Meine besten Tipps und Tricks

So viel nimmt man mit 5 Tagen Fasten wirklich ab

Brühe ist neben Wasser und ungesüßtem Tee beim Fasten erlaubt.
© iStock/ALLEKO
Brühe ist neben Wasser und ungesüßtem Tee beim Fasten erlaubt.

Im Februar beginnt traditionell die Fastenzeit. Auch ich versuche, jedes Jahr, eine Fastenwoche einzulegen. Neben dem Detox-Charakter ist für viele auch interessent, ob das beim Abnehmen helfen kann? Ich habe es fünf Tage lang ausprobiert! Und mein Selbstversuch zeigt: es kann sich wirklich lohnen!

Faste dich schlau: Diesen Effekt hat Fasten auf das Gehirn

Was ist beim Fasten erlaubt?

Die Vorstellung, tagelang nichts zu essen, macht vielen Menschen Angst – und das kann ich gut verstehen. Seit 5 Jahren faste ich jedes Jahr und habe immer noch Respekt vor den Tagen ohne Essen.

Durch den Verzicht auf Nahrung kommt der Körper in eine Notsituation und schaltet in den Hungerstoffwechsel. Was für eine Strapaze – körperlich und psychisch!

Es ist in jedem Fall ratsam, diesen Prozess von geschultem medizinischen Personal begleiten zu lassen. Ohne grünes Licht von deiner Hausärztin bzw. deinem Hausarzt solltest du nicht fasten.

Natürlich gibt es verschiedene Fastenformen, doch ich spreche hier von klassischen Fasten nach Buchinger, bei dem nur Wasser, ungesüßte Tees und klare Brühen erlaubt sind.

Was passiert beim Fasten?

In den ersten 24 Stunden

Zu Beginn der Fastenphase verbraucht der Körper vor allem die Reserven aus der Kohlenhydratspeicher (Leber und Muskeln), also Glykogen, die Speicherform von Zucker. Dabei wird viel Wasser frei.

Nach etwa ein bis zwei Tagen

Der Insulinspiegel sinkt deutlich, während Hormone wie Glukagon und Adrenalin steigen. Der Körper beginnt, Fettdepots abzubauen und Fettsäuren als Energiequelle zu nutzen.

Ab dem dritten bis fünften Tag

Der Stoffwechsel hat sich umgestellt und läuft jetzt überwiegend im sogenannten Ketose-Modus: Fett wird zur Hauptenergiequelle, der Eiweißabbau wird reduziert, um Muskeln möglichst zu schonen.

Nach 5 Tagen: Viel viele Kilogramm kann man abnehmen?

Fassen wir noch mal zusammen, was wir uns beim Fasten im Bezug auf unser Gewicht zunutze machen können:

  • wir leeren die Glykogenspeicher → es kommt zu einem hohen Wasserverlust → zu Beginn verlieren wir schnell Gewicht

  • da wir nichts zu uns nehmen, bleibt der Insulinspiegel niedrig → die Fettverbrennung steigt

  • es herrscht ein Kaloriendefizit → der Körper nutzt die Fettreserven

  • durch die Umstellung des Stoffewchsels auf Fettverbrennung (Ketose) → kann der Appetit sinken

Das Abnehmen in Zahlen – eine Beispielrechnung

Schauen wir uns eine Beispielrechnung dazu an: Nehmen wir an, der Grundumsatz liegt bei ca. 1500 Kalorien. Für die Fastenzeit wird eher moderate Bewegung, zum Beispiel Spaziergänge empfohlen. Setzen wir dafür 500 Kalorien an, landen wir bei 2000 Kalorien Gesamtumsatz.

Insgesamt ergibt das also ein tägliches Kaloriendefizit von 2000 Kalorien, was sich in fünf Tagen auf 10.000 Kalorien summiert. Ein Kilogramm Bauchfett entsprechen 7000 Kalorien – wir nehmen also in dieser Zeit etwas mehr als ein Kilogramm ab.

Auf der Waage sieht der Gewichtsverlust sogar noch besser aus. Durch den hohen Wasserverlust in den ersten Tagen stehen hier wahrscheinlich circa 2 bis 3 Kilogramm weniger. Aus eigener Erfahrung kann ich bestätigen, dass ich in einer Fastenwoche, in der ich sehr aktiv war und auch viel Fahrrad gefahren bin, schon mal 5 Kilogramm abgenommen habe.

Immerhin musst du dir über das Thema Muskelabbau beim fasten bis zu fünf Tagen keine Gedanken machen. Der wird ab Tag fünf bis sieben spürbar und macht sich beim Langzeitfasten möglicherweise auf der Waage bemerkbar. Ein Eigentor, denn schließlich verbrauchen Muskeln Energie und helfen so beim Abnehmen.

Eignet sich das Fasten also zum Abnehmen?

Die kurze Antwort: leider nein. Sobald wir wieder normal essen, wird der Körper seine Kohlenhydratspeicher füllen und damit das verlorene Wasser einlagern. Zack, sind die restlichen Kilogramm wieder drauf. Das Gewicht im Darm kommt ebenfalls wieder hinzu und innerhalb kürzester Zeit entspricht das Gewicht wieder annähernd dem Ausgangsgewicht.

Lediglich das eine Kilogramm aus dem Kaloriendefizit dürfte erhalten bleiben. Eine ganz schön geringe Ausbeute!

Warum das Fasten – aus meiner Sicht – dennoch beim Abnehmen hilft

Ich kann das Fasten dennoch fürs Abnehmen empfehlen. Mal abgesehen von dem entgiftenden Potenzial einer Fastenkur passt sich unser Körper den Bedingungen sehr schnell an und davon profitiert man nach der Kur.

Beim Fasten sinkt das Hungergefühl schon nach den ersten schwierigen Tagen deutlich, weil der Körper die Hungerhormone – darunter Ghrelin und Leptin – herunterregelt und sich an „weniger oder kein Essen“ gewöhnt. In der Praxis bedeutet das, dass ich in den ersten Wochen nach dem Fasten weniger Hunger habe und die Sättigung auch schneller einsetzt – und das ist es ja, was beim Abnehmen hilft.

Deshalb leite ich mit einer Fastenwoche gern eine Ernährungsumstellung ein, mit der sich gesund und langfristig abnehmen lässt.

Du willst abnehmen? Dann könnten dich diese Themen interessieren:

Weitere Abnehmtipps findest du hier.

Quellen:
Maxinutrition.de, Cummings DE et al. "A Preprandial Rise in Plasma Ghrelin Levels Suggests a Role in Meal Initiation" NEJM (2001), Wolfe RR "Effects of fasting on protein metabolism in man" in The American Journal of Clinical Nutrition (1992)
Mehr zum Thema
Inhalte durchsuchen: