Vogelfütterung unterm Bienenschwarm

Das brauchen Gartentiere im April jetzt wirklich

Die Nahaufnahme einer Carnica-Honigbiene mit einem Kolumnen-Logo.
© Mattias Nemeth

Im April wird es in meinem Garten wieder richtig lebendig: Gerade jetzt kann ich meine Gartentiere mit der passenden Vogelfütterung, frischem Wasser und einem wachsamen Blick auf Stall und Bienenschwarm ganz einfach unterstützen.

Meinen Reihenhausgarten erkennt man sogar auf Satellitenbildern. Er ist so etwas wie das letzte gallische Dorf, umgeben vom Imperium des glattgebügelten Rasens. In meinem Garten wachsen nämlich tatsächlich noch Bäume und Sträucher, viele davon hatte schon meine Großmutter gepflanzt.

Als ich ihn naturnah anlegte, saßen plötzlich wieder Vögel in den Gärten, ein Eichhörnchen hüpfte über die nagelscherenkurzen Rasenflächen der Nachbarn und auch Bienen und Schmetterlinge wurden wieder mehr. Mittlerweile konnte ich in meinen beiden Gärten 211 verschiedene Arten nachweisen.

Und genau diese Arten melden sich im April mit erstaunlicher Zuverlässigkeit zurück, oft deutlich pünktlicher als alles, was auf meiner To-do-Liste steht. Deshalb gibt es jetzt einiges, mit dem du deinen Gartentiere etwas Gutes tun kannst.

Vögel im April richtig füttern

Besonders deutlich zeigt das der Blick auf die Gartenvögel. Im April beginnt für viele Arten die Brutzeit, und damit ändern sich auch ihre Bedürfnisse. Wenn ich jetzt Futter anbiete, dann nicht mehr wie im Winter. Statt sehr energiereichem Futter fülle ich die Futterstationen nun mit kleineren, fettärmeren Samen und getrockneten Insekten. Meine Hühner müssen ihre geliebten Mehlwürmer und Soldatenfliegenlarven in dieser Zeit also teilen. Ganz begeistert sind meine Hühner nicht und schauen etwas skeptisch, wenn der zweite Sack voller Insekten nicht für sie ist. Sie halten das erwartungsgemäß für eine ziemlich fragwürdige Frühlingsmaßnahme.

Ein Haussperling auf einer Futterstelle vor einer Bambushecke. | © Mattias Nemeth
Foto: Mattias Nemeth

Vögel brauchen Wasser und Nistplätze

Mindestens genauso wichtig ist aber frisches Wasser. Eine Vogeltränke hilft den Tieren nicht nur beim Trinken, sondern auch bei der Gefiederpflege. Allerdings muss ich sie regelmäßig reinigen. Sonst wird aus gut gemeinter Hilfe schnell eine ziemlich uncharmante Keimschleuder. Und gerade an warmen Tagen sieht man so einer Vogeltränke rasch an, ob man sich gekümmert hat oder einfach nur auf das Beste gehofft hat.

Und wie so oft fällt mir beim Auffüllen der Futterstellen direkt noch etwas ein, das ebenfalls auf meine April-Liste gehört: weitere Nisthilfen. Zum Glück ist es dafür jetzt noch nicht zu spät – sehr zur Freude der Vögel und etwas weniger zur Freude meines Geldbeutels. Aber irgendein neues Häuschen für Meise, Sperling oder Star wandert am Ende dann ja doch wieder mit nach Hause. Ganz aus Versehen natürlich.

Aber ich hänge auch immer Material auf, welches für den Nestbau interessant sein könnte: Hundehaare, getrocknetes Moos, übriges Stroh oder ungewaschene Schafswolle. Mit diesem Nest-Baukasten betreiben die Vögel dann ganz natürliches Upcycling.

Gartentipp: Ich habe immer ein paar kleine Reste ungewaschener Schafswolle im Garten. Diese hole ich mir immer vom Schäfer des Vertrauens (kannst du auch bestellen). Ich verwende diese als Mulch und Pflanzendünger. Dazu gebe ich diese beim Einpflanzen mit in das Pflanzloch oder den Topf und lege nochmal was um die Pflanze herum. Funktioniert wunderbar bei Tomaten und Paprika.

Hühner und Wachteln im Blick behalten

Aber auch für meine etwas größeren Gartenvögel stehen nun Pflegearbeiten an. Hühner und Wachteln werden jetzt einmal gründlicher angeschaut, genauso wie der Stall. Mit den milderen Temperaturen werden schließlich leider auch Parasiten wieder aktiver.

Der April ist deshalb ein guter Zeitpunkt, um Gefieder, Haut und Stall genau zu kontrollieren. So kann ich schnell reagieren, falls sich tatsächlich irgendwo ungebetene Mitbewohner eingenistet haben.

Zwei japanische Legewachteln im Stroh.  | © Mattias Nemeth
Foto: Mattias Nemeth

Bienenschwarm im Garten: Was jetzt?

Mittlerweile bin ich selbst Imker und habe schon mehrere Schwärme eingefangen. Faszinierend finde ich sie aber noch immer. Deshalb kann ich mit Erfahrung sagen: Bitte nicht selbst eingreifen, nicht mit Wasser bespritzen und den Schwarm auch nicht mit Rauch in Panik versetzen. Kontaktiere einfach den örtlichen Imkerverein oder eine Schwarmrettung. Dann wird der Schwarm fachgerecht abgeholt und bekommt ein neues Zuhause.

Damit haben wir unseren Gartentieren für diesen Monat schon sehr geholfen. Aber nächsten Monaten lesen wir uns hier wieder. 

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