Aktualisiert: 04.06.2021 - 14:57

Das sollten Sie beachten Ein Minischwein als Haustier? Tipps für eine artgerechte Haltung

Von Katharina Lindner

Ein kleines Ferkel ist niedlich. Aber: Auch Minischweine werden groß!

Foto: Getty Images/SherryL18

Ein kleines Ferkel ist niedlich. Aber: Auch Minischweine werden groß!

Spätestens nach "Ein Schweinchen namens Babe" oder "Rennschwein Rudi Rüssel" träumen viele Leute von einem Minischwein als Haustier. Aber ist das so einfach zu handhaben wie Hund oder Katze? Lesen Sie, was Sie bei der Haltung beachten müssen.

Minischweine sind intelligenter als Hunde und können innerhalb kürzester Zeit Kommandos wie "Sitz" oder "Komm" erlernen. Kein Wunder also, dass in Deutschland mehrere tausend von ihnen als Haustier gehalten werden. Wir sagen Ihnen, worauf Sie bei der Minischwein-Haltung achten müssen, damit Sie eine harmonische Zeit miteinander verbringen können.

Was ist ein Minischwein?

Als Minischwein wird ein kleinwüchsiges Hausschwein bezeichnet. Eine andere gängige Bezeichnung ist "Minipig" oder "Teacup-Schwein". Die Heimtierhaltung der Schweine begann vor einigen Jahren in Amerika, doch mittlerweile ist es auch in Europa nicht unüblich, sich ein Minischwein als Mitbewohner ins Haus zu holen.

Doch die süßen Ferkel bleiben nicht immer so kompakt: Im Durchschnitt beträgt die Schulterhöhe eines ausgewachsenen Minischweins etwa 50 Zentimeter. Die Körperlänge reicht etwa von 80 bis 100 Zentimetern. Voll ausgewachsen sind die Tiere in etwa in einem Alter von vier Jahren. Minischweine werden bis zu 100 Kilogramm schwer und können bis zu 15 Jahre alt werden.

Die Anschaffung sollte daher wohlüberlegt sein. Schließlich müssen Sie sich eine lange Zeit um ihren neuen Mitbewohner kümmern.

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Optimale Wohnverhältnisse

Schaffen Sie sich nur ein Minischwein an, wenn es Ihre Wohnverhältnisse erlauben! Ein Schwein braucht viel Platz und Auslauf. Die Tiere sollten nur in einem Haus oder in einer Wohnung gehalten werden, wenn die Möglichkeit besteht, dass sie regelmäßig nach draußen können. Ein Garten oder eine Grünfläche sollte deshalb unbedingt vorhanden sein. Ein zusätzlicher Stall schafft optimale Haltungsbedingungen.

Wichtig: Schweine haben einen angeborenen Wühltrieb. Ihr Garten wird also ganz sicher in Mitleidenschaft gezogen.

Im Haus brauchen die Minischweine auf jeden Fall einen Ort, an den sie sich zurückziehen können, um ihre Ruhe zu haben. Ihrem neuen Mitbewohner sollten Sie deshalb unbedingt einen eigenen Schlafplatz einrichten. Dieser kann mit Heu, Stroh oder einen Decke ausgelegt sein.

Die Tiere können übrigens unheimlich laut werden. Denken Sie also auch an Ihre Nachbar:innen und Ihre:n Vermieter:in. Wenn diese das Tier von vornherein akzeptieren, kann Ihnen das eine Menge Stress und Ärger ersparen.

Minischweine und andere Tiere

Tierschützer:innen raten dazu, Minischweine nicht einzeln zu halten, da sie ein sehr ausgeprägtes Sozialverhalten haben. Die Tiere brauchen Gesellschaft von ihren Artgenossen, damit sie sich nicht langweilen und nicht aggressiv werden.

Mit anderen Haustieren vertragen sich Schweine jedoch nicht ganz so problemlos. Ein zusätzlicher Hund oder eine Katze sollten also gut überlegt sein. Werden die Tiere nicht gut aneinander herangeführt, kann es zu Konflikten und aggressivem Verhalten kommen.

Übrigens: Lassen Sie niemals Kleinkinder alleine mit einem Minischwein. Das Tier könnte es als einen Rivalen ansehen und es angreifen.

Erziehung

Obwohl Minischweine sehr intelligent sind, müssen Sie trotzdem viel Geduld aufbringen, um die Tiere richtig zu erziehen. Wenn Sie dem Tier einmal etwas erlaubt haben, ist es schwierig, ihm beim nächsten Mal die Sache wieder zu verbieten. Durfte das Schwein zum Beispiel an einem Tag neben Ihnen auf dem Sofa liegen, dann kostet es unheimlich viel Mühe, ihm dieses Verhalten für die Zukunft wieder abzutrainieren.

Ein Minischwein ist noch nicht stubenrein, wenn es zu Ihnen kommt. Sie müssen es daran gewöhnen, entweder im Freien oder inhäusig sein Geschäft zu erledigen. Im Haus stellen Sie am besten Kisten oder Katzenklos auf, die mit Einstreu oder Sand gefüllt sind.

Futter und Kosten

Minischweine sind eigentlich Allesfresser, doch am liebsten verputzen sie Grünzeug. Dennoch sollte man nicht auf eine Basisfuttermischung verzichten. Eine Alternative zu Fertigfutter ist es, seinem Tier eine spezielle Mischung selbst anzurühren. Hierfür können Sie Getreideschrot mit etwas Wasser zu einem Brei vermengen und einen Mineralzusatz (im Fachhandel erhältlich) hinzugeben. Verschiedene Sorten Früchte und Gemüse sowie trockenes Brot, Gras oder Stroh können zudem nach Belieben untergemischt oder separat gefüttert werden. Die Tiere brauchen natürlich auch täglich frisches Wasser. Mastfutter ist für Minischweine nicht geeignet.

Süßes Minischwein wird gefüttert.

Die Futtermenge richtet sich nach Alter und Größe des Schweins. Die Nahrungsaufnahme sollte sich auf ein bis zwei Prozent des Körpergewichts beschränken. In der Regel werden die Tiere morgens und abends gefüttert. Ist Ihr Haustier zu dick, müssen Sie es auf Diät setzen.

Die Preise für Minischweine liegen zwischen 150 und 700 Euro. Unterschätzen Sie außerdem nicht die Kosten für regelmäßige Tierpraxisbesuche. Vierbeiner im Vergleich: So viel kosten Haustiere im Laufe ihres Lebens!

Minischwein als Haustier – ja oder nein?

Minischweine sind und bleiben Nutztiere – zumindest auf dem Papier. Das bedeutet, dass für die Tiere alle Vorschriften gelten, die auch für die Landwirtschaft gelten. Beachtet werden müssen zum Beispiel Vorschriften bei der Fütterung oder der Einzäunung des Geländes. Die Tiere müssen zudem bei behördlichen Institutionen gemeldet werden.

Wenn Sie nicht ausreichend Platz und Geduld haben, ist eine Minischwein-Haltung nicht das Richtige für Sie! Falls Sie aber die Geduld und die Liebe aufbringen, sich tatsächlich um das Tier zu kümmern, wird das Tier schon bald ein treuer Begleiter.

Sollten Sie sich dazu entschließen, ein Minischwein als Haustier zu halten, informieren Sie sich bitte noch ausführlicher. Unsere Übersicht kann Ihnen nur einen ersten Überblick verschaffen.

Ganz wichtig: Egal, für welches Haustier Sie sich entscheiden, Sie sollten sich immer im Klaren darüber sein, dass Sie sich ein Lebewesen nach Hause holen, um das sie sich kümmern müssen. Sie müssen es versorgen und idealerweise auch genügend Zeit aufbringen, um sich ausreichend mit ihm zu beschäftigen. Erfüllen Sie diese Anforderungen nicht, tun sie dem Tier und sich selbst keinen Gefallen!

Quellen: haustier.net, planet-wissen.de, welttierschutz.org

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