Schock nach Schimmelfunden

Mandelmilch einfach selber machen – so geht's

Ein Glas frisch zubereitete Mandelmilch steht auf einem Holzbrett, umgeben von ganzen Mandeln in einer Holzschale sowie einer Stoffserviette. Im Hintergrund ist ein weiteres Glas mit Mandelmilch unscharf zu erkennen.
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Kaum Kalorien, dafür reich an Vitaminen: Das sind nur zwei gesunde Gründe, zu Mandelmilch zu greifen. Und es gibt sogar noch mehr...

Liebhaber*innen von Pflanzenmilch haben sich letzte Woche ganz schön erschrocken, als das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) seine Zahlen für die Tests von Pflanzenmilch bekanntgab. In 85 Prozent der Produkte wurden Schimmelpilze nachgewiesen. Du denkst, da mache ich mir meine Mandelmilch doch lieber selber? Finden wir auch! Zumal es so einfach ist. Hier zeige dir, wie's geht.

Schimmelpilze in vielen Pflanzenmilchen

Du glaubst, du tust deiner Gesundheit etwas Gutes, indem du Kuhmilch links liegen lässt und zur Pflanzenmilch greifst? Neue Zahlen des Bundesinstitut für Risikobewertung sorgen bei Verbraucher*innen für Verunsicherung. Das BfR hat 162 handelsübliche Hafer-, Mandel- und Sojadrinks auf Schimmelpilzgifte (Mykotoxine) und Pflanzentoxine untersucht. Das Ergebnis: In 31 von 39 Mandeldrinks wurde das Schimmelpilzgift Aflatoxin B1 gefunden. Ochratoxin A wurde in 33 von 39 Mandeldrinks und 23 von 29 Sojadrinks in sehr geringen Mengen nachgewiesen, Deoxynivalenol in 67 von 86 Proben von Haferdrinks.

Wie schaden Mykotoxine deiner Gesundheit

Grundsätzlich gilt: Mykotoxine kommen natürlicherweise in Pflanzen vor – zum Beispiel in Getreide, Nüssen und manchen Früchten – und dienen zum Beispiel der Abwehr von Fressfeinden. 

Aflatoxine sind Schimmelpilzgifte, die sehr gut untersucht sind. Bekannt ist, dass sie stark lebertoxisch und krebserregend ist. Wichtig zu wissen: Viele Mykotoxine sind hitzestabil. Kochen, Backen oder Braten tötet zwar den Schimmelpilz, aber nicht seine Giftstoffe. Sie überstehen die  Zubereitung in der Regel unbeschadet und landen im Körper.

"Magen-Darm-Beschwerden sind noch eine relativ einfache Reaktion des Körpers auf Mykotoxine", erklärt Biochemiker Dr. Philip Marx-Stölting im BfR-Wissenschaftspodcast 'Risiko'. "Einige dieser Giftstoffe können aber auch in Zellen Mutationen auslösen und damit letztlich zur Entstehung von Krebs beitragen."

Deshalb sei hier noch mal wiederholt, was du sicher schon weißt: Ist ein Lebensmittel von Schimmel befallen – rigoros entsorgen und nicht nur die betroffene Ecke wegschneiden! Du siehst es vielleicht nicht, aber der Schimmel kann sich bereits im ganzen Produkt verbreitet haben.

Mandel-Steckbrief
• Energiegehalt: 610 kcal/100 g
• Makronährstoffe (auf 100 g): 6 g Kohlenhydrate, 24 g Protein, 53 g Fett
• Mandeln sind reich an Kalium und Magnesium
• Calcium (85 mg/100 g)
• Eisen (3,1 mg/100 g)
• Zink (3,2 mg/100 g)
• Selen (4,4 μg/100 g)
• besonders reich an Vitamin E (26 mg/100 g)

Was bedeutet das nun für Pflanzenmilch aus dem Tetra Pak? 

Das BfR untersuchte vor allem das gesundheitliche Risiko für Kinder und kommt zu dem Ergebnis, dass Aflatoxin B1 für diese empfindliche Verbrauchergruppe ein Risiko darstellen kann. Für Erwachsene ist die Wahrscheinlichkeit, dass gesundheitliche Beeinträchtigungen auftreten laut BfR "mittel".

Der Verzehr von Pflanzendrinks und die Belastung mit Ochratoxin A – eine möglicherweise krebserzeugende Substanz – durch Kinder im Alter von 0,5 bis 6 Jahren wird als wenig bedenklich angesehen und das gilt dementsprechend auch für Erwachsene.

In Hafermilch wurden Deoxynivalenol und T-2- und HT-2-Toxin gefunden. Hier gilt: Die Dosis macht das Gift. Wer viele Haferprodukte zu sich nimmt, muss aufpassen – auch als Erwachsene*r.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt:

Eine vielfältige, abwechslungsreiche und bunte Lebensmittelauswahl sorgt nicht nur für eine ausgewogene Nährstoffzufuhr, sondern hilft auch dabei, den Eintrag unerwünschter Stoffe, der aufgrund der natürlichen Herkunft unserer Lebensmittel nicht immer vermeidbar ist, möglichst niedrig zu halten.

Mandelmilch einfach selber machen – so geht's

Machen wir uns also nichts vor: Mykotoxine werden auch in deiner selbst gemachten Mandelmilch vorkommen. Die Auflagen, die die Industrie in Deutschland erfüllen muss, sind sehr hoch, dennoch kann deine selbst gemachte Mandelmilch von besserer Qualität sein, wenn du einige Regeln beachtest:

Verwende hochwertige und frische Mandeln aus gut (trocken!) gelagerter Bio-Qualität. Das reduziert das Risiko einer Mykotoxinbelastung. Kaufe kleine Mengen und verbrauche sie schnell, denn je kürzer die Lagerzeit, desto geringer ist das Risiko für Schimmelwachstum. Durch Aussortieren beschädigter Kerne sowie gründliches Waschen und Einweichen lassen sich Verunreinigungen zusätzlich minimieren.

Im Gegensatz zur gekauften Pflanzenmilch ist deine selbst gemachte frei von Zusatzstoffen. Und du kannst sie nach Lust und Laune pimpen, zum Beispiel mit ein paar Datteln, Vanille, Zimt oder Ahornsirup.

Rezept für Mandelmilch

Du brauchst:

  • 100 Gramm Mandeln in Premium-Qualiät
  • 1 Liter (gefiltertes) Wasser
  • 1 Prise jodiertes Speisesalz (für mehr Aroma)
  • optional: 1 bis 2 Datteln, Vanille aus der Schote, Zimt, Ahornsirup

Utensilien:

So geht's:

Mandeln nach dem gründlichen Aussortieren unter fließendem Wasser abspülen und acht bis 12 Stunden einweichen. Das Einweichwasser entsorgen, Mandeln in den einen Hochleistungsmixer geben und mit gefiltertem Wasser aufgießen. Optionale Zutaten und jodiertes Speisesalz hinzufügen. Ein bis zwei Minuten fein pürieren und die Masse durch ein feines Sieb oder einen Nussmilchbeutel abseihen, sodass eine cremige Mandelmilch entsteht.

Eine Person gießt selbstgemachte Mandelmilch aus einem Mixer durch einen feinmaschigen Stoffbeutel in eine Holzschale, um die Feststoffe vom Flüssigen zu trennen. Die Hände halten den Beutel und den Mixer, im Hintergrund ist Kleidung zu erkennen. | © Canva.com
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Wenn du Mandelmilch selbst machst, ist der finale Schritt, sie durch ein feines Stoffsieb abzuseihen.

Falls du auf den Geschmack gekommen bist und in Zukunft öfter oder vielleicht deine Pflanzen- bzw. Nussmilch ausschließlich selbst herstellen möchtest, lohnt es sich vielleicht, dir technische Unterstützung zu holen. Es gibt Pflanzen- bzw. Nussmilchmaschinen*, die dir die Arbeit abnehmen:

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Quellen:
bfr.bund.de, welt.de, aok.de
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