Aktualisiert: 14.09.2020 - 14:19

Sie verfasste den "Hite Report" Mit 77 Jahren: Sexualforscherin Shere Hite gestorben

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Die Feministin und Soziologin Shere Hite ist gestorben. Sie hinterlässt ein umfassendes und spannendes Meisterwerk der Sexualwissenschaft, den "Hite-Report".

Foto: imago images / Stefan Zeitz

Die Feministin und Soziologin Shere Hite ist gestorben. Sie hinterlässt ein umfassendes und spannendes Meisterwerk der Sexualwissenschaft, den "Hite-Report".

Shere Hite, Kämpferin des 70er Jahre-Feminismus und Verfasserin des Hite-Reports, ist tot. Die engagierte Soziologin hinterlässt ein beeindruckendes Zeugnis.

Sie war eine weltberühmte Feministin und Sexualforscherin. Der "Hite Report" ihr bekanntestes Werk. Jetzt ist Shere Hite im Alter von 77 Jahren gestorben.

Mit 77 Jahren: Sexualforscherin Shere Hite gestorben

Sie forschte über die weibliche Lust und war damit Vorreiterin einer ganzen Generation. Mit ihrem "Hite Report", der über das sexuelle Erleben der Frau berichtete, wurde sie weltberühmt. Nun ist die bekannte Feministin und Sexualforscherin Shere Hite gestorben, wie ihr Ehemann Paul Sullivan dem britischen "Guardian" erklärte.

Sex aus weiblicher Perspektive, und auch noch auf 500 Seiten

Der "Hite Report" verkaufte sich rund 50 Millionen Mal und machte sie damit zur Pionierin der feministischen Sexualforschung. Sie war es, die bereits in den 70er Jahren den weiblichen Orgasmus zum Thema machte.

Der Report basierte auf von Frauen beantworteten Fragebögen, eine Studie, die es in seiner Umfänglichkeit und Thematik so noch nie gegeben hatte. 3.000 Fragebögen wurden im ganzen Land verschickt: "Masturbieren Sie gerne?", "Täuschen Sie manchmal einen Orgasmus vor?" waren die direkten Fragen, auf die Hite viele Anworten bekam.

Der weibliche Orgasmus als Forschungsobjekt

Die im "Hite-Report" veröffentlichten Umfrageergebnisse schlugen hohe Wellen und kamen in der männerdominierten Gesellschaft einem Tabubruch gleich. Sie sagte, was die Männer nicht hören wollten: Die simple Penetration der Vagina durch das männliche Geschlechtsteil empfänden die Frauen nicht als förderlich für den weiblichen Orgasmus. Empörung war die Folge, die Frauen dagegen fühlten sich durch Ihre Veröffentlichung bestätigt. Denn noch nie hatten sie so öffentlich über ihre Lust sprechen dürfen.

Die Männerwelt der 70er war erzürnt

Hite wurde in den USA geboren, studierte Soziologie und hatte sich früher einmal für den "Playboy" nackt an einer Schreibmaschine ablichten lassen. Die damalige Bildunterschrift "Die Maschine ist so schlau, dass sie es nicht sein muss": Ein Affront, der für Aufruhr sorgte, die Frauen auf die Barrikaden brachte und Hite zu einem der Sprachrohre des Feminismus machte.

Weiblicher Orgasmus, der oft nichts mit dem Mann zu tun hat

Selbstbestimmte Frauen, die sich Ihrer Sexualität und Lust bewusst sind. Der weibliche Orgasmus, der weniger mit dem Mann zu tun hat als denen lieb ist? Die Kritik an Hites Forschung riss nicht ab. Man warf ihr vor, "Ehen zu zerstören", der Playboy nannte ihre Publikation einen "Hate Report". Und natürlich wussten auch die christlichen Rechten einiges dazu zu sagen, u.a. wurde Hite kritisiert, ihr eigenes "unorthodoxes" Verständnis von Familie zu propagieren.

Nachdem diese Stimmen immer stärker wurde, entschloss sich die Sexualforscherin, ihre US-amerikanische Staatsbürgerschaft in den 90er Jahren abzulegen und die deutsche Nationalität anzunehmen. Als Protest und aus gutem Grund, sie war 14 Jahre lang mit dem deutschen Pianisten Friedrich Höricke verheiratet.

Sie war viel unterwegs und lebte an vielen euopäischen Orten. Mit Paul Sullivan, ihrem zweiten Ehemann, lebte sie schließlich in London. Shere Hite hat, laut dem "Guardian", zuletzt an Parkinson und Alzheimer gelitten.

In diesem Jahr mussten wir bereits von diesen bekannten Persönlichkeiten Abschied nehmen:

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