Aktualisiert: 14.09.2020 - 19:36

Alter ist nur eine Zahl Mimi Fiedler arbeitet am "Mir-doch-egal-Syndrom"

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Mimi Fiedler hat verraten, wie es ihr mit dem Älterwerden geht.

Foto: imago images/STAR-MEDIA

Mimi Fiedler hat verraten, wie es ihr mit dem Älterwerden geht.

Manche kriegen eine Midlife-Crisis, wenn sie die 40 geknackt haben, andere schließen Frieden mit sich selbst. Um ein gesundes Selbstbild zu entwickeln, brauchte Schauspielerin Mimi Fiedler vor allem erst mal: ein gewisses Alter.

Vielen ist die Schauspielerin kroatischer Herkunft als Kriminaltechnikerin Nika Banovic aus dem Stuttgarter "Tatort" bekannt. Sie hat eine Tochter und heiratete 2019 den TV-Produzenten Otto Steiner – zu einem Zeitpunkt also, als "mein straffes Bindegewebe nur noch eine schöne Erinnerung“ war. Gestört hat ihn das: null. Mit "Super You" hat Mimi Fiedler über das Älterwerden gesprochen.

Mimi Fiedler: Die verschiedenen Seiten des Älterwerdens

"Leider gehöre ich nicht zu den Menschen, die Älterwerden super finden. Ich altere nicht in Würde, und ich mag den äußeren Alterungsprozess auch nicht gerade sonderlich", gibt Schauspielerin Mimi Fiedler (44) offen zu. Und trotzdem musste sie erst mal so alt werden, wie sie heute ist, um sich selbst annehmen zu können und sich nicht mehr vorzukommen wie "das kroatische Aschenputtel aus der unterhessischen Bronx", wie sie sich selbst einmal bezeichnet hat. Paradox? Eigentlich nicht.

Denn so richtig viel Spaß hat Mimi ihre Jugend nicht gemacht. "Ich wurde als Kind viel gehänselt, dadurch ist ein Selbstbild entstanden, das schwierig war." Dass sie eine ungewöhnlich schöne Frau ist, hat sie lange nicht wahrgenommen. In ihrem Buch "Eigentlich wollte ich mich selbst entfalten. Für ein Happy End ist es nie zu spät" schreibt sie: "Ich war blind für mich selbst, sah in mir nur den unattraktiven, unfähigen Loser." Damit, das Vertrauen in sich selbst zurückzugewinnen, hat sie sich ihr Leben lang abgekämpft.

Das persönliche Wertschätzungsprogramm von Mimi Fiedler

Und wer sich selbst nicht mag, der behandelt sich eben auch nicht gut: Sie ernährte sich von zu viel Zucker und Weizen, rauchte, trank regelmäßig, um schwierige Situationen zu meistern. Bis sie sich einer Selbsthilfegruppe anschloss und es seitdem schafft, abstinent zu leben.

Dadurch ist die Selbstakzeptanz größer geworden, verbunden mit dem Wunsch, mehr für sich zu tun. 20 Minuten Meditation am Tag gehören heute also zum persönlichen Wertschätzungsprogramm. Sie motiviert sich (ja, selbst als bekennender Sportmuffel!) fürs Fitnessstudio oder zum Schwimmen. Für eine Weile ist sie komplett auf vegane Ernährung umgestiegen, fühlte sich dadurch vitaler, ausgeglichener, ihre Haut wurde besser. Weil sie kein dogmatischer Mensch ist, macht sie heute auch mal Ausnahmen, aber eben selten. Denn einem Zuviel an tierischen Produkten schreibt sie einen negativen Effekt aufs Bindegewebe zu, den sie "die Rache der Säure" nennt.

Zuletzt hat sie mit dem Programm von WW (Weight Watchers) sieben Kilo abgenommen. Es bestand aus viel Obst, Gemüse, mageren Proteinen und Vollkorn. In ihren Lieblingsgerichten ausgedrückt bedeutet das: regelmäßige Einheiten von Blumenkohl­-Spinat­-Curry, Quinoa­Pasta oder Ingwersuppe mit Koriander. Geht schlimmer, oder?

Auf dem Weg zum "Mir­-doch­-egal-Syndrom"

Geholfen, mit sich selbst Frieden zu schließen, hat ihr neben der Ernährungsumstellung aber auch, Nein sagen zu lernen: zu Dingen, die ihr nicht guttun, zu Menschen, die nur nehmen: "Ich bin überzeugt, dass Energieraub faltig und mürrisch macht!", schreibt Mimi in ihrem Buch. Besonders wichtig war für sie außerdem, die Diskrepanz zwischen der perfekten Instagram­-Version von sich selbst und der Frau mit Fältchen und Lebensspuren, die sie im Spiegel sieht, aufzulösen. Ganz offen über sich und ihre Cellulite zu reden.

Manchem mag es schonungslos erscheinen, wenn sie über sich sagt, sie sähe aus wie ein "Wellblechdach" oder ein "Schwimmbad". Aber vielleicht ist dieser offensive Umgang einfach ihre Art, den eigenen Unsicherheiten die Macht zu nehmen. Ihr Ziel ist es, irgendwann dieses befreiende Mir­-doch­-egal-Syndrom zu entwickeln, das sie von ihrer Mutter kennt: sich von grauen Haaren und Falten nicht vorschreiben zu lassen, wie man sich zu verhalten oder wie man zu empfinden hat.

Denn auch wenn sie den äußerlichen Alterungsprozess nicht so mag, sagt Mimi: "Den inneren finde ich absolut super!"

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Erschienen in der neuen SUPER YOU, dem Healthstyle-Magazin für intelligente Ernährung. Dies ist für 4,90 Euro im Handel erhältlich. Im Heft lesen Sie auch, wie drei weitere, spannende Persönlichkeiten mit dem Älterwerden umgehen. Außerdem gibt's tolle Artikel über gesunde Ernährung sowie tolle Rezepte zu entdecken.

Die 45-jährige Schauspielerin war übrigens nicht nur in unzähligen "Tatort"-Folgen zu sehen – zuletzt konnte man sie auch in der beliebten RTL-Serie "Nachtschwestern" bestaunen. Und apropos bestaunen: Vor wenigen Monaten konnte man(n) Mimi Fiedler und "Nachtschwestern"-Kollegin Ines Quermann im "Playboy" sehen.

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