Schnittgruppen und Anleitung

Wann Clematis schneiden: Diese Termine sollten in deinem Kalender stehen

Üppige violett-rosafarbene Clematisblüten mit filigranen Staubblättern leuchten vor saftig grünem Blattwerk im Sonnenlicht.
© Shutterstock/daily_creativity
So schneidest du deine Clematis richtig: Schnittgruppen und Technik erklärt.

Die Clematis ist eine vielseitige Kletterpflanze, die an Mauern, Rosenbögen oder Zäunen unaufhaltsam hinaufwächst. Das ist auch der Grund, warum sie regelmäßig geschnitten werden sollte. Hier erkläre ich dir, wie du richtig vorgehst.

Ran an die Schere!

Clematis schneiden: wichtige Tipps

Die Clematis (auch Waldrebe genannt) ist eine Pflanzengattung, die etwa 300 verschiedene Arten umfasst: Kletterpflanzen und mehrjährige Stauden. Vor allem die Kletterpflanzen haben es in sich: Wenn kein Rückschnitt erfolgt, ist schnell dein Zaun überwuchert. Zack, alles voller Clematis im Garten. Sie ranken eben an fast allem empor.

Durch einen regelmäßigen Rückschnitt behält die Waldrebe ihre Form und bleibt ein Blickfang in deinem Garten. Damit verlängerst du die Lebensdauer deiner Pflanze, regst die Blütenbildung an und vermeidest kahle Stellen. Letztere können entstehen, wenn die Clematis mehrere Jahre nicht zurückgeschnitten wurde und im unteren Bereich verkahlt.

Also ran an die Schere: Der Rückschnitt lohnt sich auf jeden Fall.

Welche Clematis darf man nicht schneiden?

Da es so viele verschiedene Arten gibt, werden drei Schnittgruppen unterschieden. Je nachdem, wie häufig und wie lang die jeweilige Clematis blüht, richtet sich danach der Zeitpunkt für den Rückschnitt und wie genau zurückgeschnitten wird. Eins vorweg: Die Schnittgruppe 1 muss nicht jährlich geschnitten werden.

  • Schnittgruppe 1: Zu dieser Gruppe gehören alle Arten, die als erste blühen. Die Clematis muss nicht jährlich geschnitten werden. Ein leichter, vorsichtiger Rückschnitt einzelner Triebe kann sinnvoll sein: erst nach der Blüte (Mai, Juni) und nicht radikal. Ein paar Sorten: Alpen-Waldrebe (Clematis alpina), Großblumige Waldrebe (Clematis macropetala)
  • Schnittgruppe 2: Diese Clematis-Arten blühen zweimal. Dann müssen sie auch zweimal zurückgeschnitten werden, das erste Mal im Spätherbst oder im Frühjahr, das zweite Mal nach der Blüte im Sommer. Typische Sorten: 'Dr. Ruppel', 'Barbara Jackmann'
  • Schnittgruppe 3: Das sind Clematis-Arten, die erst im Spätsommer blühen und deshalb im Winter oder zu Beginn des Jahres geschnitten werden. Typische Sorte: Clematis integrifolia der Sorte 'Arabella'

Das richtige Werkzeug für den Rückschnitt

Du brauchst eine scharfe, saubere Gartenschere.

Clematis schneiden: So gelingt es dir

Schnittgruppe 1

Sofern du dich dazu entscheidest, eine Clematis der ersten Schnittgruppe zu schneiden, solltest du nur einen Formschnitt durchführen. Keinesfalls schneidest du diese Waldrebe radikal zurück. Entferne beschädigte und verholzte Triebe. Seitentriebe, die keine Blüten tragen, kannst du ebenfalls entfernen.

Schnittgruppe 2

Zur zweiten Schnittgruppe zählen spezielle Hybriden. Das sind Kreuzungen mit großen, oft gefüllten Blüten. Diese Arten schneidest du zweimal im Jahr.

Im Spätherbst oder im Frühjahr nimmst du dir die Triebe deiner Clematis vor und kürzt diese um ein Drittel. Erledige diesen ersten Rückschnitt an einem frostfreien und wolkigen Tag.

Der zweite Rückschnitt erfolgt erst im Sommer nach der Hauptblüte. Dann werden die Triebe leicht gekürzt. Du schneidest unterhalb des ersten Blattpaares. So regst du einen kräftigen Neuaustrieb an.

Schnittgruppe 3

Clematis-Arten dieser Art blühen in der Regel von Juli bis in den Herbst hinein. Die Blüten werden an neuen Trieben gebildet. Im November/Dezember oder Frühjahr schneidest du diese Pflanzen ganz einfach auf etwa 30 cm zurück.

Tipps für den Rückschnitt

Glücklicherweise kannst du beim Rückschnitt deiner Clematis nicht so viel falsch machen, außer du verwechselst unabsichtlich zwei Schnittgruppen. Das kann schwere Folgen haben, wenn du beispielsweise Clematis der Gruppe 1 verwechselst und sie radikal schneidest. Die Pflanze schwächelt, die Blüte bleibt aus … und, und, und. Das wollen wir natürlich nicht, deshalb immer genau schauen!

Ein weiterer Tipp von mir: Achte darauf, dass deine Gartenschere scharf und sauber ist. Ist das nicht der Fall, kann das im schlimmsten Fall einen Pilzbefall auslösen. Das lässt sich leicht vermeiden, indem du die Gartenschere vor der Anwendung desinfizierst. Achte dazu auf die Herstellerangabe.

Wie du deine Clematis richtig düngst, kannst du ebenfalls auf BILD der FRAU nachlesen. Ansonsten findest du hier noch weitere spannende Gartenthemen:

Quellen:
ndr.de, hornbach.de, obi.de
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