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Eisheilige, Muttertag, Vatertag: Das sagt der Wetterexperte zum Mai-Wetter 2026

Junger Mann im blauen Hemd geht bei Sonnenuntergang durch hohes Gras und hält die Hand eines blonden Jungen, beide lächeln.
Wie wird wohl das Wetter zu Himmelfahrt? Wird der Vatertag sonnig und dem Ausflug mit der Familie steht nichts mehr im Weg?
© gettyImages/ kieferpix
Blonde, junge Frau lächelt in die Kamera. Sie trägt ein schwarzes Oberteil und steht im Freien. Im Hintergrund erkennt man verschwommen Bäume. Madeleine Liedke ist Online-Redakteurin bei BILD der FRAU.  | © Anne Zeidler
06.05.2026 • 04:55 Uhr
Madeleine Liedke

Bauernregeln zum Wetter im Mai gibt es viele – aber stimmen sie auch? Können sie wirklich Sonne, Regen oder sogar Frost voraussagen? Und was sagen sie über das Wetter an Vatertag? BILD der FRAU hat bei Wetterexperte Dominik Jung nachgefragt – seine Antwort überrascht.

"Der Mai bringt Blumen dem Gesichte, aber dem Magen keine Früchte" Kennst du diese Bauernregel? Für jeden Monat gibt es welche. Auch für den Monat Mai. Aber wie viel Wahrheit steckt dahinter? Und wer nutzt sie überhaupt noch? Kennst du die alten Bauernregeln?

Bauernregeln sind ja traditionelle Weisheiten oder Sprichwörter, die oft von bäuerlichen Familien oder in ländlichen Gemeinden verwendet werden, um das Wetter, landwirtschaftliche Aktivitäten oder andere Naturphänomene vorherzusagen.

BILD der FRAU hat bei Wetterexperte Dominik Jung nachgefragt. Sind Bauernregeln noch sinnvoll? Und wie wird das Wetter im Mai? 

Bauernweisheit zeigt: Deshalb ist ein kühler Mai Gold wert

Eisheilige: Sind die kalten Tage nur ein Mythos?

Für den Mai gibt es verschiedene Bauernregeln. Sie basieren oft auf langjährige Beobachtungen von Wetter- und Naturveränderungen und werden häufig in Form von Reimen oder kurzen Sätzen überliefert. Hier sind vier Beispiele und ihre Bedeutung: 

  • "Der Mai kühl und nass, füllt des Bauern Scheun' und Fass."

Diese Bauernregel bedeutet, dass ein kühler und feuchter Mai gute Bedingungen für die Landwirtschaft und den Ernteertrag sein kann.

  • "Morgenrot im Mai, nimmt der Bauern Hoffnung nie."

Ein roter Himmel am Morgen im Mai wird oft als Anzeichen für schlechtes Wetter interpretiert, das die Hoffnung der Bauern auf eine gute Ernte trüben kann.

  • "Mairegen bringt Segen."

Regen im Mai wird oft als positiv angesehen, da er das Wachstum von Pflanzen fördern und zur Ertragserhöhung beitragen kann.

  • "Im Mai viel Freude, dann gibt's auch gute Hude."

Eine Hude ist eine Weide für das Vieh. Diese Bauernregel besagt, dass ein angenehmer und freudiger Mai auch gute Weidebedingungen für das Vieh mit sich bringen wird.

Bauernregeln im Mai: Soviel Wahrheit steckt laut Wetterexperte dahinter

Wie viel Wahrheit steckt in Bauernregeln? Sind sie überhaupt noch sinnvoll? Genau das wollte BILD der FRAU von Wetterexperte Dominik Jung wissen.

BILD der FRAU: Lieber Herr Jung, was halten Sie von Bauernregeln?

Dominik Jung: Als Mann vom Fach, als Diplom-Meteorologe, der sich mit wissenschaftlichen Fakten auseinandersetzt, halte ich Bauernregeln nur eingeschränkt für verwertbar. Die sind über die Jahrhunderte gewachsen, sie passen eigentlich nur zufällig, wenn überhaupt. Wenn am 1. Mai Wind oder Sturm ist, soll es das ganze Jahr so sein? Schon diese Aussage allein ist völliger Humbug. Selbst wenn die Regeln vielleicht in Teilen mal zutreffend waren: Aufgrund der Klimaveränderung passt da ohnehin vieles nicht mehr. Vom Wetter des 1. Mais auf das gesamte restliche Jahr schließen zu wollen, ist unmöglich!

Also sind Bauernregeln wie "Windet's am ersten Mai, dann das ganze Jahr" oder "An Jacobi heiß und trocken, kann der Bauersmann frohlocken" totaler Quatsch?

Dominik Jung: All diese aufgeführten Regeln beziehen sich auf einen Tag und versuchen dann von diesem einen Tag aus eine Wetterprognose für die nächsten Wochen oder gar Monate zu machen. Das ist in der Tat alles Unsinn und hat mit seriöser Wissenschaft nichts zu tun. Es sollte dann auch weiterhin da stehen, wo es ist: auf unterhaltsamen Kalendern.

Prognose für Vatertag: So gut stehen deine Chancen auf Sonne

Wie wird das Wetter am Vatertag?

Dominik Jung: Zum jetzigen Zeitpunkt – neun Tage vorher – ist die Lage offen, aber zwei Szenarien zeichnen sich ab. Variante A: Hochdruckeinfluss setzt sich durch, dann freundlicher und sonniger Vatertag mit 22 bis 25 Grad. Variante B: Ein Atlantiktief schiebt sich weiter nach Osten, dann wechselhaft mit Schauern und einzelnen Gewittern bei 14 bis 18 Grad. ECMWF rechnet die Woche aktuell tendenziell zu mild gegenüber dem Klimamittel – Frost spielt keine Rolle. Wer eine Tour plant, sollte ab Wochenende noch einmal kurz in die Vorhersage schauen.

Zwischen Sonne und Schauern: Dieses Wetter erwartet dich am Muttertag

Im Mai jagt ein Feiertag den nächsten: Wie sieht es an Muttertag aus? Können wir in Deutschland im Garten mit der Mama grillen? Oder sitzen wir lieber im Wohnzimmer bei Kaffee und Kuchen?

Dominik Jung: Der Muttertag liegt in diesem Jahr genau am Übergang von einer trocken-warmen Phase in eine wechselhaftere Witterung. Nach aktuellem Stand der ECMWF-Berechnungen wird es im Süden und Westen häufig wolkig, mit regional einzelnen Schauern oder Gewittern und Werten zwischen 18 und 22 Grad. Im Nordosten bleibt es länger freundlich und trocken bei bis zu 23 Grad. Mein Tipp: Frühstück oder Kaffee auf der Terrasse funktioniert vielerorts. Wer abends grillen möchte, sollte am Freitag oder Samstag noch einmal die Vorhersage prüfen. Eine pauschale Wohnzimmer-Pflicht gibt es nicht.

Eisheilige 2026: Droht deinen Pflanzen wirklich noch Frost?

Vom 11. Bis 15. Mai sind auch wieder die Eisheiligen. Jetzt fragen sich Hobbygärtner*innen zurecht, ob es wieder zu Frost und kaputten Pflanzen kommen kann.

Dominik Jung: Nach aktueller Modelllage eher nicht. ECMWF-Hauptlauf und Ensemble berechnen für die Eisheiligen-Woche überwiegend zu warme Werte gegenüber dem Klimamittel 1991 bis 2020. Verbreitete Frostnächte halte ich für unwahrscheinlich, lokaler Bodenfrost im äußersten Norden bei klaren Nächten ist nicht ganz auszuschließen. Das eigentliche Thema 2026 dürfte aber ein anderes sein: kräftige Schauer und Gewitter mit Hagelpotenzial. Hagelschlag setzt empfindlichen Jungpflanzen genauso zu wie Frost. Hobbygärtner sollten in diesem Jahr also weniger den Frost als das Hagelrisiko im Blick behalten

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