Da möchte man nur kurz die Blütenpracht bewundern und dann sieht man DAS! Als ich die Krabbenspinne zum ersten Mal in meinem Garten entdeckt habe, war mein Schock groß. Eine unsichtbare Bienen-Jägerin im Beet. Gruselig! Warum ihr Auftauchen trotzdem ein sehr gutes Zeichen ist, verrate ich dir hier.
Eigentlich wollte ich an diesem Morgen nur kurz durch den Garten gehen, die frische Luft genießen und meine Rosen bewundern. Doch was ich dabei entdeckt habe, hat mir ehrlich gesagt eine ordentliche Gänsehaut verpasst.
Mitten in einer weißen Rosenblüte saß eine Biene – vollkommen regungslos. Erst dachte ich noch: Vielleicht sammelt sie gerade Pollen oder ruht sich einfach kurz aus. Doch als ich näher hinsah, entdeckte ich plötzlich etwas zwischen den Blütenblättern.
Eine große weiße Spinne. Und sie hielt die Biene fest.
Die perfekt getarnte Jägerin
Die Spinne war so gut getarnt, dass ich sie zunächst überhaupt nicht erkannt habe. Ihre weißen Beine verschmolzen fast mit den Blütenblättern meiner Rose. Erst als sich etwas bewegte, wurde mir klar, was dort gerade passiert.
Ich musste sofort nachschauen, um welches Tier es sich handelt: Es war die Veränderliche Krabbenspinne.
Der Name klingt fast harmlos, dabei ist die Spinne eine echte Jägerin.
Auf welchen Blumen die Krabbenspinne lauert
Das Besondere an dieser Spinnenart: Sie kann ihre Farbe anpassen. Mal ist sie weiß, mal gelblich oder leicht grün. Je nachdem, auf welcher Blüte sie sitzt. Genau dadurch bleibt sie für ihre Beute unsichtbar.
Die Spinne wartet regungslos in Blumen, bis eine Biene, Hummel oder ein Schmetterling landet. Dann schlägt sie blitzschnell zu.
Besonders häufig findet man sie auf:
- Rosen
- Margeriten
- Kamille
- Sonnenblumen
- Doldenblüten
Typisch für die Krabbenspinne sind außerdem ihre langen Vorderbeine und die seitliche „krabbenartige“ Bewegung. Anders als viele andere Spinnen baut sie übrigens kein Netz. Sie lauert direkt in den Blüten auf ihre Beute.
Die Krabbenspinne ist ein Zeichen für einen gesunden Garten
Auch wenn sie ziemlich exotisch aussieht: Die Veränderliche Krabbenspinne ist in Deutschland heimisch und kommt gerade in naturnahen Gärten häufig vor.
Vor allem sonnige Blumenbeete mit vielen Insekten sind perfekte Jagdgebiete für sie. Entdeckst du sie in deinem Garten, ist das ein Zeichen, dass es der Natur gut geht und die Artenvielfalt groß ist. Du hast bei der Pflanzenauswahl also alles richtig gemacht. Denn: Viele Stauden bedeuten viele Blüten, viele Blüten bedeuten viele Insekten und die sind schlichtweg ein Teil der Nahrungskette und damit ein Zeichen, dass dein Garten vielfältig und gesund ist.
So gruselig sie wirkt – nützlich ist sie trotzdem
So schockierend die Szene in meiner Rose auch war: Gartenexpertinnen und -experten betonen, dass die Krabbenspinne wichtig für das natürliche Gleichgewicht ist.
Denn sie frisst nicht nur Bienen, sondern auch:
- Fliegen
- kleinere Schädlinge wie Blattläuse
- Blattfresser
- andere Insekten, die Pflanzen schaden können
Für Menschen ist die Veränderliche Krabbenspinne übrigens harmlos. Wer sie entdeckt, kann sie einfach in Ruhe lassen – auch wenn der erste Schreck meist groß ist.
Ich persönlich werde künftig trotzdem etwas genauer hinschauen, bevor ich meine Nase tief in eine Rosenblüte stecke.