02.10.2018

Libido in der Menopause Luststeigerung in den Wechseljahren: Das können Sie dafür tun!

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Die Menopause ist da - und plötzlich geht nichts mehr im Bett? Das können Sie gegen die Lustlosigkeit in den Wechseljahren tun.

Foto: iStock/PeopleImages

Die Menopause ist da - und plötzlich geht nichts mehr im Bett? Das können Sie gegen die Lustlosigkeit in den Wechseljahren tun.

Sie haben kein Bedürfnis nach körperlicher Nähe und jede Berührung ist Ihnen zuviel? Was sind die Ursachen gegen die erotische Flaute im Bett?

Um es vorweg zu nehmen: Jedes Gefühl ist in Ordnung, niemand erwartet sexuelle Höchstleistungen, und der regelmäßige Liebesakt ist auch kein Garant für eine gute Partnerschaft. Wenn Sie sich selbst aber nach mehr Lust sehnen, und wenn die Partnerschaft darunter leidet, lohnt es sich genauer hinzuschauen. Das können Sie zur Luststeigerung in den Wechseljahren tun.

Keine Lust auf Sex – das trifft natürlich nicht auf jede Frau jenseits der 50 zu. Viele erleben gerade jetzt erotische Hochzeiten, in einer Zeit, in der die Kinder aus dem Haus sind, der familiäre Stress sich gelegt hat, Verhütung keine Rolle mehr spielt und wieder mehr Zeit für Zweisamkeit da ist.

Luststeigerung in den Wechseljahren – die Ursachen für die Lustlosigkeit

Andere wiederum erleben die Menopause als etwas Belastendes. Ca. 30 Prozent der Frauen ab 50 Jahren leiden nach eigenen Angaben unter Ihrer sexuellen Unlust. Was sind die Ursachen?

Der Körper produziert in den Wechseljahren weniger Östrogen und Gestagen. Die Folge ist eine schlechtere Durchblutung der Scheidenschleimhaut, die Vaginalhaut wird dünner und empfindlicher und verliert an Feuchtigkeit und Elastizität. Beim Liebesakt können Trockenheit und Dünnwandigkeit zu Schmerzen führen. Der Gedanke dran lässt viele Frauen in der Folge vor dem Verkehr zurückschrecken.

Doch nicht nur die Hormonveränderung kann der Grund für die Lustlosigkeit in den Wechseljahren sein. Auch ganz individuelle, psychische Belastungen erschweren manchmal die Entspannung, eine der Voraussetzungen für sexuelle Erregung. Werden die eigenen Eltern zum Beispiel hilfsbedürftig oder gibt es Probleme in der Partnerschaft, kann das die Seele belasten. Vor allem die Tatsache, dass die fruchtbare Zeit vorbei ist, dass der Körper sich irreversibel und grundlegend verändert hat, ist für einige Frauen ein Problem, mit dem sie erst langsam fertig werden. Hinzu kommen physische Beschwerden wie Schlaflosigkeit, Hitzewallungen, Ermüdung und das Gefühl nicht mehr so belastbar zu sein.

Luststeigerung in den Wechseljahren – Hormontherapie oder Homöopathie?

Durch den hormonellen Wechsel in der Menopause hat sich zwar die Grundfeuchtigkeit der Vagina im Normalzustand verändert, allerdings gilt das nicht für den erregten Zustand. Denn die Feuchtigkeit, die durch Erregung entsteht, funktioniert unabhängig von Hormonen. Nehmen Sie sich also mehr Zeit für ein schönes Vorspiel, und sollte das nicht genügen, helfen Sie mit Gleitmitteln nach. Auch spezielle Hormoncremes helfen gegen Vaginalbeschwerden. Achten Sie hier darauf, dass die Präparate alkoholfrei sind, um die Flora Ihrer Vagina zu schützen.

Wenn trotz dieser Hilfen Beschwerden wie Trockenheit oder sogar Schmerzen beim Verkehr nicht abklingen, ist eine medikamentöse Therapie mit Hormonpräparaten denkbar. Mediziner raten allerdings zur Formel: so niedrig dosiert wie möglich, so kurz wie nötig. Der Grund: Mögliche Nebenwirkungen sind noch nicht abschließend geklärt. Deshalb sollten Sie sich immer fragen, in welche Verhältnis die Einnahme von Medikamenten zu Ihrer Situation steht.

D.h. ist Ihre sexuelle Lustlosigkeit so beeinträchtigend für Sie, dass Sie medizinische Hilfe benötigen? UND: Eine solche Therapie bekämpft nur die Symptome und nicht die Ursachen. Wenn diese zum Beispiel psychischer Natur sind, benötigen Sie professionelle Hilfe! Tipp: Fragen Sie Ihren Arzt, ob er eine Hormontherapie für sinnvoll hält, nachdem Sie sich selbst mit Ihren Bedürfnissen und Ihren Risikofaktoren auseinander gesetzt haben.

Dagegen ist ein Kraut gewachsen

Wer den Kosten-Nutzen-Faktor für sich anzweifelt, kann auf rezeptfreie pflanzliche bzw. homöopathische Hilfsmittel aus der Apotheke zurückgreifen. Lassen Sie sich hier eingehend beraten: Für Scheidentrockenheit z.B. eignet sich Natrium chloratum D12, das den Wasserhaushalt reguliert. Haben Sie aber dagegen mehr mit Niedergeschlagenheit zu tun, kann Cimicifuga D6 ein gutes Mittel sein. Auch Johanniskraut-Extrakt kann stimmungsaufhellend wirken und damit auch eine Luststeigerung in den Wechseljahren hervorrufen. Sprechen Sie aber auch vor der Einnahme von homöopathischen Mitteln immer mit Ihrem Arzt!

Luststeigerung in den Wechseljahren durch Lebensmittel und Sport?

Auch gesunde Ernährung mit Leinöl, Hanföl oder Chiasamen, die wichtige Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren enthalten, trägt zu einem ausgeglichenen Hormonhaushalt bei und sorgt für Feuchtigkeit und Spannkraft der Haut. Granatäpfel, Hülsenfrüchte, Getreidekleie, Salbei und Soja enthalten Phytoöstrogene und können so die Libido ankurbeln. Die richtige Ernährung in den Wechseljahren kann viel ausmachen.

Sport ist immer gut, so auch für Ihren Östrogenspiegel. Durch körperliche Betätigung kurbeln Sie Ihren Serotoninstoffwechsel wieder an und sorgen für eine stärkere Ausschüttung von Glückshormonen. Wie wäre es z.B. mit Hormonyoga? Diese besondere Yogaform kann Wechseljahrs-Beschwerden lindern, Schilddrüse und Nebennieren stärken und für eine Ankurbelung des weiblichen Sexualhormons Östradiol sorgen.

Die Beckenbodenmuskulatur verliert im Laufe der Jahre an Stabilität und wird schlechter durchblutet. Dadurch lässt auch die Kontrolle der Blase nach. Oft ist die Kombination aus Angst vor unerwünschtem Urinaustritt und abnehmender Empfindsamkeit der Vagina einer der Auslöser für nachlassende sexuelle Lust. Gegen die Erschlaffung der Muskulatur können Sie aber mit regelmäßigem Beckenbodentraining etwas tun. Regelmäßiges bewusstes Anspannen und Loslassen der Muskeln sorgen für einen wiedererstarkten Beckenboden und eine Luststeigerung in den Wechseljahren durch erhöhtes Lustempfinden.

Was kann ich in der Partnerschaft zur Luststeigerung in den Wechseljahren tun?

Dass das Interesse an Sex in einer langen Partnerschaft abnimmt, ist normal und sagt nichts über den Zustand einer Beziehung aus. Mit diesen einfachen Fragen finden Sie heraus, welche Bedeutung die sexuelle Abstinenz für Sie hat.

  • Seit wann haben Sie keine Lust mehr?
  • Haben Sie zur Zeit psychischen Stress in Familie oder Job?
  • Welche Bedeutung hat Sex generell für Sie?
  • Gefällt Ihnen wie sich Ihr Partner Ihnen gegenüber im Bett verhält?
  • Hat Ihr Partner Probleme mit seiner Sexualität (Erektionsstörungen, vorzeitiger Samenerguss)?
  • Haben Sie Schmerzen beim Sex?
  • Nehmen Sie regelmäßig Medikamente ein?
  • Wie reagiert Ihr Partner auf ihre sexuelle Unlust?

Wie Sie an der Anzahl der Fragen sehen, sind die Gründe für sexuellen Unlust vielfältig und sehr persönlich. Deshalb gibt es auch kein Allgemeinrezept für mehr Spaß im Bett.

Zeit, Geduld und Experimentierfreude: So klappt's wieder mit dem Partner

Eines lässt sich aber sagen, und das gilt nicht nur für ältere Paare, nehmen Sie sich Zeit füreinander, sprechen Sie über Ihre Wünsche, probieren Sie aus, und gehen Sie mit viel Humor an die Sache. Versuchen Sie, Routinen zu durchbrechen, experimentieren Sie und bringen Sie frischen Wind in Ihren Alltag – dann klappts auch mit der Luststeigerung in den Wechseljahren.

Denn was Sex alles für den Körper tut? Es verbessert zum Beispiel das Gedächtnis.

Hilfreiche Tipps finden Sie auf unserer Themenseite Sex-Wissen. Mehr zum Thema Wechseljahre finden Sie hier..

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