Arbeiten im Pfandleihhaus

Pfandleihhaus: Eine Expertin gibt spannende Einblicke in ihren Alltag

Anika mit dem „Bestseller“ – Schmuck aus Gold und Silber.
© Georg Lukas
Anika mit dem „Bestseller“ – Schmuck aus Gold und Silber.

Über eine Million Menschen gehen jedes Jahr ins Pfandleihhaus, wenn sie schnell Geld brauchen. Pfandleiherin Anika Schumachers (43) aus Krefeld erzählt, wer kommt und welche Schätze verpfändet werden. 

Wer schnell und unkompliziert Bargeld benötigt, kann Wertgegenstände wie Uhren, Schmuck, Elektronik oder andere Gegenstände durch das Fachpersonal im Pfandleihhaus bewerten lassen und sich einen Anteil des Werts als Sofort-Darlehen auszahlen lassen. 

Der Pfandkredit muss inklusive etwaiger Gebühren und Zinsen innerhalb einer bestimmten Frist zurückgezahlt werden. Nur dann erhält man den Wertgegenstand zurück. 

Wird der Wertgegenstand nicht innerhalb der Frist abgeholt, wird er in der Regel öffentlich versteigert. 

Gerade aufgrund der unbürkoratischen Vorteile, sind Pfandleihhäuser eine attraktive Möglichkeit, um kurzfristig einen Kredit zu erhalten. 

"Bild der Frau"-Redakteurin Iris Koch hat mit Pfandleiherin Anika Schumachers (43) aus Krefeld gesprochen. Sie gibt spannende Einblicke aus ihrem abwechslungsreichen Arbeitsalltag im Pfandleihhaus. 

Interview mit Pfandleiherin Anika Schumachers (43) aus Krefeld

Liebe Frau Schumachers, warum haben Sie diesen Beruf gewählt? Unsere Familie ist seit 153 Jahren in diesem Geschäft (pfandhausschumachers.de). Ich bin da hineingeboren.

Was wird verpfändet? Gold und Silber, Schmuck, hochwertige Uhren oder neueste Technik. Es gibt Kollegen, die nehmen Autos.

Kommen in diesen teuren Zeiten mehr Leute? Die Zahl der Kunden ist extrem angestiegen. Grund ist der hohe Goldpreis, der aktuell bei etwa 145 Euro pro Gramm liegt. Vor zwei Jahren stand er bei 60 Euro. Da trennt man sich von Herzenssachen – wie dem Ehering der verstorbenen Oma.

Wie hoch ist Ihr Zinssatz? Ein Prozent der ausgezahlten Summe pro Monat und Bearbeitungsgebühren.

Wie lange bleiben die Sachen bei Ihnen? Im Schnitt vier, fünf Monate. Werden sie nicht abgeholt, gehen sie in die Versteigerung. Mehr als 90 Prozent der Kunden holen ihre Sachen wieder ab!

Kann man bei Ihnen auch Schmuck kaufen? Ja, günstiger als beim Juwelier. In unserem Onlineshop gibt es Artikel aus Gebraucht- und Neuware.

Woran erkenne ich ein seriöses Pfandhaus? Wichtig ist die Mitgliedschaft im Deutschen Pfandkreditverband. Und bitte Bewertungen lesen und Preise vergleichen.

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