14.09.2016

KULTUR PUR Kunsthighlights – Die schönsten Museen in Berlin

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Die Museumslandschaft in Berlin ist einzigartig und bietet dem Besucher ein kulturelles Erlebnis der besonderen Art.

Foto: iStock/Noppasin Wongchum

Die Museumslandschaft in Berlin ist einzigartig und bietet dem Besucher ein kulturelles Erlebnis der besonderen Art.

Berlin zählt mit seinen Museen, Galerien und Kunstsammlungen zu den großen Kulturmetropolen. Wir stellen die schönsten Ausstellungshäuser vor.

Wer einen Trip nach Berlin plant, kommt an den großen Sehenswürdigkeiten der Stadt nicht vorbei. Brandenburger Tor, Siegessäule oder Checkpoint Charlie sind Pflicht, wenn man das erste Mal in die Hauptstadt reist. Doch auch in künstlerischer Hinsicht hat Berlin einiges zu bieten. Die folgenden Sammlungen, Galerien und Museen sind, besonders mit ihren immer wieder wechselnden Ausstellungen, nicht nur einen Besuch wert.

Hamburger Bahnhof – Gegenwartskunst vom Feinsten

Der Hamburger Bahnhof bildet das Zentrum der Gegenwartskunst in Berlin. Einst diente das Gebäude als Endbahnhof der Bahnstrecke zwischen Hamburg und Berlin. Heute bietet es mit seiner außergewöhnlichen Architektur ideale Voraussetzungen für zeitgenössische Ausstellungen verschiedenster Art. Besonders die Haupthalle (ehemalige Gleishalle) lässt Platz für monumentale Exponate und großflächige Installationen.

Die Sammlung des Museums zeigt unter anderem Werke von Anselm Kiefer, Roy Lichtenstein, Andy Warhol, Cy Twombly, Joseph Beuys und Donald Judd und setzt sich aus Exponaten der Nationalgalerie und der Sammlung Erich Marx zusammen.

Adresse und Öffnungszeiten: Invalidenstraße 50-51, 10557 Berlin; Di - Fr: 10:00 - 18:00 Uhr, Sa - So: 11:00 - 18:00, Mo: geschlossen.

Eintrittspreise: 14,00 EUR, ermäßigt 7,00 EUR.

Jüdisches Museum – Ein wichtiges Stück Geschichte

Das Jüdische Museum ist das größte seiner Art in ganz Europa. Die Bedeutung der Sammlung die es beherbergt, lässt der moderne Bau, der sich durch eine irritierend ungewohnte Außenwirkung auszeichnet, bereits erahnen.

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Die Dauerausstellung des Museums gibt einen Überblick über zwei Jahrtausende deutsch-jüdischer Geschichte. Thematisiert werden Höhepunkte und Tiefpunkte in der Beziehungen zwischen Juden und Nichtjuden in Deutschland. Neben dieser Ausstellung zeigt das Museum jährlich mehrere Sonderausstellungen rund um das Thema. Das Gebäude beherbergt außerdem Archive, Forschungseinrichtungen, eine Bibliothek sowie das Rafael Roth Learning Center, das das Ausstellungsangebot des Museums um vielfältige Medienanwendungen erweitert.

Adresse und Öffnungszeiten: Lindenstraße 9-14, 10969 Berlin; Mo: 10:00 - 22:00 Uhr, Di - So: 10:00 - 20:00 Uhr.

Eintrittspreise: 8,00 EUR, ermäßigt 3,00 EUR.

Die Museumsinsel – Hort der Kultur

Die Museumsinsel kann als die Keimzelle der Museumslandschaft in Berlin bezeichnet werden. Sie zählt heute zu den wichtigsten Museumskomplexen der Welt und versammelt an der nördlichen Spitze der Spreeinsel fünf Museen in eindrucksvoller Architektur. Die Insel ermöglicht dem Besucher eine Reise von der Wiege der Kultur in Vorderasien und Ägypten über die Antike und das Mittelalter bis hin zum 19. Jahrhundert und dem französischen Impressionismus.

  • Das Alte Museum vereint Sammlungen zur Kunst und Kultur der Griechen, Römer und Etrusker mit Skulpturen, Waffen, Goldschmuck und Silberschätzen.

  • Im Neue Museum versammeln sich das Ägyptische Museum, die Papyrussammlung mit dem Highlight der Büste der Nofretete, sowie die Ausstellungen des Museums für Vor- und Frühgeschichte.

  • Das Pergamonmuseum umfasst die Antikensammlung mit römischen und griechischen Skulpturen, das Vorderasiatische Museum mit dem Ischtar-Tor, das Museum für Islamische Kunst sowie im Hauptsaal den Pergamonaltar.

  • Im Bode-Museum erwartet den Besucher das Museum für Byzantinische Kunst, eine Sammlung italienischer und deutscher Skulpturen und Plastiken ab dem frühen Mittelalter sowie das Münzkabinett und ausgewählte Werke der Sammlung alter Meister der Gemäldegalerie.

  • Die Alte Nationalgalerie versammelt Skulpturen und Gemälde des 19. Jahrhunderts von Romantik über Realismus bis hin zu Impressionismus.

Adresse und Öffnungszeiten: Bodestr. 3, 10178 Berlin; täglich: 10:00 - 18:00 Uhr, Do: 10:00 - 20:00 Uhr.

Eintrittspreise: Museumsinsel alle Ausstellungen: 18,00 EUR, ermäßigt 9,00 EUR (Alte Nationalgalerie, Altes Museum: 10,00 EUR, ermäßigt 5,00 EUR / Pergamonmuseum,, Bode Museum, Neues Museum: 12,00 EUR, ermäßigt 6,00 EUR).

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Museum Berggruen und Sammlung Scharf-Gerstenberg

Die beiden Museen finden sich im Westen Berlins, im Stadtteil Charlottenburg und beherbergen Kunst von französischer Romantik bis zu klassischer Moderne und Surrealismus.

  • Das Museum Berggruen unfasst eine Sammlung von Malerei, Grafik, Plastik und Skulptur der klassischen Moderne, die zu den weltweit bedeutendsten zählt. Besonders die einzigartigen Werke von Künstlern wie Pablo Picasso, Paul Klee, Henri Matisse und Alberto Giacometti ziehen die Besucher an.

  • Die Sammlung Scharf-Gerstenberg zeigt Kunst von der französischen Romantik bis zum Surrealismus. Die Sammlung aus Gemälden, Grafiken und Skulpturen ist leihweise für zehn Jahre an die Staatlichen Museen Berlin übergeben und gehört, wie das Museum Berggruen zur Berliner Nationalgalerie.

Adresse und Öffnungszeiten: Schloßstraße 1, 14059 Berlin; Di - Fr: 10:00 - 18:00 Uhr, Sa - So: 11:00 - 18:00, Mo: geschlossen.

Eintrittspreise: 10,00 EUR, ermäßigt 5,00 EUR.

Martin-Gropius-Bau – Die Adresse für temporäre Ausstellungen

Der Martin-Gropius-Bau wurde bereits 1881 als Kunstgewerbemuseum in Berlin eröffnet. In der Formensprache der Renaissance von Martin Gropius und Heino Schmieden erbaut, wurde das Gebäude im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt. In den 1970er Jahren wurde der unter Denkmalschutz stehende Bau restauriert und dient heute als Ausstellungsort für temporäre Ausstellungen, der jährlich hunderttausende Besucher anzieht.

Durch seine immer neuen Ausstellungen ersten Ranges ist der Martin-Gropius-Bau auch bei einem zweiten oder dritten Aufenthalt in Berlin einen Besuch wert. Zu den bekanntesten dort gezeigten Ausstellungen zählen "Ai Weiwei", "Anish Kapoor. Kapoor in Berlin", "Olafur Eliasson – Innen Stadt Außen" oder "Die Maya – Sprache der Schönheit".

Adresse und Öffnungszeiten: Niederkirchnerstraße 7, 10963 Berlin; Mi - Mo: 10:00 - 19:00 Uhr, Di: geschlossen.

Eintrittspreise: Variiert je nach Ausstellung, generell Eintritt frei bis 16 Jahre.

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Berlinische Galerie – Landesmuseum für Moderne Kunst, Fotografie und Architektur

Die Berlinische Galerie gehört zu den jüngsten Ausstellungshäusern der Hauptstadt, steht den großen Häusern der Stadt jedoch in nichts nach. Der Sammlungsschwerpunkt des Hauses liegt auf Kunst von 1870 bis heute und verfolgt ein Konzept mit lokalem Fokus.

Im oberen Geschoss zeigt die Galerie ihre Dauerausstellung mit den Schwerpunkten Dada Berlin, Neue Sachlichkeit und osteuropäische Avantgarde. Im Erdgeschoss finden die immer wieder wechselnden Sonderausstellungen von Klassischer Moderne bis Gegenwartskunst Platz. Die Auswahl der Exponate ist sehr erlesen, weshalb sich die Berlinsche Galerie auch für einen kurzen Besuch jederzeit lohnt.

Adresse und Öffnungszeiten: Alte Jakobstraße 124-128, 10969 Berlin; Mi - Mo: 10:00 - 18:00 Uhr, Di: geschlossen.

Eintrittspreise: 10,00 EUR, ermäßigt 7,00 EUR.

Das Kulturforum – Kunstzentrum am Potsdamer Platz

Das Kulturforum, das sich im Stadtteil Tiergarten/Mitte zwischen Potsdamer Platz und Landwehrkanal findet, bildet neben der Museumsinsel das zweite große Kunstzentrum in Berlin. Ursprünglich war es als kulturelles Pendant zur im Osten Berlins gelegenen Insel geplant, musste jedoch nach der Wiedervereinigung viel Kritik einstecken, da der Forumscharakter bis heute für Besucher nicht erlebbar wird. Dies tut der außerordentlich hohen Qualität der dort versammelten Museen und ihren Sammlungen jedoch keinen Abbruch.

  • Die Gemäldegalerie zeigt eine herausragende Sammlung alter europäischer Malerei vom 13. bis zum 18. Jahrhundert, darunter Meisterwerke von Peter Paul Rubens, Rembrandt van Rijn, Albrecht Dürer, Jan van Eyck, Caravaggio, Francisco de Goya oder Nicolas Poussin. Sie wird neben der Neuen Nationalgalerie als größter Publikumsmagnet am Kulturforum gefeiert.

  • Das Kupferstichkabinett ist das größte grafische Museum in Deutschland und beherbergt eine der vier wichtigsten grafischen Sammlungen weltweit. Der Sammulngsschwerpunkt liegt auf europäischer Zeichnung und Druckgrafik vom Mittelalter bis zur Gegenwart. In seinen Beständen finden sich mehrere hunderttausend Werke auf Papier, also Zeichnungen, Pastelle, Ölskizzen und Aquarelle.

  • Im Kunstgewerbemuseum erwartet den Besucher eine der bedeutendsten kunsthandwerklichen Sammlungen Europas. Die Exponate reichen historisch zurück bis ins Mittelalter und lassen sich thematisch in verschiedene Kategorien teilen. Neben kirchlichem Kunsthandwerk wie Gold- und Silberschmiedearbeiten finden sich Glas- und Porzellangefäße, zahlreiche Möbelstücke, Tapisserien sowie Kostüme und Stoffe.

  • In der Neuen Nationalgalerie findet sich Kunst des 20. Jahrhunderts. Der herausragende Museumsbau von Ludwig Mies van der Rohe gilt als eine Architektur-Ikone der Klassischen Moderne und bietet so den idealen Raum für Malerei, Grafik und Plastik der Zeit. Gemeinsam mit der Gemäldegalerie und dem Kunstgewerbemuseum ist sie das Highlight des Kulturforums. Da umfangreiche Sanierungsarbeiten an dem unter Denkmalschutz stehenden Gebäude durchgeführt werden müssen, ist die Neue Nationalgalerie seit 2014 für voraussichtlich 5 Jahre geschlossen. Ihre Bestände sind aktuell teilweise im Hamburger Bahnhof sowie im Museum Berggruen zu sehen.

  • Die Kunstbibliothek ist nicht nur Anlaufstelle für Forschende aus der ganzen Welt, die sich im kleinen Lesesaal des Gebäudes grübelnd über alten Schriften versammeln. Die historischen Bestände der Sammlung, die sie zu einer der weltweit größten Museumsbibliotheken machen, werden dem Besucher auch zu verschiedenen Sonderausstellungen in den Ausstellungsräumlichkeiten präsentiert.

Adresse und Öffnungszeiten: Matthäikirchplatz, 10785 Berlin; Di - Fr: 10:00 - 18:00 Uhr, Sa - So: 11:00 - 18:00 Uhr, Mo: geschlossen (Gemäldegalerie, Kunstbibliothek Do: 10:00 - 20:00 Uhr.

Eintrittspreise: Kulturforum alle Ausstellungen 16,00 EUR, ermäßigt 8,00 EUR (Gemäldegalerie: 14,00 EUR, ermäßigt 7,00 EUR / Kunstgewerbemuseum: 8,00 EUR, ermäßigt 4,00 EUR / Kupferstichkabinett, Kunstbibliothek: 6,00 EUR, ermäßigt 3,00 EUR).

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