Aktualisiert: 23.04.2021 - 09:55

"geschmacklos" und "daneben" Heftige Kritik an TV-Stars nach #allesdichtmachen"

Von Spot-on-news

Bei der Kampagne "#allesdichtmachen" wirkten Jan Josef Liefers und 52 weitere SchauspielerInnen mit.

Foto: Getty Images/Tristar Media

Bei der Kampagne "#allesdichtmachen" wirkten Jan Josef Liefers und 52 weitere SchauspielerInnen mit.

Die Aktion "#allesdichtmachen" sorgt für viel Aufregung. Damit kritisieren TV-Stars die Corona-Politik der Regierung. Zum Entsetzen vieler Menschen.

Mit der Aktion "Alles dicht machen" haben sich 53 deutsche SchauspielerInnen zur Corona-Politik der Bundesregierung geäußert. Zu ihnen gehören unter anderem Jan Josef Liefers (56), Wotan Wilke Möhring (53), Ulrich Tukur (63) oder Meret Becker (52). In kurzen Clips gaben sie ihre Statements ab, oft mit viel Ironie gespickt.

"Alles dicht machen" sorgt für viel Kritik

Liefers kritisierte in seinem Statement beispielsweise die Medien unter anderem mit den Worten: "Danke an alle Medien unseres Landes, die seit über einem Jahr unermüdlich dafür sorgen, dass der Alarm genau da bleibt, wo er hingehört: nämlich ganz, ganz oben, und dafür sorgen, dass kein unnötiger, kritischer Disput uns ablenken kann von der Zustimmung zu den sinnvollen und immer angemessenen Maßnahmen unserer Regierung. (...)"

In Tukurs Clip fordert der TV-Star "unsere erhabene Regierung auf, endlich fair und konsequent zu beenden, was bislang total vermasselt wurde: Schließen Sie ausnahmslos jede menschliche Wirkungsstätte und jeden Handelsplatz, nicht nur Theater, Cafés, Schulen, Fabriken, Buchhandlungen, Knopfläden, nein, auch alle Lebensmittelläden, Wochenmärkte und vor allem auch all die Supermärkte."

"Die können sich ihre Ironie gerne mal tief ins Beatmungsgerät schieben"

Hinter der Aktion steckt laut "Spiegel" die Münchner Firma Wunder Am Werk GmbH. "Das ist Kunst", wird der Geschäftsführer Bernd K. Wunder von dem Magazin zitiert. Und die sorgt für viel Wirbel. Auf Twitter trendete der Hashtag #allesdichtmachen – und darunter gibt es reichlich Kritik. Moderator Tobias Schlegl (43), der auch Notfallsanitäter ist, zum Beispiel meint: "Die Schauspieler*innen von #allesdichtmachen können sich ihre Ironie gerne mal tief ins Beatmungsgerät schieben." Für andere User ist die Aktion "geschmacklos", "daneben" oder "die pure Verachtung für alle Kranken".

Aber es gibt auch reichlich Zustimmung. Der Virologe Jonas Schmidt-Chanasit (42) twittere zum Beispiel: "Ich habe jetzt alle 53 #allesdichtmachen Videos angeschaut – ein Meisterwerk – es sollte uns sehr nachdenklich machen".

Liefers postet "Klarstellung"

Jan Josef Liefers postete auf Instagram inzwischen eine "Klarstellung", in der er erklärt: "Ich setze mich kritisch mit den Entscheidungen meiner Regierung zu SarsCoV2 und Covid 19 auseinander. Besonders wegen der in Kauf genommenen Verluste in Kultur und Kunst und der Veranstaltungsbranche. Auch im jüngsten Video, das ein ironischer Kommentar über Prioritäten von Medien war. Eine da hinein orakelte, aufkeimende Nähe zu Querdenkern u.ä. weise ich glasklar zurück. Es gibt im aktuellen Spektrum des Bundestages auch keine Partei, der ich ferner stehe als der AfD. Weil wir gerade dabei sind, das gilt auch für Reichsbürger, Verschwörungstheoretiker, Corona-Ignoranten und Aluhüte."

Er sei bei all denen, so der Schauspieler, "die zwischen die Fronten geraten sind, den Verängstigten, den Verunsicherten, den Verstörten und Eingeschüchterten, den Verstummten, den Sensiblen, den Hin- und Hergerissenen. Denen, die während der ständig erneuerten ineffektiven Lockdowns häusliche Gewalt erleiden müssen und bei den unverzeihlichsten aller Kollateralschäden, den Kindern. Und seit Beginn der Pandemie bei allen Medizinern, MTA und Pflegekräften, die in Krankenhäusern und ICUs alles geben! Respekt und Ehre, wem sie gebühren!"

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