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Garten-Phänomen: Warum werden weiße Rosen bei Regen rosa? 

Rosa gewordene weiße Rosen
Färbt etwa Regen weiße Rosen rosa?
© Ann-Kathrin Schöll
05.06.2026 • 18:00 Uhr
Ann-Kathrin Schöll

Es ist zum Mäusemelken: Gerade war mein Garten noch "Instagram-Foto"-tauglich und im nächsten Moment kommt ein Unwetter und fordert jede Menge Opfer. Unter ihnen: meine schönen Beetrosen. Die sind jetzt nicht mehr strahlend weiß, sondern pink Aber warum werden weiße Rosen eigentlich rosa?

Mitte Mai war ich noch ziemlich stolz auf mein Rosenbeet. Die weißen Rosen standen in voller Blüte, die großen Blütenköpfe leuchteten förmlich im Garten und alles sah genau so aus, wie ich es mir vorgestellt hatte.

Weiße Rosen im Beet vor dem Regen | © Ann-Kathrin Schöll
© Ann-Kathrin Schöll

Dann kam der Regen

Tagelang und immer wieder. Die Blüten saugten sich voll Wasser, die Stängel konnten das Gewicht kaum noch tragen und viele Rosen kippten nach unten. Doch nicht nur das: Meine weißen Rosen waren plötzlich rosa.

Während manche das wahrscheinlich romantisch finden, stellte ich mir nur eine Frage: Warum ist das passiert und kann ich das zukünftig verhindern? Ich mag nämlich Rosa ganz und gar nicht.

Weiße Rosen sind rosa geworden | © Ann-Kathrin Schöll
© Ann-Kathrin Schöll

Regen färbt die Rosen nicht rosa

Die gute Nachricht zuerst: Der Regen färbt die Blüten nicht einfach um. Tatsächlich sind es die Wetterbedingungen, die mit längeren Regenphasen einhergehen. Nach mehreren Tagen Regen sinken die Temperaturen häufig deutlich ab. Gleichzeitig bekommen die Pflanzen weniger Sonne ab.
 
Genau diese Kombination kann dazu führen, dass sich die Blütenfarbe verändert.Denn: Bei dieser Witterung produziert die Pflanze vermehrt die Farbstoffe, die für rote und rosa Töne verantwortlich sind. Die rosa Färbung dient der Rose als natürlicher Schutz vor Kälte. Regen und Temperatursturz signalisieren: Achtung, Herbstprogramm starten.
 
Besonders weiße oder sehr helle Rosensorten reagieren darauf empfindlich. Deshalb kann eine Rose, die vor zwei Wochen noch strahlend weiß war, plötzlich einen rosa Schimmer entwickeln.

Helle Rosen sind nicht sonderlich farbstabil

Wer eine weiße Rose kauft, geht meist davon aus, dass sie auch weiß bleibt. Tatsächlich ist die Blütenfarbe heller Rosen aber weniger konstant, als das Etikett im Gartencenter vermuten lässt.
 
Je nach Sorte können Temperatur, Wetter und sogar das Alter der Blüte die Farbwirkung beeinflussen. Manche Rosen erscheinen bei warmem Wetter heller, während kühlere Temperaturen rosa- oder cremefarbene Nuancen stärker hervorheben.
 
Kurz gesagt: Die Farbe, die wir sehen, ist oft das Ergebnis aus Sorte und Wetter.
 
Wenn du dir Farb-Überraschungen im Garten ersparen willst, solltest du von Anfang an auf pinke oder rote Sorten setzen. Deren Farbe bleibt auch bei Schlechtwetterperioden schön satt und stabil.

Kann man verhindern, dass weiße Rosen rosa werden?

 
Wenn eine Rosensorte mit hellen Blüten grundsätzlich zu Farbveränderungen neigt, lässt sich das kaum verhindern. Wetter und Temperatur können wir schließlich nicht kontrollieren, auch wenn sich das nach einer Woche Dauerregen manchmal verlockend anhört.
 
Doch es gibt etwas, das du tun kannst und auch solltest, wenn deine Rosen "verregnet" sind. Schneide die Blüten ab! Alles, was unschön oder verblüht ist, solltest du samt zwei bis drei Blätterstängeln kappen. Nutze dafür eine scharfe und saubere Gartenschere. Durch diesen Sommerschnitt regst du die Rose zu einer zweiten Blüte an. Die nachwachsenden Blüten werden dann auch wieder in der "Original-Farbe" sein.

Mein Rosen-Tipp:

Statt in großen Gartencentern kaufe ich meine Rosen nur noch bei spezialisierten Gärtnereien oder bestelle sie online bei Rosenzüchtern. Hier sind die Informationen zu den Sorten und deren Farbverhalten viel detaillierter und verlässlicher.

Übrigens: Das Phänomen des "Rosawerdens" betrifft auch andere Gartenpflanzen mit weißen oder hellen Blüten. Am bekanntesten sind die Hortensien. Unter den Rispenhortensien gibt es viele weiße oder cremefarbene Sorten, die hellrosa bis sattpink werden, sobald die Temperaturen im Herbst sinken.

Wenn du dir die ganze Gartensaison über weiße Blüten wünschst, solltest du dich von diesen Pflanzen gedanklich also besser verabschieden.

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