26.04.2016

Urbane Fakten Frankfurts Stadteile

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Foto: ©iStock/ querbeet

Frankfurt hat außer Hochhausansichten viele unterschiedliche Wohnlagen von lebhaft oder bürgerlich bis zu gediegen oder dörflich zu bieten.

Wie in allen Städten bevorzugen viele Menschen eine möglichst fußläufige Wohnlage zum historischen und modernen Stadtzentrum. In Frankfurt teilt sich der Stadtkern in die Altstadt, die Innenstadt und das Bahnhofsviertel auf. Die Stadtmitte ist durch den sogenannten bepflanzten Anlagenring abgegrenzt. Das Angebot an mietbaren Wohnobjekten ist sehr begrenzt, und es ist teuer. Wer in diesem Bereich mieten will, muss mit Quadratmeterpreisen ab etwa 20 Euro rechnen.

Unwesentlich darunter liegen die Mietpreise in den zentrumsnahen Stadtteilen, die jeweils direkt an die gegenüberliegende Seite des Anlagenrings grenzen. Dazu zählen das Westend, das Nordend, Bornheim und das Ostend. In den lange als "junge" Stadtteile bekannten Quartieren altert die Bevölkerung zunehmend, was auch an den Mieten zwischen 15 und 18 Euro liegt.

Im Süden und Südwesten - Leben am Fluss

Am südlichen Ufer des Mains erstreckt sich Sachsenhausen, das von der Altstadt unwesentlich weiter als eine Brückenüberquerung entfernt liegt. Die Lage, ein für Frankfurt verhältnismäßig hoher Altbaubestand und die Sicht auf die Haustürme machen diesen Stadtteil zu einem begehrten Wohngebiet und verursachen Mieten zwischen 14 und 16 Euro pro Quadratmeter. Das benachbarte Niederrad wird zunehmend begehrt und erreicht im Durchschnitt Mieten von 13 Euro.

Sehr aktuell und angesagt sind die ehemaligen Arbeiterviertel Gutleut und Gallus. In ihnen wird der Wohnraum ständig saniert. In keinem anderen Stadtteil entwickeln sich die Mietpreise schneller. 2016 sind sie bereits bei 14 bis 16 Euro angekommen. In vielen historischen Gewerbegebäuden wird außergewöhnlicher Wohnraum geschaffen.

Zentral nördlich im "echten" Frankfurt

Wer auf die fußläufige Entfernung zum Stadtzentrum verzichten kann, hat in nördlicher Richtung eine Auswahl an mehreren authentischen und zum Großteil bürgerlich geprägten Stadtteilen. Rechts und links der Hauptausfallstraße, der Eschersheimer Landstraße, erstrecken sich das Holzhausenviertel, Dornbusch, Eschersheim und abschließend Heddernheim. Hier wohnen in unterschiedlichen Bebauungsarten "echte" Frankfurter.

Innerhalb der Stadtteile reicht der Wohnungsbestand von teuren Lagen am Park (wie im Diplomatenviertel) über Reihenhaussiedlungen bis zu Mehrfamilienhäusern aller Größen und Ausführungen. Dementsprechend öffnet sich die Mietpreisschere hier weiter als in anderen Lagen. Mietspiegel der Immobilienbranche in Frankfurt taxieren den Durchschnitt auf 12 bis 13 Euro. Einzelne Lagen können deutlich teurer sein.

Bürgerliche Stadtrandlagen im Osten und Nordosten

Im erweiterten Osten hinter Bornheim und dem Ostend beginnt eine auf den ersten Blick industriell geprägte Zone. An der Hanauer Landstraße bestätigen vor allem der Riederwald und Fechenheim diesen Eindruck. Etwas weiter oberhalb verstecken sich in Seckbach und Bergen-Enkheim erstaunlich attraktive Wohnlagen. Für durchschnittlich 10 bis 12 Euro pro Quadratmeter werden hier Wohnungen angeboten, die neben der verkehrsgünstigen Lage auch Fernblick und in Laufentfernung Felder und Wälder bieten.

Nordöstlich schließen sich Preungesheim und Berkersheim an, die gutbürgerlich geprägte Bebauung besitzen. Auch hier bewegen sich die Mietpreise um etwa 11 Euro. Eckenheim verbindet Preungesheim mit dem Dornbusch und wird insbesondere von Familien als preiswertere Alternative trotz gleicher Entfernung zum Zentrum geschätzt.

Nordwestliches Universitätsquartier und Höchst fern im Westen

Bockenheim ist vor allem als Universitätsstandort bekannt, hat aber durch die zunehmende Verteilung der Institute den Ruf als Studentenquartier verloren. Erst in jüngster Zeit wird es wieder zunehmend als zentrumsnahe Alternative zu Westend, Nordend und Bornheim wahrgenommen. Die Mietpreise bewegen sich im Moment bei 14 Euro, gehören aber in näherer Zukunft mit Sicherheit zu den am schnellsten steigenden neben denen im Gutleut- und Gallusviertel.

Westlich hinter den beiden angesagten Vierteln erstrecken sich mit Griesheim und Nied zwei weniger interessante Wohnstadtteile. Das Umfeld großer industrieller Ansiedlungen endet erst im eigenständig wirkenden Höchst mit seinen benachbarten Wohnquartieren Sossenheim und Unterliederbach. Höchst ist ein wenig Stadt in der Stadt und kann trotz schöner historischer Altstadt mit Schloss seine Arbeitersiedlungsherkunft nicht verleugnen. Mit 10 bis 11 Euro pro Quadratmeter lässt sich hier eine Wohnsituation schaffen, die in einer eigenen Infrastruktur am Tor zum Taunus liegt.

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