21.06.2021 - 21:59

Expertin klärt auf Gesundes Bräunen? So schützen Sie Ihre Haut in der Sonne

Von Spot-on-news

Wer sich lange in der Sonne aufhält, sollte sich nicht nur einmal eincremen.

Foto: TierneyMJ/Shutterstock.com

Wer sich lange in der Sonne aufhält, sollte sich nicht nur einmal eincremen.

Wer im Sommer nicht auf Bräunen und Sonnenbaden verzichten möchte, sollte seine Haut ausreichend schützen. Prof. Dr. Michaela Axt-Gadermann hat im Interview die wichtigsten Tipps zum Thema Hautkrebsvorbeugung parat.

Trotz regelmäßiger Warnung vor direkten UV-Strahlen wollen viele nicht auf das Bräunen verzichten. Um Hautkrebs vorzubeugen, seien jedoch einige Schutzvorkehrungen wichtig, betont Dermatologin Prof. Dr. Michaela Axt-Gadermann, Autorin von "Natürlich! Schöne Haut" (Südwest Verlag), im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news: "Aufenthalt in der Sonne ist kein Problem, wenn ich mich mit ausreichend Sonnenschutz eincreme, textilen Sonnenschutz verwende wo möglich und in der Mittagszeit, der Zeit mit der höchsten UV-Intensität, aus der Sonne gehe."

Bei Sonnencreme gilt: Mehr ist mehr!

Neben einem hohen Lichtschutzfaktor seien laut Axt-Gadermann auch "ein hoher UV-A-Schutz und ein Schutz gegen Infrarotstrahlen" wichtig. Zudem gelte beim Eincremen ganz klar die Regel: Mehr ist mehr! "Hier sollte man die 'Sechs-Teelöffel-Regel' anwenden. Die meisten tragen definitiv zu dünn auf. Um den gesamten Körper eines Erwachsenen ausreichend vor UV-Licht zu schützen, sind 30 Milliliter beziehungsweise sechs Teelöffel Sonnencreme notwendig. Das entspricht einer ganzen Hand voll Sonnenschutzlotion."

Wer sich länger in der Sonne aufhalte oder aus dem Wasser komme, "muss nachcremen", betont Axt-Gadermann und erklärt: "Bei nur einmaliger Anwendung eines Sonnenschutzproduktes in ausreichender Menge sind nach einem vierstündigen Aufenthalt in der Sonne mit gelegentlichem Sport oder einem Sprung in den Pool nur noch rund 60 Prozent der ursprünglichen Schutzwirkung vorhanden. Nach acht Stunden ist die Schutzwirkung auf 43 Prozent gesunken." Zudem würden viele glauben, je intensiver sie die Sonnencreme in die Haut einmassieren, desto höher sei der Schutz. "Doch das ist falsch", betont die Expertin. "Wird ein Sonnenschutzmittel intensiv in die Haut eingerieben, verliert es einen Großteil seiner Schutzfunktion, das ergab eine britische Studie. Besser: einen Sonnencremefilm auf die Haut aufbringen, aber nicht weiter darüberstreichen oder reiben."

Auch Kleidung schützt vor Sonnenbrand

Neben dem Eincremen sei aber auch ein textiler Sonnenschutz empfehlenswert, "also Shirts mit UV-Filter beim Baden oder auch beim Sport", so Axt-Gadermann. Jedoch würden hier nicht alle Textilien gleichermaßen schützen. "Ein helles Baumwoll-T-Shirt bietet nur einen Lichtschutzfaktor von 5 bis maximal 10. Ist es feucht oder nass, sinkt der Lichtschutz weiter. Ein dünnes, weißes T-Shirt hat im nassen Zustand oft nur noch einen Lichtschutzfaktor von 2 bis 3. Je dunkler das Shirt, desto größer der Schutz." Das sollten auch Outdoorsportler beachten.

Es gab eine Untersuchung an 210 Marathonläufern im Alter von 19 bis 71 Jahren. "Deren Haut wurde mit der von 210 Nicht-Läufern verglichen. Das Ergebnis: Obwohl in der Kontrollgruppe der Anteil der Personen mit einem lichtempfindlichen Hauttyp höher war, wurden nur bei 14 Personen (6,6 Prozent) der Nicht-Läufer Hautkrebs beziehungsweise Vorstufen festgestellt. Bei den Marathon-Läufern waren immerhin 24 Personen (11,5 Prozent) betroffen. Zusammenhänge bestanden auch zwischen den wöchentlichen Trainingskilometern und dem Ausmaß der Hautveränderungen. Läufer mit großen Trainingsumfängen und somit längerem Aufenthalt im Freien waren besonders häufig betroffen."

Warum die Hautkrebsvorsorge so wichtig ist

Trotz des medizinischen Fortschritts und neuer Behandlungsmöglichkeiten sei die Früherkennung und Vorsorge von Hautkrebs "immer noch enorm wichtig". Denn: "Die Zahl der Menschen, die an Hautkrebs erkranken, nimmt von Jahr zu Jahr zu. Jede dritte Krebsdiagnose ist inzwischen Hautkrebs", sagt Axt-Gadermann.

Neben der eigenen Untersuchung der Haut seien deshalb auch regelmäßige Kontrollen von einem Experten notwendig. "Ab 35 hat man alle zwei Jahre Anspruch auf ein Hautkrebs-Screening beim Hautarzt oder bei entsprechend geschulten Hausärzten. Diese Untersuchung zur Früherkennung von Hautkrebs wird auch von den gesetzlichen Kassen bezahlt."

Abschließend fasst die Autorin noch einmal die wichtigsten Punkte bezüglich Sonnenschutz und Hautkrebsvorbeugung zusammen: "Nicht nur auf einen UV-Schutz, sondern auch auf einen Infrarotschutz achten, ausreichende Mengen Creme auftragen (sechs Teelöffel für den ganzen Körper), nach spätestens vier Stunden noch mal nachcremen, beim Sport oder Baden möglichst zu wasserfestem Lichtschutz greifen und die Haut regelmäßig von einem Hautarzt kontrollieren lassen."

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