Beet-Tetris in rücksichtslosem Aprilwetter

Gartenarbeiten im April: Alles, was Hobbygärtner jetzt tun sollten

Ein dunkles Seidenhuhn auf einer Wiese mit dem Kolumnen-Symbol
© Mattias Nemeth

In meinem Garten gibt es jeden Monat genug zu tun, und ich nehme dich in meiner Kolumne mit durchs Beet, über die Wiese bis ins Gewächshaus

In meinem Garten gibt es jeden Monat genug zu tun, und ich nehme dich mit durchs Beet, über die Wiese bis ins Gewächshaus. Wir säen, pflegen, düngen und jonglieren mit dem Wetter – und diesmal geht es um die Gartenarbeiten im April. 

Während meine vorgezogenen Paprika langsam aus der Erde schießen, mache ich mich daran, meine leicht größenwahnsinnigen Gartenpläne umzusetzen. Gerade im April steht schließlich so einiges an und wie immer natürlich alles gleichzeitig. 

 Rasen pflegen: mähen, vertikutieren und nachsäen

Besonders deutlich zeigt das meine Wiese. Die hat mal wieder einige Lücken. Wobei man fairerweise sagen muss: Was für uns Gärtner*innen sofort nach „Da müsste dringend was gemacht werden“ aussieht, ist für viele Gartentiere überhaupt kein Problem. Im Gegenteil. Offene Bodenstellen sind für viele Wildbienen und andere Nützlinge ziemlich wertvoll.

Trotzdem möchte ich natürlich nicht jede kahle Stelle einfach so lassen. Also wird hier und da nachgebessert, nachgesät und gepflegt. Für die Neueinsaat von Rasen ist jetzt ohnehin ein guter Zeitpunkt, und der restlichen Wiese gönne ich erst einmal eine kleine Pflege. An Stellen, an denen ich letztes Jahr etwas zu oft drübergelaufen bin, belüfte ich den Boden, indem ich Löcher hineinsteche und mit Sand lockere. Außerdem versorge ich den Rasen mit feinem, reifem Kompost und Wurmhumus.  

Beete vorbereiten und Boden lockern 

In den Beeten lockere ich den Boden jetzt nur oberflächlich. Nicht, weil ich plötzlich meine Motivation verliere, sondern weil ich das Bodenleben möglichst wenig stören möchte. Damit der Boden gesund und fruchtbarer bleibt.  

In den Gewächshäusern und im Folientunnel übernehmen meine Gartenhelfer einen Teil der Arbeit: Hühner und Wachteln scharren und lockern den Boden und düngen dabei gleich noch mit erstaunlicher Zuverlässigkeit.

Draußen übernehme dann wieder ich. Dort verteile ich Mist und reifen Kompost auf den Gemüsebeeten, setze den leer gewordenen Kompost neu auf und bereite schon die ersten Dünger vor, damit sie Ende Mai einsatzbereit sind.  

Stauden, Blumen und Sträucher pflanzen 

Nur leider interessiert sich das Wetter nicht für meine To-do-Liste. Es gibt im April grundsätzlich nie ganz so viele Sonnentage, wie ich für meine Pläne bräuchte. Also wird immer wieder unterbrochen, verschoben und neu sortiert. Aber zum Glück gibt es Orte, in die ich mich bei schlechtem Wetter flüchten kann: Gärtnereien und Baumärkte. Dort wird mir allerdings regelmäßig die Endlichkeit meines Kofferraums bewusst. Trotzdem finden Dahlien- und Gladiolenknollen, Gehölze, Stauden, immergrüne Sträucher und Sommerblumensamen erstaunlich zuverlässig den Weg mit nach Hause. 

Sie können zum Glück gleich in den Garten. Vor allem meine zahlreichen Neuentdeckungen bei den Beerensträuchern, den Rosen und den wurzelnackten Obstbäumen kommen sofort in die Erde. Aber auch meine mehrjähren Stauden, die im Sommer oder Herbst blühen sollen, folgen gleich danach.  

Damit beginnt auch wieder das große Platzmanagement. So gründlich ich meine Mischkulturen auch plane und so tetrishaft ich meine Beete im Kopf zusammensetze, am Ende ist der Platz doch immer zu knapp. Also lichte ich Frühjahrsblüher aus, teile Minzen und siedle Krokusse um, einfach um noch ein paar freie Stellen herauszuholen. 

 Gemüse vorziehen und aussäen 

Aber auch im Haus stehen „Gartenarbeiten“ an. Die ersten Gemüsejungpflanzen haben nämlich nun richtige Blätter und können pikiert, also vereinzelt und umgetopft werden. Wenn ich ohnehin schon Erde, Töpfe und Gießkanne im Einsatz habe, dürfen auch die gezogenen Stecklinge gleich in größere Töpfe umziehen. 

Und sobald die Temperaturen es zulassen, beginne ich damit, die Jungpflanzen langsam ans Freiland zu gewöhnen. Jeden Tag ein paar Stunden mehr und das ein bis zwei Wochen lang. Erst in den Halbschatten und später in die Sonne. Dadurch lässt sich der Umzug Mitte Mai nach draußen hoffentlich ohne Sonnenbrand und Kälteschock bewältigen. 

Auch wenn noch viel mehr auf meiner Liste steht, mehr schaffe ich im April meistens gar nicht. Aber vielleicht ist das auch völlig in Ordnung. Im April beginnt der Spaß im Garten schließlich erst so richtig, deshalb sprechen wir uns hier nächsten Monat wieder. 

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