Ich prophezeie: Pflanzt du diesen mehrstämmigen Baum in deinen Garten, wird es Komplimente hageln. Der japanische Blumenhartriegel ist einfach ein Star unter den eleganten Gehölzen. Ich verrate dir, was ihn so besonders macht.
Manchmal kauft man eine Pflanze mit einer ziemlich genauen Vorstellung im Kopf und trotzdem überrascht sie einen komplett.
Genau so ging es uns mit unserem japanischen Blumenhartriegel. Wir wollten einen mehrstämmigen Strauch oder Kleinbaum vor unser Esszimmerfenster pflanzen. Filigran sollte er aussehen, elegant wachsen, im Frühling weiß blühen und im Herbst bitte auch noch schön aussehen. Ach ja, robust sollte er natürlich auch sein. Die eierlegende Wollmilchsau unter den Gartenbäumen also.
Und dann kam plötzlich dieser Moment, in dem ich dachte: Okay wow. Dieser Baum hält alles, was mir in der Baumschule versprochen wurde.
Der japanische Blumenhartriegel lässt sich etwas Zeit
Wir haben den Cornus kousa, so ist der lateinische Name des japanischen Blumenhartriegels, Anfang des Jahres in einer Baumschule in Köln gekauft. Zu diesem Zeitpunkt sah er ehrlich gesagt noch etwas unspektakulär aus. Die elegante trichterförmige Wuchsform und die filigranen Äste konnte man natürlich erkennen.
Aber ihn sich blühend vorstellen? Das war schwierig. Also mussten wir den Aussagen der Gärtnerin vertrauen, die beteuerte, dass der japanische Blumenhartriegel ein wahres Blühwunder sein solle.
Ich muss gestehen: Zwischendurch wurde ich tatsächlich ungeduldig und skeptisch. Während überall in der Nachbarschaft schon Magnolien, Kupferfelsenbirnen und Zierkirschen blühten, passierte bei unserem Blumenhartriegel blütentechnisch lange überhaupt nichts.
Im April zeigten sich dann unauffällige kleine grüne Blättchen. Ich fragte mich ernsthaft, ob wir die falsche Sorte verkauft bekommen hatten, als auch Anfang Mai immer noch kein Weiß zu sehen war.
Dann kam die weiße Blütenwolke
Doch dann, als es Mitte Mai endlich sonniger und wärmer wurde, passierte es: Die grünen Blätter wurden Tag für Tag heller und schließlich cremeweiß. Sie wurden größer und größer und dann Wow! Der Baum sah aus wie eine cremeweiße Blütenwolke. Fast schon unwirklich schön.
Das Spannende am japanischen Blumenhartriegel ist: Er blüht deutlich später als viele andere Blütenbäume. Während andere Frühlingsblüher ihre schönsten Tage oft schon hinter sich haben, legt der Cornus kousa erst richtig los. Er verlängert quasi den Frühling und blüht bei mir im Garten gleichzeitig mit den weißen Beetrosen, was einfach toll aussieht.
Wobei der Begriff „Blüten“ beim japanischen Blumenhartriegel botanisch betrachtet nicht ganz korrekt ist. Die großen weißen Blätter sind sogenannte Hochblätter. Die eigentlichen Blüten sitzen als kleine grüne Kugeln in der Mitte. Ganz ehrlich? Dieser Baum sieht aus wie gemalt.
Je nach Sorte variieren Blüten und Farbe
Japanische Blumenhartriegel gibt es in verschiedenen Sorten. Unserer ist die cremeweiße Sorte „China Girl“.
Die cremefarbenen, etwas schmaleren und spitz zulaufenden Hochblätter wirken eleganter als Sorten mit runderen Blättern. Dazu kommt diese wunderschöne etagenartige Wuchsform, die den Baum so leicht und elegant aussehen lässt. Besonders schön finde ich auch die glatte graubraune Rinde. Selbst im Winter, wenn keine Blätter mehr dran sind, sieht der Baum deshalb noch interessant aus. Und genau das wollten wir eigentlich erreichen: Einen Blickfang, der das ganze Jahr über schön aussieht.
Im Spätsommer bekommt der Baum sogar essbare Früchte
Was ich vorher übrigens nicht wusste: Aus den kleinen Blüten in der Mitte entwickeln sich später rote Früchte. Sie sehen ein bisschen aus wie kleine exotische Kugeln und sind beim Cornus kousa sogar essbar. Anders als beim amerikanischen Hartriegel, dem Cornus florida. Bei diesem Baum sind die Früchte giftig. Achte bei der Baumauwahl also genau auf den Namen.
Neben den Blüten und den Früchten ist auch die spektakuläre Herbstfärbung ein Markenzeichen des japanischen Blumenhartriegels. Er leuchtet in den schönsten Orange- und Rottönen.
Was viele Gartenfans außerdem schätzen: Der japanische Blumenhartriegel gilt als robuster und weniger anfällig für Pilzkrankheiten als der amerikanische Blumenhartriegel (Cornus florida). Gerade wenn man nicht ständig irgendwelche empfindlichen Pflanzen päppeln möchte, ist das ein riesiger Vorteil.
Das solltest du beim Standort beachten
Einen kleinen Haken gibt es allerdings. Der Cornus kousa mag zwar Helligkeit, aber pralle Mittagssonne findet er eher schwierig. Bekommt er zu viel direkte Sonne ab, können die Blattspitzen braun werden. Er bekommt also eine Art Sonnenbrand.
Am wohlsten fühlt er sich deshalb:
- halbschattig bis sonnig
- geschützt vor knalliger Mittagshitze
- in gleichmäßig feuchter Erde
Ganz wichtig: Staunässe mag er überhaupt nicht. Darauf sollte man wirklich achten, denn dauerhaft nasse Wurzeln können faulen. Während der aktuellen Hitzewelle und weil der Baum erst vor wenigen Wochen eingepflanzt wurde, gieße ich ihn aktuell jeden Abend. Ist es nicht so heiß, reicht auch ausdauerndes Gießen alle drei Tage.
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