Aktualisiert: 30.06.2021 - 21:35

Preise hui, Nährstoffe pfui Verbraucherzentrale testet vegane Fischalternativen

Von Franziska Peter

Wer fleischlos lebt, aber dennoch gern mal Fisch essen möchte, greift mitunter zu veganen Fischoptionen. Die wurden jetzt von der Verbraucherzentrale Hamburg auf den Prüfstand gestellt.

Foto: Getty Images/ Rus32

Wer fleischlos lebt, aber dennoch gern mal Fisch essen möchte, greift mitunter zu veganen Fischoptionen. Die wurden jetzt von der Verbraucherzentrale Hamburg auf den Prüfstand gestellt.

Noch gibt es sie nicht so zahlreich wie fleischlose Wurstprodukte, aber sie erobern immer mehr die Kühlregale: vegane Fischalternativen. Doch was steckt drin im "Fisch" aus Gemüse?

Vegetarier und Veganer dürfen sich ja mittlerweile über allerlei fleischlose Produkte im Supermarkt freuen. Neben "Salami", "Streichwurst" und "Käse" entdeckt man immer häufiger auch Alternativen für Fisch. Aber sind die genauso gut wie die Originale? Die Verbraucherzentrale Hamburg hat veganen Fisch getestet, um genau das herauszufinden.

Veganer Fisch im Test oft teurer als das Original

Getestet wurden insgesamt zwölf pflanzliche Lebensmittel, darunter vegane Fischstäbchen, veganer Lachs und veganer Thunfisch. Zumindest was die enthaltenen Nährstoffe angeht, ist das Ergebnis nicht sehr erfreulich: Die fischlosen Alternativen konnten mit den Original-Produkten weder beim Proteingehalt noch bei den so wichtigen Omega-3-Fettsäuren mithalten. Außerdem zu bemängeln: Obwohl zum größten Teil relativ günstige Zutaten verwendet werden, ist veganer Fisch deutlich teurer als echter. "Wollen wir den Klima- und Umweltschutz auch im Ernährungsbereich voranbringen, dürfen Lebensmittel aus Pflanzen nicht teurer sein als tierische Produkte", urteilt die Verbraucherzentrale.

Diese Zutaten stecken in veganem Fisch

Die meisten veganen Fischsorten werden auf Basis von Mohrrüben und Schwarzwurzel, Jackfrucht, Tofu oder Weizeneiweiß produziert. Sieht man sich die Zutatenliste darüber hinaus etwas genauer an, fällt schnell auf, dass in Sachen Nährstoffen nicht wirklich viel zu holen ist.

Nur wenige der getesteten Produkte werden mit Lein- oder Rapsöl zubereitet. Dabei stecken in diesen zwei Ölen Omega-3-Fettsäuren, für die auch richtiger Fisch bekannt und beliebt ist. Die Fettsäuren wirken sich unter anderem positiv auf den Stoffwechsel aus, senken den Blutdruck und hemmen Entzündungen. Stattdessen greifen die Hersteller häufig zu Sonnenblumenöl, das mit seinem höheren Gehalt an Omega-6-Fettsäuren um einiges ungesünder ist.

Wenig überzeugend ist auch der Salzgehalt der meisten Produkte, denn er ist um ein Vielfaches höher, besonders in den veganen Fischstäbchen. Eine geprüfte Fischalternative wies sogar 78 Prozent mehr Salz auf als das Original-Markenprodukt. Das Problem: Ein zu hoher Salzkonsum kann auf Dauer zu Schäden an den Nieren führen, Bluthochdruck verursachen und das Risiko für Herz-Kreislauf-Beschwerden steigern. Es heißt, Salz könne sogar Einfluss auf unser Immunsystem nehmen.

Darüber hinaus reichten nur zwei der getesteten Alternativen mit ihrem Proteingehalt an die herkömmlichen Vergleichsprodukte heran. Sie wurden auf Basis von Weizen- oder Sojaprotein gefertigt. Bei "Fisch" aus Mohrrüben oder Jackfrucht ist der Eiweißwert besonders gering. Je ein Thunfisch- und ein Lachs-Ersatz enthielten sogar etwa 95 Prozent weniger Protein als das Original.

Vegane Fischalternativen sind besser für die Umwelt

Es gibt aber auch erfreuliche Nachrichten: Die Mehrheit der Zutaten stammt aus Europa oder sogar aus Deutschland. Damit fallen lange Transportwege weg – ein eindeutiger Pluspunkt für das Klima. Anders sieht das bei echtem Fisch aus, der häufig im Pazifik gefangen wird und bereits eine lange Reise hinter sich hat, bevor er bei uns auf dem Tisch steht.

Der Kauf veganer Fischalternativen kann außerdem dabei helfen, die oft kritischen Fischbestände in den Meeren wieder ins Gleichgewicht zu bringen – diese sind mittlerweile dramatisch geschrumpft. Umso ärgerlicher ist es, dass man für die Alternativen so viel tiefer ins Portemonnaie greifen muss und der Kaufanreiz dadurch gemindert wird.

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Das Fazit der Verbraucherzentrale Hamburg, nachdem sie vegane Fischoptionen getestet hat: Diese können ab und zu gerne als Alternative zu herkömmlichem Fisch im Speiseplan auftauchen. Grundsätzlich sei aber der Verzehr möglichst unverarbeiteter, biologischer Lebensmittel zu empfehlen.

Gut zu wissen: Erst vor Kurzem mussten sich Veggie-Würstchen dem Öko-Test unterziehen. Gleich mehrere beliebte Marken fielen überraschenderweise durch.

Vegan schlemmen dank BILD der FRAU

Bei uns finden Sie jede Menge vegane Rezeptideen. Probieren Sie doch mal unsere vegane Quiche mit Zwiebeln, Paprika und Zucchini oder dieses marokkanische Ofengemüse, das ganz wunderbar zu veganen Polenta-Sticks mit fruchtiger Tomatensalsa passt. Die sind übrigens eine tolle Alternative zu Fischstäbchen. Wenn Sie statt auf gekaufte Lebensmittel sowieso lieber auf Selbstgemachtes setzen, können Sie ja mal unseren veganen Thunfisch aus Kichererbsen zubereiten. Viele weitere Veggie-Ideen liefert unsere Galerie:

Übrigens: Wenn Sie sich vegan ernähren oder es vorhaben, sollten Sie unbedingt darauf achten, ausreichend Nährstoffe zu sich zu nehmen. Unser Video hilft Ihnen dabei, einen Mangel bestimmter Nährstoffe zu vermeiden:

Nährstoffmangel: Darauf sollten Veganer unbedingt achten
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Quellen: vzhh.de, ndr.de

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