Sommer, Sonne, Grill an und plötzlich brennt der Garten. Ein Brandmeister erklärt, welche Grill- und Gartenfehler besonders gefährlich sind, wie schnell Hecken & Co. Feuer fangen und was bei Verbrennungen wirklich hilft.
Der Sommer ist da. Kein Wunder, dass viele Gartenbesitzer und Hobbygärtner jetzt den Grill rausholen und das schöne Wetter mit einer Bratwurst, einem Steak oder einem Halloumi-Spieß genießen. Allerdings bedeutet ein grüner Außenbereich nicht nur Erholung, sondern auch jede Menge Arbeit. Gerade Unkraut sprießt jetzt wieder munter zwischen den Pflastersteinen. Um es zu entfernen, greifen viele zu sogenannten Abflammgeräten.
Klingt erstmal harmlos, aber dein Grill und dein Unkrautbrenner können schnell dafür sorgen, dass Hecken, Sträucher, Zäune, das Carport und sogar Gartenhäuser Feuer fangen. Darauf weist auch Brandmeister und Rettungssanitäter Adrian Prengel (29) aus Wandlitz hin. Im exklusiven Interview erklärt er, warum viele Menschen die Gefahr unterschätzen und was im Ernstfall zu tun ist.
Brandgefahr im Garten: Warum dein Grill zur Feuerfalle werden kann
Gerade ein Holzkohlegrill erzeugt beim Grillen heiße Glutpartikel, die vom Wind mehrere Meter weit getragen werden können. Treffen diese heißen Glutpartikel auf trockene Pflanzen oder Gartenabfälle, kann sich in wenigen Sekunden ein Feuer entwickeln. Besonders gefährdet sind Hecken aus Thuja, Zypressen oder Bambus. Die Hecken sehen von außen oft frisch und grün aus, sind in der Sommerzeit aber im Inneren häufig extrem trocken. Manche Pflanzen enthalten zusätzlich ätherische Öle, die wie ein Brandbeschleuniger wirken können. Wenn die Hecken zu nah am Haus gepflanzt wurden, kann das Feuer von den Pflanzen auch schnell auf das Gebäude überspringen.“ erklärt Brandmeister und Rettungssanitäter Adrian Prengel. "Auch der Unkrautbrenner kann so schnell zur Gefahr werden: Kleine, glimmende Unkrautreste können vom Wind verweht werden und dabei Hecken oder anderes brennbares Material entzünden." fügt der Experte hinzu.
Grillen im Garten: Mit diesen Sicherheitsregeln verhinderst du Brandgefahr
Damit bei deinem nächsten Grillabend nur die Kohle im Grill brennt und nicht der halbe Garten, solltest du den Grill niemals direkt neben Hecken, Zäunen oder Gartenmöbeln aufstellen. Halte am besten einen Sicherheitsabstand von mindestens zwei bis drei Metern zu allen brennbaren Materialien im Garten ein und behalte auch trockene, herunterhängende Äste im Blick. Stelle den Grill auf einen festen, ebenen Untergrund, halte Kinder sowie Haustiere wie Katzen und Hunde unbedingt fern und habe immer einen Gartenschlauch oder idealerweise einen Feuerlöscher in Griffweite.
Grillasche richtig entsorgen: Brandmeister warnt vor diesem häufigen Fehler
Viele Hecken, Zäune oder Gartenhäuser geraten nicht nur während des Grillens, sondern auch danach in Brand. Das liegt in der Regel daran, dass die heiße Asche viel zu früh entsorgt oder in eine Mülltonne aus Kunststoff gekippt wird. Auch noch Stunden später können sich noch Flammen entwickeln.
"Feuer entsteht immer dann, wenn drei Faktoren zusammenkommen: Sauerstoff, eine Zündquelle und brennbares Material. Sind diese Komponenten in einer Mülltonne in der richtigen Mischung vorhanden, kann sich schnell eine Flamme entzünden. Deshalb sollte Grillkohle nach dem Grillabend stets vollständig auskühlen, am besten über Nacht", erklärt der Brandmeister.
Verbrennung im Garten? So reagierst du laut Rettungssanitäter richtig
Aber wie reagiert man richtig, wenn man sich beim Löschen eines Brandes im Garten verletzt hat? Brandmeister und Rettungssanitäter Adrian Prengel rät dann dazu, die Brandverletzung unter lauwarmem Wasser nicht länger als 10 Minuten zu kühlen. "Bei schweren Verbrennungen verliert der Körper viel Flüssigkeit über die geschädigte Haut. Dadurch kann es zu einem sogenannten Volumenmangelschock kommen: Der Kreislauf bricht zusammen, weil dem Körper zu wenig Flüssigkeit und Blutvolumen zur Verfügung stehen“, warnt der Experte. In solchen Fällen gilt: sofort die 112 anrufen und sich umgehend im Krankenhaus behandeln lassen.
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