25.01.2021 - 14:50

Signal, Threema und ein Klassiker Millionen kehren WhatsApp den Rücken: Mögliche Messaging-Alternativen

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Welche Apps können ein guter WhatsApp-Ersatz sein?

Foto: Roman Samborskyi/Shutterstock.com

Welche Apps können ein guter WhatsApp-Ersatz sein?

Nach Kritik an dem Messenger WhatsApp wandern immer mehr Nutzer ab. Alleine zwei andere Tools haben zuletzt mehr als 30 Millionen User dazugewonnen. Hier einige Alternativen.

Für viele Nutzer wurde WhatsApp in den vergangenen Jahren ein Synonym für Messaging-Apps - ähnlich wie das etwa Tempo beim Papiertaschentuch ist, oder das Googeln statt der Suche im Web. Zuletzt kam jedoch harsche Kritik an WhatsApp auf. Im Mai sollen die Nutzungsbedingungen geändert werden, es gibt Datenschutzbedenken. Das Aus für den Messenger bedeutet dies zwar noch lange nicht, aber immer mehr Menschen suchen nach Alternativen.

Laut einem Bericht des britischen "Guardian" haben die beiden Apps Signal und Telegram in den ersten drei Januarwochen weltweit zusammen rund 32,5 Millionen neue Nutzer hinzugewonnen, während die Popularität von WhatsApp gleichzeitig gesunken sei. Auch ein Klassiker unter den Chat-Tools feiert ein Comeback. Ein Bericht des "Wall Street Journal" erklärt etwa, dass ICQ besonders in Hongkong derzeit äußerst beliebt sei. Die Downloads der App seien momentan rund 35 mal höher als zuvor. Hier eine Übersicht über fünf Messenger - die teils als gute Alternativen dienen könnten, teils aber auch nicht.

Elon Musk macht Werbung für Signal

Die App Signal ist gerade bei technikaffinen Nutzern seit Jahren beliebt. Der Messenger ist kostenlos, bietet jederzeit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und auch Werbung gibt es nicht. Der Dienst wird von einer gemeinnützigen Organisation zur Verfügung gestellt, die über Spenden finanziert wird und nicht mit einem großen Unternehmen verknüpft ist. Kürzlich hat auch Star-Unternehmer Elon Musk (49) für die App geworben. "Nutzt Signal", erklärte er ohne Umschweife und Ausschmückung bei Twitter.

Der Messaging-Dienst Threema kommt aus der Schweiz, setzt ebenso auf Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und erfreut sich in den vergangenen Jahren steigender Beliebtheit. Der Dienst ist mit Signal vergleichbar, bietet aber jedoch einen Vorteil, der bei vielen anderen Chat-Diensten auf dem Smartphone nicht üblich ist. Hier ist keine Verknüpfung mit der Handynummer notwendig - aber auf Wunsch machbar. Einen gehörigen Nachteil gibt es aber auch: Da die Anschaffung einmalig 3,99 Euro kostet, wird es für viele Nutzer nicht einfach sein, alle seine Kontakte vom Umstieg auf Threema überzeugen zu können. Die Nutzung selbst ist allerdings kostenlos.

Der Dienst Wire hat wie der Großteil der Konkurrenz Einzel- und Gruppenchats zu bieten. Auch hier kommt Ende-zu-Ende-Verschlüsselung zum Einsatz. Zudem sind unter anderem Video- und Sprachkonferenzen möglich. Neben einem persönlichen Account gibt es auch weitere Kontoarten. Die Pro-Variante kostete nach dem Ablauf eines kostenlosen Probezeitraums von 30 Tagen fünf Euro monatlich, eine Enterprise-Fassung liegt sogar bei acht Euro im Monat.

Auch folgende Apps geeignet?

Der Messenger Telegram hat auf dem Papier ähnliche Vorteile zu bieten wie Signal. Auch hier steht etwa Sicherheit laut den Angaben der Macher im Fokus und die App ist ebenso kostenlos. Eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ist allerdings nur für geheime Chats aktivierbar und nicht standardmäßig in Verwendung. Außerdem ist eine Monetarisierung für 2021 geplant, bei der derzeit nicht abzusehen ist, wie diese genau aussehen wird. Zuletzt genießt Telegram nicht gerade einen guten Ruf. Besonders in den vergangenen Monaten ist das Tool zur beliebten Anlaufstelle für Verschwörungstheoretiker, Corona-Leugner und derlei Zeitgenossen geworden.

Der Instant-Messaging-Dienst ICQ feierte Ende der 1990er und Anfang der 2000er Jahre seine Blütezeit. Mit einer gewissen Nostalgie denken sicherlich viele Nutzer von damals an den Service zurück. Mittlerweile existiert ICQ in moderner Form auch für Smartphones und ermöglicht unter anderem riesige Gruppenchats mit bis zu 25.000 Teilnehmern. Heute gehört die App allerdings dem russischen Internetgiganten Mail.ru und hat in Sachen Datensicherheit in den vergangenen Jahren immer wieder negativ auf sich aufmerksam gemacht

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