28.10.2016

Sieben Leben Maite Kelly im exklusiven Schlager.de-Interview

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„Sieben Leben für Dich“ heißt das aktuelle Album der Powerfrau und wir können auf Anhieb sagen, da ist ein perfektes Schlageralbum entstanden, welches für große ...

... Aufmerksamkeit in der Schlagerszene sorgen wird. Ein erstes positives Feedback gab es auch schon, denn das Album von Maite erreichte in der letzten Woche die Position 1 der Top20 Schlager-Charts der GfK. Wir haben die sympathische Sängerin im Rahmen ihrer Centerpromotion-Tour in Essen zu einem exklusiven Interview getroffen und konnten ein großartiges Gespräch mit ihr führen.

Schlager.de: Ihre neue CD ist am 14.10.2016 erschienen und aktuell befinden Sie sich auf großer Centerpromotiontour. Wie ist das Gefühl, den Fans so nah zu sein und das Feedback so hautnah mitzubekommen? Ist man da besonders aufgeregt?

Maite Kelly: Ich freue mich sehr darüber in den nächsten Tagen auf Promotionreise zu sein, weil ich mein Album meinen Fans so nah vorstellen wollte. Ja, ich bin schon gespannt auf die Reaktionen, heute werde ich hier zum ersten Mal vier meiner Songs vom Album vorstellen. So eine Tour findet ja auch nicht immer statt, und man bekommt ein Gespür davon, wie die Menschen die Songs empfinden. Ich bin sowieso ein Live-Mensch ich schreibe auch immer mit den Gedanken live die Songs, um sie mit dem Publikum zu erleben. Ich bin echt sehr, sehr glücklich, dass wir das hier machen können.

Schlager.de: Sie haben sich mit diesem Album einen Traum erfüllt, erzählen Sie uns doch einmal, wie es dazu kam.

Maite Kelly: Ja, ich denke es ist überhaupt schon ein Wunder, wenn man sich diesen Wunsch überhaupt erfüllen kann. Finanziell - ein qualitativ gutes Album kostet natürlich auch etwas. Das ist jetzt mein drittes selbstgeschriebenes Album. Mit Frank Ramond und Götz von Sydow durfte ich zusammen arbeiten, und man sagt immer, ein Artist braucht drei Alben, um seinen Weg zu finden. Das letzte Album habe ich mit einer kleinen Plattenfirma gemacht, die vor zwei Jahren insolvent gegangen sind, und ich dachte, 'Das geht dann wahrscheinlich für mich nicht weiter'. Aber ich habe nicht aufgegeben, sondern losgelassen und ja, dann kam der Hit mit Roland Kaiser, und ich habe gemerkt, das Leben schenkt mir die Bühne immer wieder.

Schlager.de: Das Album ist nicht in einem sogenannten Hightech-Studio entstanden, erzählen sie uns doch bitte ein wenig über die Entstehungsgeschichte.

Maite Kelly: Ich habe mit verschiedenen Leuten zusammengearbeitet, die mir sehr wichtig waren. Zuerst habe ich mit Johann Daansen Kontakt aufgenommen, der mir damals in meiner Kindheit u.a. den Song „Every Baby“ geschrieben und mit mir zusammen arrangiert hat. Und nach dem Hit mit Roland Kaiser wusste ich einfach, ich möchte mit Johann, der u.a mit Helene Fischer und Andrea Berg zusammen arbeitet, mein Schlagerprofil erstellen. Wir haben uns dann am Rheinufer in einem kleinen Hotel getroffen und uns dort in einem kleinen Konferenzsaal zusammen gesetzt, der Beethoven hieß. Wir haben bestimmt 10 Skizzen am Tag wieder verworfen. Das war erst einmal die Zeit des „In sich Reinhörens“. Es ging darum, was ist mein Schlager, was sind die Volksmelodien meiner Kindheit, die ich in Modernität einbetten möchte. Das war die absolut richtige Entscheidung das mache ich beim nächsten Mal wieder genauso. Das war wie ein Ritual, die Welt draußen lassen und in sich hinein hören. Deswegen sind zwei Titel im Hotel aufgenommen worden, weil ich die Songs so sehr gespürt habe, dass ich sagte, 'Ich singe das jetzt mal', und es passte, sodass wir es direkt so gelassen haben.

Schlager.de: Ein Song berührt ganz besonders „Die Liebe ist größer als das Leben“. Das klingt wie ein Brief an Ihren Vater, er hat eine wichtige Rolle in Ihrem Leben gespielt und tut es auch immer noch, oder?

Maite Kelly: Mein Vater war mehr als nur mein Vater, denn meine Mutter ist ja sehr jung gestorben, so war er Beides für mich. Er war ein hervorragender Rhetoriker; unglaublich wortgewandt, und er hatte Sätze parat wie „Du bist Du“, oder „Du brauchst 1000 Ideen für einen Hit“, das sind alles Weisheiten, die er mir gegeben hat, auf die ich jetzt mit 37 Jahren auf einmal zurückkomme. Man emanzipiert sich erst einmal, lässt alles zurück, zieht aus - das gehört ja alles dazu. Aber jetzt habe ich das Gefühl, wo ich privat und beruflich angekommen bin, meinem Vater Dankeschön zu sagen, die Ehre erweisen. Ich habe so lange gesucht und gehadert, weil dadurch ist ja nicht nur Vater und Mutter, sondern auch die ganze berufliche Perspektive auseinander gefallen. Ich musste mich also erst einmal finden, und ohne ihn war das schwer, weil ich weiß, mein Vater hätte mir viel schneller sagen können, welches meine Gaben sind. Er hat zum Beispiel gesagt, dass ich eines Tages für Kinder schreiben werde - wenig Worte große Bilder - ja und ich kann sagen, heute verstehe ich, was er gemeint hat. So ist er immer präsent, und ich fühle mich von ihm ummantelt.

Schlager.de: Ihr Vater hat auch gesagt „Ein gutes Lied ist ein gutes Lied“ wie sehen Sie das?

Maite Kelly: Ja einen guten Song kannst Du auch überall spielen, ob mit Gitarre oder am Piano. "Sieben Leben für Dich" habe ich zum Beispiel auch am Piano gespielt und gedacht, 'Okay, der funktioniert auch mit Piano'. Mein Vater hätte damals gesagt „That´s a good song, that´s a good Song“.

Schlager.de: Sicherlich eine der wichtigsten Begegnungen war die mit Roland Kaiser. Wie könnten Sie das Verhältnis am Besten beschreiben?

Maite Kelly: Mein Vater war, glaube ich, der Mentor meines ersten musikalischen Lebensweges. Ich komme aus der Folklore, das heißt ich habe Folk und Pop gelernt. Und ich glaube, das zweite musikalische Leben passiert jetzt gerade mit Roland Kaiser als großer Vaterfigur. Er ist für mich die Vaterfigur in dem Sinne eines einzelnen Entertainers. Er zeigt mir, wie er das, was er erlebt hat, lebt und was es bedeutet Unterhaltungsmusik zu machen, eben mit Haltung. Roland ist das: 'Harte Schale weicher Kern', er redet nicht gerne darüber, was er alles Gutes tut, und er ist hinter er Bühne ein noch größerer Mensch als vor der Bühne. Er hat heute eine Gelassenheit, die ihn einfach sexy macht, und für mich ist er immer noch Roland mit dem weißen Anzug und hat immer noch den Schalk im Nacken; und jede Frau ist für ihn eine Frau.

Schlager.de: Ab März geht es dann auf große Tour. Wie kam es dazu und was erwartet die Fans?

Maite Kelly: Ja, richtig und ich habe zu Dieter Semmelmann, dem Veranstalter, gesagt, dass ich mit ihm eine Tour machen will...das war bereits vor sechs Jahren. Er hat mir daraufhin geantwortet. 'Maite, ich mag Dich, Du bist eine Allzweckwaffe, aber Du hast keine Hits.' Okay, habe ich mir gedacht, er hat Recht, aber wenn ich die Hits habe, dann wird es teuer. Das ist so süß, weil seit sechs Jahren kokettieren wir und er hat ein schlechtes Gewissen, also das heißt, die Bühne muss richtig schön werden. Dann rief er mich an zuletzt noch vor zwei Wochen an und sagte mir „Maite ich spüre was, ich möchte, dass wir das im Friedrichstadtpalast machen und Musical Dome wegen Deiner Geschichte“. Ganz ehrlich, ich habe geweint und ihm versprochen, dass die Leute kommen werden, und wenn ich meine Familie und Freunde einladen muss. Und ich hoffe, jetzt natürlich, dass die Leute auch wirklich kommen, ich meine, ich kenne auch Tourneen, die musste man absagen, weil zu wenig Tickets verkauft worden sind. Ich bin einfach unendlich dankbar für alles; und jeder Kuss ist ein Kuss vom Himmel.

Schlager.de: Sie sind ja eine echte Powerfrau, wie bekommt man es hin Familie, Beruf, eine Modekollektion bei Bon Prix und die kleine Hummel Bommel unter einen Hut zu bekommen?

Maite Kelly: Alles, was ich mache, ist so, ich bin und bleibe eine Entwicklerin. Die Mode mache ich zum Beispiel seit sechs Jahren, das heißt, ich habe ein tolles Team um mich herum, auf das ich mich verlassen kann. Kinderbuch mache ich so oder so von zu Hause aus, da fallen mir die Texte ein. Das ist ein echter Vorteil. Ich würde sagen, 80 Prozent meiner Arbeit mache ich von Zuhause. Klar, das mit dem Album war eine Zeit von sechs Monaten, da musste ich in den sauren Apfel beißen; und ich wusste also mindestens ein oder zwei Songs müssen so eine Strahlkraft haben, dass alle anderen Kinder auch etwas davon haben. Ich sage immer, die Bäckerin von nebenan hat es viel schwerer als ich, die muss ihrem Chef erst mal erklären, wenn sie ein krankes Kind zuhause hat. Ich habe den Vorteil, ich muss mich nie dafür entschuldigen. Meine Leute wissen natürlich auch, die Maite ist Mutter, die kommen dann eben zu mir, und ich habe das große Privileg seit zwei Jahren eine Vollzeitkraft zu haben. Das hat die Bäckerin von nebenan eben nicht, das ist übrigens eine Frau, an die ich sehr viel gedacht habe, der ich das Gefühl geben möchte: 'Du bist eine Frau und Du bist wichtig'.

Liebe Maite, wir danken Ihnen für das offene Gespräch und wünschen Ihnen für Ihr Album weiterhin alles Gute und ganz viel Erfolg.

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