07.12.2016

KURZ NACHGEFRAGT Wie vermeiden wir Versorgungsmängel bei veganer Ernährung?

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Mit veganer Ernährung muss man keinesfalls auf Genuss verzichten.

Foto: istock/mediaphotos

Mit veganer Ernährung muss man keinesfalls auf Genuss verzichten.

Der Verzicht auf Fleisch, Käse und Eier kann Folgen haben. Was dagegen hilft, erklärt uns Ernährungswissenschaftler Dirk Neuberger.

BILD der FRAU: Viele verzichten auf Fleisch und andere tierische Produkte. Bietet die Pflanzenkost gesundheitliche Vorteile?

Dirk Neuberger: Wer sich überwiegend oder rein pflanzlich ernährt, leidet nachweislich seltener an Bluthochdruck, Diabetes und Fettstoffwechselstörungen. Das wirkt sich positiv auf Herz und Kreislauf aus.

In Fleisch & Co. stecken ja Nährstoffe. Fehlt es Veganern an irgendetwas?

Es kann leichter zu einer Unterversorgung kommen als bei Vegetariern, die Eier und Milchprodukte essen. Besonders für Vitamin B12 und D, Kalzium, Eisen, Jod, Zink, Selen und bestimmte Omega-3-Fettsäuren stellen tierische Produkte ergiebigere Quellen dar. Der Körper kann sie besser verwerten.

Gibt es auch pflanzliche Nährstoffquellen?

Ja, die sind für Veganer wichtig: Kalzium liefern Brokkoli, Grünkohl, Spinat und bestimmte Mineralwässer. B-Vitamine, Eisen, Zink und Selen stecken in Vollkornprodukten, Soja, Hülsenfrüchten und Nüssen. Angereichertes Speisesalz erhöht die Jodzufuhr. Ein wenig Vitamin D ist in Pilzen enthalten. Häufige Aufenthalte im Freien tragen dazu bei, dass der Körper selbst Vitamin D bildet. Das funktioniert allerdings im Herbst und Winter in unseren Breiten nicht so gut.

Nun fehlen noch B12 und Fettsäuren, oder?

Ja - die fehlen im wahrsten Sinne des Wortes. Vitamin B12 ist höchstens in Sauerkraut und Shiitake-Pilzen enthalten. Das aber viel zu gering. Zwar reichen die Speicher im Körper mehrere Jahre aus. Wenn sie aber erschöpft sind, kann es zu Nervenfunktionsstörungen kommen.

Und wie vermeidet man eine Versorgungslücke?

Geeignete, qualitativ hochwertige Nahrungsergänzungsmittel sind zu empfehlen. Auch für die Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren: Sie stecken zwar in bestimmten Pflanzenölen, die wichtigsten aber nur in Fischen wie Lachs, Makrele, Hering. Ihnen dienen Mikroalgen als Futter. Für Veganer gibt es Kapseln (z. B. Doppelherz system OMEGA-3 VEGAN, Apotheke), mit hochwertigem Algenöl.

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Dieser Artikel erschient ursprünglich in der BILD der FRAU Nr. 45.

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