesulfam, Aspartam, Cyclamat, Saccharin und Steviosid (Stevia) sowie die Zuckeraustauschstoffe (Zuckeralkohole) Erythritol, Isomalt, Lactitol, Mannitol, Maltitol, Sorbitol und Xylitol.

Noch nicht geklärt ist, ob Süßstoffe Übergewicht und Typ-2-Diabetes fördern. Bisher gibt es Hinweise darauf, dass sie bei einigen Menschen die Zusammensetzung der Darmbakterien verändern. Der endgültige Beweis muss allerdings noch erbracht werden.

Aspartam: wieder zugelassen

Aspartam stand 2023 im Verdacht, "möglicherweise krebserregend" zu sein. Wegen fehlender Beweislage wurde von der WHO nun die bisher empfohlene zulässige Tagesdosis von maximal 40 Milligramm Aspartam pro Kilogramm Körpergewicht wieder bestätigt.

Aktuell diskutiert: Thromboserisiko durch Erythrit?

Aktuell steht Erythrit auf dem Prüfstand. Bis dato wurde davon ausgegangen, dass die Substanz nahezu vollständig über die Nieren ausgeschieden wird. Doch in einer Studie, an der auch Forscher der Berliner Charité beteiligt waren, wurden in den letzten 3 Jahren mehr als tausend Personen mit einem hohen Risiko für Schlaganfall oder Herzinfarkt begleitet.

Kam es zu einem Schlaganfall, Herzinfarkt oder gar dem Tod, wurde im Blut ein erhöhter Erythritol-Spiegel festgestellt. Auch Laborversuche zeigten, dass der Zuckeraustauschstoff die Blutgerinnung und damit die Bildung von Gerinnseln (Thromben) beschleunigte.

Erhöhtes Infarktrisiko durch Xylit?

Ein erhöhtes Risiko für Herzerkrankungen und  Schlaganfälle könnte auch bei Xylit (Birkenzucker) bestehen. Das legt eine Studie von Dr. Marco Witkowski und seinem Forscherteam der Cleveland Clinic (Ohio, USA) und der DHZC-Klinik für Kardiologie am Charité-Campus Benjamin Franklin nahe.

Welcher Süßstoff ist unbedenklich?

Ich kann gut verstehen, wenn solche Nachrichten Verunsicherung bei dir auslösen. Sicher ist, dass Zuckerersatzstoffe auch in den kommenden Jahren in umfassenden Langzeituntersuchungen weiter unter die Lupe genommen werden. 

Bis dahin musst du dennoch nicht komplett auf die Alternativen verzichten. Wie gesagt: Von der Weltgesundheitsorganisation werden Süßstoffe als unbedenklich eingestuft. Gehörst du zu einer der Risikogruppen, kläre deinen Konsum ärztlich ab oder lass dich in einer Ernährungsberatung noch umfassender informieren.

Viele Menschen vergessen, dass generell für die Zuckerersatzstoffe gilt, sie nur in geringen Mengen zu konsumieren. Daran ändert auch die aktuelle Studienlage nichts. Und es geht eben nicht darum, den perfekten Ersatz für ungesunden Haushaltszucker zu finden. Der Königsweg ist, den Zuckerkonsum insgesamt zu reduzieren, auch wenn uns unser Körper immer wieder einflüstert, es sei jetzt an der Zeit für etwas Süßes.

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Weitere Gesundheitstipps findest du hier.

Quellen:
zkn.uniklinikum-dresden.de, aok.de, herzstiftung.de
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