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Giftige Pflanzen und ihre Risiken: Diese Arten findest du in Deutschland

Eine Frau mit langen, welligen kastanienbraunen Haaren lächelt in die Kamera, während sie entspannt an einem Tisch sitzt und einen dunkelblauen Pullover trägt, vor einem grauen Hintergrund. | © privat
29.12.2024 • 09:00 Uhr
Sonja Utsch

Giftige Pflanzen sind oft sehr schön, aber eben trügerisch gefährlich. In unserer Galerie zeigen wir dir die häufigsten giftigen Arten in Deutschland und welche Symptome zu erwarten sind, wenn diese Pflanzen berührt oder gar verzehrt werden. Allgemein gilt natürlich: Diese Pflanzen sollten nur mit Handschuhen angefasst und nicht gegessen werden. Egal ob Garten, Wald oder Wiese: Mit diesem Wissen bist du auf der sicheren Seite.

Giftige Pflanzen in der Galerie

Drei violette Giftpflanzen im Detail: Tollkirsche links mit grünen Blättern, Fingerhut in der Mitte, Herbstzeitlose rechts. | © Shutterstock/Simon Groewe (l.), pticelov (M.), Kabar (r.)
© Shutterstock/Simon Groewe (l.), pticelov (M.), Kabar (r.)

Sie sehen toll aus, manchmal sogar ziemlich lecker. Genießen solltest du diese giftigen Pflanzen aber auf keinen Fall. Mit welchen Gewächsen du vorsichtig umgehen solltest, zeigen wir dir in der Galerie.

Herbstzeitlose

Herbstzeitlose | © imago/allOver
© imago/allOver

Die Herbstzeitlose (Colchicum autumnale) ist leicht mit dem Krokus, vor allem aber – und das ist schlimmer – mit dem Bärlauch zu verwechseln. Die Blätter der auf Wiesen blühenden Blume sehen nämlich so ähnlich aus. Da sie so leicht zugänglich ist, ist sie aber vor allem auch für Kinder und Tiere gefährlich. Bei Verzehr kommt es zu Lähmungserscheinungen beim Atmen – und das kann zur Erstickung führen.

Maiglöckchen

Maiglöckchen | © imago/blickwinkel
© imago/blickwinkel

Noch leichter mit dem Bärlauch zu verwechseln ist das Maiglöckchen (Convallaria majalis). Denn diese Pflanze wächst auf ähnlichen Böden wie das beliebte Kraut – und macht es sich auch gerne inmitten von Bärlauch-Feldern gemütlich. Wer Maiglöckchen isst, bekommt Herzrhythmusstörungen, die sogar zum Herzstillstand führen können. Zum Glück nimmt der Körper das Gift schlecht auf. Dennoch solltest du aufpassen – alle Teile der Pflanze sind giftig.

Goldregen

Goldregen | © iStock/mtreasure
© iStock/mtreasure

So schön er aussieht mit seinen fröhlich-gelben, hängenden Stauden: Der Goldregen (Laburnum) ist extrem giftig. Vor allem seine Samen können bei Kindern zu schweren Vergiftungen führen. Zwar ruft der Verzehr schnell Brechreiz hervor, weshalb tödliche Vergiftungen selten sind. 15-20 Samen reichen allerdings, um Kindern ernsthaften Schaden zuzufügen.

Rittersporn

Rittersporn | © imago/Manfred Ruckszio
© imago/Manfred Ruckszio

Die Samen des Rittersporns (Delphinium) sind äußerst giftig. Die gefährlichen Alkaloide stecken aber auch in den anderen Teilen der Pflanze. Der Verzehr kann zu Hautreizungen, Verstopfung, Übelkeit und Erbrechen führen, aber auch das Herz leidet. Unregelmäßiger Puls und Atemnot können zu tödlichen Lähmungen der Atmung führen.

Eibe

Eibe | © imago/Gottfried Czepluch
© imago/Gottfried Czepluch

Das Taxin in den Nadeln und Samen der Eibe (Taxus) ist sehr giftig, vor allem für Kinder und Tiere. Schwindel, Erbrechen sowie Kreislaufstörungen und Krämpfe sind die Folge. Die Beeren sind tatsächlich nicht giftig – und schmecken süßlich. Jedoch sollte die Samenkapsel am besten ausgespuckt und auf keinen Fall zerkaut werden, denn auch in ihr steckt giftiges Taxin.

Fingerhut 

Roter Fingerhut | © imago/Gottfried Czepluch
© imago/Gottfried Czepluch

Der rote Fingerhut (Digitalis) lädt gerade dazu ein, sich die trompetenförmigen Blüten auf die Finger zu setzen. Das solltest du aber lassen. Noch weniger solltest du Blätter und Blüten verzehren. Sie erhöhen den Blutdruck und führen zu Herzrhythmusstörungen. Haustiere sind besonders gefährdet.

Christrose

Christrose | © imago/Horst Galuschka
© imago/Horst Galuschka

Von Wurzeln und Samen der Christrose (Helleborus niger) solltest du dich fernhalten, ebenso vom Saft der Pflanze – und zwar auch beim Anfassen. Der Kontakt kann Blasen auf der Haut verursachen. Bereits drei Samenkapseln können bei Verzehr unter anderem Atemlähmung bis hin zum Tod bedeuten.

Gelber Oleander

Gelber Oleander | © imago/Manfred Ruckszio
© imago/Manfred Ruckszio

Auch beim gelben Oleander (Nerium oleander) sind es die Samen, die tödlich sein können. Doch auch der Rest der Pflanze weiß sich zu schützen. Blätter, Triebe und Saft sind äußerst giftig durch herzwirksame Glykoside – die übrigens auch die Maiglöckchen so giftig machen.

Eisenhut

Eisenhut | © iStock/typo-graphics
© iStock/typo-graphics

Die giftigste Pflanze Europas ist der Eisenhut (Aconitum) – dabei ist er mit seiner kräftig blauen oder violetten Farbe besonders schön. Diese Pflanze solltest du aber niemals ohne Handschuhe anfassen, denn ihr Gift dringt schon durch die Haut ein. Der Verzehr ist noch schlimmer und kann schon nach geringen Mengen zu Herzversagen und Atemstillstand führen.

Stechapfel

Stechapfel | © imago (2) Collage BILD der FRAU
© imago (2) Collage BILD der FRAU

Am Stechapfel (Datura) ist auch alles giftig. Vor allem aber solltest du dich vor den Samen und den Wurzeln hüten. Wer Stechapfel isst, muss mit Hautrötungen, Mundtrockenheit, hohem Puls und Krämpfen rechnen. Die Menge der giftigen Alkaloide lässt sich nicht einschätzen, daher kann der Verzehr tödlich enden.

Engelstrompete

Engelstrompete | © imago/Panthermedia
© imago/Panthermedia

Ja, Trompete spielt man, indem man sie sich an den Mund führt. Und nein, tu das bei der Engelstrompete (Brugmansia) bloß nicht! Die gesamte Pflanze ist hochgiftig und der Konsum kann zu Atemlähmung führen. Davor macht sich das Gift durch trockenen Mund, Herzrasen, Seh- und Sprachstörungen bemerkbar.

Tollkirsche

Tollkirsche | © imago (2) Collage BILD der FRAU
© imago (2) Collage BILD der FRAU

Einladend sehen die schwarz-glänzenden Früchte der Tollkirsche (Atropa) aus. Und genau das macht sie so gefährlich für Kinder, die sich die Beeren unbedarft in den Mund stecken könnten. Fatal: Sie schmecken auch noch süßlich. Drei bis vier Beeren können aber schon tödlich sein – auch für Tiere übrigens. Die Tollkirsche wächst sowohl in Gärten als auch besonders oft in Wäldern und auf Lichtungen.

Amaryllis

Amaryllis | © iStock/Wanchanta
© iStock/Wanchanta

Die Amaryllis (Amaryllis) ist hierzulande vor allem im Hausinneren beliebt und wird insbesondere zur Weihnachtszeit gerne verschenkt. Mit ihr solltest du aber vorsichtig sein, denn der Kontakt mit allen Pflanzenteilen kann zu schweren Reizungen führen. Vor allem für Kinder und Haustiere ist sie daher sehr gefährlich. Handschuhe sind anzuraten, wenn du die Pflanze umtopfst. Vor allem die Zwiebel ist giftig.

Tulpen- und Narzissenzwiebeln

Tulpen- und Narzissenzwiebel | © imago, iStock (Collage BILD der FRAU)
© imago, iStock (Collage BILD der FRAU)

Giftig sind übrigens auch Tulpenzwiebeln (Tulipa) sowie Narzissenzwiebeln (Narcissus). Der Hautkontakt kann zu Reizungen führen, essen solltest du die Knollen natürlich auch auf keinen Fall. Den Rest der Pflanzen kannst du problemlos anfassen.

Thujahecke

Thujahecke | © iStock/HeikeKampe
© iStock/HeikeKampe

Wenn du im Garten deine Thujahecke (Thuja) schneidest, solltest du Handschuhe bereithalten. Der Lebensbaum hält sein Gift in den Zweigspitzen, Zapfen und im Holz bereit und kann reizen. Essen solltest du diese Pflanzenteile auf keinen Fall, da sie zu Übelkeit, Krämpfen, Leber- und Nierenschäden sowie zu einer Lähmung des Nervensystems führen können.