Aktualisiert: 24.09.2020 - 18:40

"Der G-Punkt als Pluspunkt" Unter der Gürtellinie: So frauenverachtend wurde Politikerin Sawsan Chebli beleidigt!

Die Berliner Politikerin Sawsan Chebli (42) wurde in einem Magazin sexistisch beleidigt.

Foto: imago images/APress

Die Berliner Politikerin Sawsan Chebli (42) wurde in einem Magazin sexistisch beleidigt.

Immer, wenn wir gerade leicht optimistisch sind, dass wir in puncto Sexismus-Bekämpfung auf dem besten Weg sind, passiert irgendetwas, das uns die Sprache verschlägt.

Selbst im Jahr 2020 sind Frauen in der Politik immer noch vielen ein Dorn im Auge. Sexismus in Form frauenverachtender Kommentare musste auch die Berliner Politikerin Sawsan Chebli (SPD) vor Kurzem wieder am eigenen Leib erfahren.

Ein Artikel der aktuellen Ausgabe des Magazins "Tichys Einblick" hatte sich mit den politischen Ambitionen der 42-jährigen beschäftigt – und in Bezug auf Sawsan Cheblis Pläne, vom Berliner Senat in die Bundespolitik zu wechseln, folgende Frage gestellt: "Was spricht für Chebli? Befreundete Journalistinnen haben bislang nur den G-Punkt als Pluspunkt feststellen können in der Spezialdemokratischen Partei der alten Männer".

Sawsan Chebli erfährt Solidarität nach frauenverachtender Äußerung

Das Magazin "Tichys Einblick" erscheint seit 2014 und wird von dem deutschen Journalisten und Publizisten Roland Tichy herausgegeben. Der Artikel stammt nicht von Tichy selbst, sondern von dem Journalisten Stephan Paetow, jedoch ist Tichy als Herausgeber dafür verantwortlich, was in dem Magazin abgedruckt wird.

Roland Tichy ist außerdem Vorsitzender der Ludwig-Erhard-Stiftung – eine Stiftung, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, durch Publikationen und Veranstaltungen die soziale Marktwirtschaft zu stärken. Auch CSU-Politikerin Dorothee Bär war Mitglied der Stiftung – bis zur Veröffentlichung von Paetows Artikel. Diesen nahm sie zum Anlass, aus Solidarität mit Chebli ihren Austritt zu erklären. Gegenüber dem Handelsblatt sagte sie, dass solche Aussagen mit den Zielen der Stiftung "absolut unvereinbar" seien. Kurz darauf, am 24. September, gab Tichy selbst bekannt, angesichts der Kontroverse um den Artikel zum Oktober 2020 zurücktreten zu wollen.

Darf Satire alles?

Der Text in "Tichys Einblick" führt mal wieder zu Fragen, wie sie gerne in Zusammenhang mit – vorgeblich – satirischen Beiträgen gestellt werden: Darf Satire alles? Und wo verläuft eigentlich die Grenze zwischen satirischem Kommentar und unter die Gürtellinie zielender Beleidigung? Gerade letzte Frage sollte bei Beiträgen gestellt werden, bei denen nicht ganz klar ist, ob sie wirklich satirisch gemeint sind, oder ob darin vielleicht doch ein wenig mehr Ernst steckt, als sich so mancher Verteidiger der künstlerischen Freiheit eingestehen möchte…

Nicht nur Politikerinnen werden immer wieder zur Zielscheibe für sexistische Kommentare: So geht Moderatorin Ruth Moschner mit sexistischen Kommentaren um! Glücklicherweise wächst das Bewusstsein für Sexismus in unserer Gesellschaft stetig. Auch Joko und Klaas trugen im TV ihren Teil zum Kampf gegen Sexismus bei.

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