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Sandarium bauen: So hilfst du Wildbienen im Garten wirklich

Eine Frühlings-Seidenbiene auf einer Sandfläche.
© bennytrapp / stock.adobe.com
19.06.2026 • 07:00 Uhr
Mattias Nemeth

Ein Sandarium hilft Wildbienen im Garten wirklich. Erfahre, warum offene Sandflächen so wichtig sind und wie du sie einfach selbst anlegst.

Was schätzt du, wie viele Wildbienenarten in Deutschland leben? Fünfzig? Hundert? Tatsächlich sind es mehr als 600. Und viele von ihnen haben ein Problem, das kein Insektenhotel aus dem Baumarkt löst: Sie brauchen offenen Boden.

Denn während wir bei Bienen oft an summende Honigbienen oder kleine Röhrchen im Insektenhotel denken, sieht die Realität vieler Wildbienen ganz anders aus. Viele Arten nisten direkt in der Erde. Also genau dort, wo wir im Garten gern mulchen, pflanzen oder „noch schnell etwas Hübsches“ hinsetzen.

Besonders Sandbienen zeigen, wie wichtig solche offenen Stellen sind. Sie gehören zu den artenreichsten Wildbienengruppen in Deutschland und graben ihre Nester bevorzugt in geeignete Böden. Wenn du Wildbienen wirklich helfen möchtest, brauchst du deshalb nicht nur Blüten. Du brauchst auch Wohnraum und genau dieser liegt in einem Sandarium.

Bienenfreundliche Maßnahmen für Garten und Balkon

Was ist ein Sandarium?

Ein Sandarium ist eine künstlich angelegte, offene Sandfläche für Wildbienen und andere bodennistende Insekten. Sie ist im Grunde eine sehr einfache und ziemlich wirkungsvolle Nisthilfe. Offene, sonnige Sandstellen sind in vielen Gärten selten geworden. Entweder wächst Rasen darüber, es liegt Mulch auf dem Boden oder die Fläche wird ordentlich bepflanzt. Für viele sieht das gepflegt aus. Ein Sandarium schafft genau das, was diesen Tieren fehlt: eine warme, magere, offene Stelle, in der sie ihre Brutröhren anlegen können.

Wo sollte das Sandarium stehen?

Der Standort entscheidet darüber, ob dein Sandarium später ein Wildbienenparadies wird oder nur ein sehr ambitioniertes Katzenklo. Optimal ist ein sonniger, warmer und möglichst trockener Platz. Je mehr Sonne die Fläche bekommt, desto besser. Wildbienen mögen es warm, und die Nester sollten nach Regen schnell wieder abtrocknen.

Ideal ist eine Fläche von etwa 50 mal 50 Zentimetern. Wenn du mehr Platz hast, darf es natürlich größer werden. Wenn dein Garten klein ist, kann aber auch eine kleinere Sandstelle helfen. Wichtig ist weniger der perfekte Quadratmeter, sondern dass der Boden offen, stabil und möglichst störungsarm bleibt.

So baust du ein Sandarium

Hast du den richtigen Platz gefunden, hebst du zuerst eine Mulde aus. Etwa 40 bis 50 Zentimeter Tiefe sind sinnvoll, damit die Wildbienen später ausreichend Platz für ihre Niströhren haben. Danach wird die Mulde mit geeignetem Sand aufgefüllt. Und jetzt kommt der wichtigste Punkt: Nimm bitte keinen feinen, gewaschenen Spielsand. Der rieselt zu leicht nach und ist für viele Wildbienen schlicht zu instabil. Besser ist ungewaschener Sand mit einem gewissen Lehmanteil und unterschiedlicher Körnung. Solchen Sand bekommst du oft im Steinbruch, beim Schüttgutbetrieb, über den Baustoffhandel oder manchmal auch über den Bauhof. Ein einfacher Test hilft: Wenn du feuchten Sand wie beim Sandkuchen formen kannst und er nach dem Trocknen noch einigermaßen zusammenhält, ist er meist besser geeignet als feiner Rieselsand. Fülle den Sand ein und häufe ihn leicht zu einem kleinen Hügel auf. So kann Regenwasser besser ablaufen. Danach klopfst du die Fläche vorsichtig fest. Nicht betonhart, aber stabil genug, damit die Niströhren später nicht sofort wieder zusammenfallen.

Mut zur Lücke

Es ist wichtig diese Fläche freizuhalten. Also Gras zupfen und nicht überwuchern lassen. Denn genau diese freien, lückigen Stellen sind das Wertvolle am Sandarium. Du kannst den Rand bepflanzen, aber die eigentliche Sandfläche sollte größtenteils frei bleiben. Aber natürlich kannst du die Fläche trotzdem ein bisschen mit bienenfreundlichen Pflanzen bepflanzen. Geeignet sind zum Beispiel Thymian, Quendel, Lavendel, Rundblättrige Glockenblume, Disteln oder Acker-Senf. Auch heimische Wildpflanzen wie Natternkopf, Wegwarte, Wiesen-Salbei oder Hornklee sind wertvoll, wenn sie zu deinem Standort passen.

Wichtig ist: ungefüllte Blüten, möglichst lange Blütezeit und nicht alles auf einmal zuwachsen lassen. Ein Sandarium ist kein Blumenbeet mit Sandoptik. Es ist ein Nistplatz mit ein bisschen Buffet am Rand.

Totholz, Stängel und kleine Unordnung helfen zusätzlich

Rund um das Sandarium kannst du Totholz, alte Äste oder markhaltige Pflanzenstängel liegen beziehungsweise stehen lassen. Die bodennistenden Arten brauchen das nicht direkt für ihre Sandgänge, aber andere Wildbienen und Insekten profitieren davon. Außerdem geben solche Strukturen dem Bereich etwas Natürlichkeit und machen aus einer Sandfläche ein kleines Gartenbiotop. Nur auf die offene Sandfläche selbst solltest du nicht zu viel legen. Die Bienen müssen den Boden finden und anfliegen können. Also lieber drumherum gestalten als obendrauf dekorieren. In der Nähe kannst du auch eine Insektentränke aufstellen.

Wenn du auch Fledermäuse im Garten unterstützen willst, dann hilft dir dabei das ZOOFARI® Fledermaushaus.

Das Fledermaushaus von Zoofari bei Lidl | © Lidl
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So schützt du dein Sandarium vor Katzen

Wenn du verhindern möchtest, dass Katzen dein Sandarium als Klo benutzen, kannst du Trauben-Katzenminze pflanzen. Seitdem meine im Sandarium wachsen, sind die Katzen nicht mehr hineingegangen. Andere legen du locker Rosenschnitt, stachelige Beerenruten oder einzelne dornige Zweige auf die Fläche. Falls du das machst, achte aber darauf es nicht so dicht zu legen, dass keine Biene mehr durchkommt. 

Während die Trauben-Katzenminze Katzen fernhält, lockt die Echte Katzenminze sie an, aber nicht nur Katzen: Auch 38 Wildbienen-Arten lieben die Katzenminze. Also pflanze sie am besten mit etwas Abstand zum Sandarium in deinen Garten. Aktuell gibt es ein tolles Angebot für Katzenminze bei Lidl.

Katzenminze in einem Kiesbeet.  | © Lidl
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Mit der Zeit wirst du vielleicht kleine Löcher im Sand entdecken. Dann hat dein Sandarium seinen Dienst aufgenommen. Und ganz ehrlich: Es gibt kaum ein schöneres Gefühl, als zu wissen, dass eine kleine Ecke im Garten nicht einfach „leer“ ist, sondern bewohnt. Manchmal braucht Artenvielfalt eben kein großes Projekt. Manchmal reicht ein sonniger Sandhaufen, ein bisschen Geduld und die Bereitschaft, nicht jeden Quadratmeter sofort ordentlich machen zu müssen.