Aktualisiert: 21.06.2021 - 17:25

Personaler packt aus Multimilliardär Jeff Bezos: "Menschen sind von Natur aus faul"

Amazon-Boss Jeff Bezos hält Menschen für faul und alteingesessene Mitarbeiter für ein Zeichen von Mittelmäßigkeit.

Foto: Getty Images/ Mint

Amazon-Boss Jeff Bezos hält Menschen für faul und alteingesessene Mitarbeiter für ein Zeichen von Mittelmäßigkeit.

Für Amazon-Chef Jeff Bezos sind die umstrittenen Arbeitsbedingungen in dem Konzern offenbar notwendig – denn er hält Menschen für faul.

Zugegeben: Ungemein praktisch ist Amazon schon. Bei dem Online-Versandhaus gibt es einfach alles und dort zu bestellen ist nicht nur unkompliziert, häufig ist der Versand auch noch kostenlos, wenn man über einen bestimmten Warenwert kommt. Doch auch im Shopping-Himmel lauert eine düstere Wolkenfront: Immer wieder steht der Konzern für die schlechten Arbeitsbedingungen in der Kritik. Diese kommen offenbar nicht von ungefähr: Laut einem ehemaligen hochrangigen Mitarbeiter hält Amazon-Gründer Jeff Bezos Menschen für von Natur aus faul!

Darum hält Amazon-Chef Jeff Bezos Menschen für faul

Die US-amerikanische Tageszeitung New York Times ist für einen Artikel tief in das System von Amazon eingedrungen. Die ausführliche Recherche umfasst auch Gespräche mit mehreren, teilweise ehemaligen Managern. Und was diese über Amazon-Chef Jeff Bezos zu sagen haben, klingt alles andere als sympathisch:

Laut David Niekerk, der beinahe 17 Jahre lang für das Personalmanagement und das Betriebsklima bei Amazon verantwortlich war, ist Jeff Bezos davon überzeugt, dass Menschen von Natur aus faul seien. Es sei die menschliche Natur, so wenig Energie wie möglich aufzuwenden, um das zu bekommen, was wir wollen oder brauchen. Der Konzern sei von dieser Überzeugung durchdrungen – vom simplen Bestellvorgang bis hin zu der allgegenwärtigen Nutzung von Daten, um den Einsatz der Mitarbeiter zu optimieren.

"Ein Marsch in Richtung Mittelmäßigkeit"

David Niekerk zufolge zeigen die Daten, dass der Eifer der meisten Mitarbeiter mit der Zeit nachlasse. Dieser Entwicklung wollte der Konzern entgegenwirken – zum Beispiel, indem es für Mitarbeiter nach drei Jahren keine garantierten Gehaltserhöhungen mehr gebe und man für geringqualifizierte Mitarbeiter Anreize schaffe, das Unternehmen zu verlassen. An einer fest im Unternehmen verwurzelten und gut eingearbeiteten Belegschaft habe Jeff Bezos kein Interesse – laut dem Amazon-Chef sei diese ein "Marsch in Richtung Mittelmäßigkeit".

Doch der Druck auf das Unternehmen wächst: Der Mitarbeiterverschleiß ist hoch, laut New York Times beträgt die Fluktuationsrate in den Logistikzentren 150 Prozent. Es finden vermehrt Streiks statt. Immer wieder gibt es neue Negativschlagzeilen: So hielt sich das Unternehmen in der Vergangenheit bedeckt über die Anzahl der Mitarbeiter, die an Covid-19 erkrankt waren. Weiterhin dürfen Amazon-Angestellte keine FFP2-Masken tragen. Vor Kurzem gestand der Konzern ein, dass Amazon-Mitarbeiter manchmal aus Zeitnot in Flaschen oder Kaffeebecher urinieren müssten.

Im April verkündete Jeff Bezos, Amazon solle der "beste Arbeitgeber der Welt" werden. Was das genau bedeuten soll, ist noch unklar. Immerhin wurden bereits mehr Gehaltserhöhungen beschlossen. Es bleibt zu hoffen, dass der Amazon-Chef seine Versprechungen in die Tat umsetzt – und nicht zu abgelenkt ist, denn Jeff Bezos fliegt im Juli ins Weltall.

Falls Sie die Amazon-App nutzen, ist Ihnen bestimmt schon aufgefallen, dass diese nun anders aussieht: Amazon musste sein Icon ändern, da es an einen grinsenden Hitler erinnerte.

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