21.07.2020 - 19:48

Die Filmkomödie im Free-TV "Zu guter Letzt": Shirley MacLaine zeigt, was noch in ihr steckt

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Shirley MacLaine alias Harriet in "Zu guter Letzt".

Foto: ARD Degeto/© Tobis

Shirley MacLaine alias Harriet in "Zu guter Letzt".

Gibt es für ältere Semester keine Rollen mehr in der Traumfabrik? Schauspiel-Ikone Shirley MacLaine (86, "Zeit der Zärtlichkeit") beweist in der Filmkomödie "Zu guter Letzt" (2017), die am heutigen Dienstag (21. Juli, um 22:45 Uhr) im Ersten Free-TV-Premiere feiert, das Gegenteil. Seit gut 60 Jahren steht sie vor der Kamera und hat in ihrer Karriere zahlreiche Preise abgestaubt, darunter auch den Oscar als "Beste Hauptdarstellerin". MacLaine war zwar nie weg, aber in "Zu guter Letzt" zeigt sie einmal mehr, warum sie zu den ganz Großen in Hollywood zählt.

Darum geht es in "Zu guter Letzt"

Die einst erfolgreiche Geschäftsfrau Harriet Lauler (MacLaine) hat jeden Aspekt ihres Ruhestands bis ins letzte Detail geplant. Daher soll die junge Journalistin Anne (Amanda Seyfried) ihren Nachruf schon zu Harriets Lebzeiten verfassen, stößt aber schon bald auf ein gravierendes Problem: Niemand hat ein gutes Wort für Harriet übrig. Wie soll da ein liebenswertes Porträt entstehen? Die kratzbürstige alte Dame will daher ihre Biografie noch einmal aktiv umschreiben. Dazu muss sie sich unter anderem mit ihrer Tochter (Anne Heche) versöhnen. So unternehmen Harriet und Anne eine Reise, die alles verändern soll.

Shirley MacLaine harmoniert mit Amanda Seyfried

MacLaine ist die dickköpfige, kontrollsüchtige und gradlinige Kratzbürste wie auf den Leib geschnitten. Harriet Lauler sagt, was sie denkt. Sie war ihr ganzes Leben lang zielstrebig und unnachgiebig, um sich in einer Männerdomäne als Geschäftsfrau behaupten zu können. Zwar ahnt der Zuschauer schon früh, dass hinter der rauen Fassade eine lebenslustige, pfiffige Dame steckt, doch erst im Lauf des Films verliebt man sich mehr und mehr in sie.

Als ideale Szenenpartnerin bekommt MacLaine Unterstützung von Amanda Seyfried (34, "Das Leuchten der Stille"), der man beim Flirten mit ihrem Ehemann Thomas Sadoski (44, "Der große Trip - Wild") zusehen kann. Es ist der erste gemeinsame Film des Paares. Sie hatten kurz zuvor geheiratet und ihr erstes gemeinsames Kind bekommen. Die Chemie vor der Kamera ist unverkennbar, sodass man sich fragt, wie viel davon überhaupt geschauspielert war.

Doch nicht nur Seyfried tritt als Gegenpart zu MacLaine auf: Die junge AnnJewel Lee Dixon alias Brenda sorgt als freches Mädchen für jede Menge flotte Sprüche. Als Trio im Alltag, auf einem Roadtrip und beim Schwimmen unter dem Sternenhimmel sind sie unschlagbar.

"Zu guter Letzt" dreht sich um einige große Fragen des Lebens. Ist man allein im Alter glücklich? Wie will man in Erinnerung bleiben, wenn man gestorben ist? Sind alle Konflikte gelöst? Hinterlässt man etwas Gutes? Hat man alles erledigt? Sind alle Wünsche erfüllt worden und Pläne aufgegangen? Antworten liefert der Film nicht auf alle Fragen. Einiges bleibt ungeklärt, was wohl häufig auch in der Realität der Fall ist.

Fazit

"Zu guter Letzt" schwankt zwischen Komödie und Drama. Es gibt eine Menge zu lachen, aber auch einiges zum Nachdenken. Die eine oder andere Träne dürfte ebenso verdrückt werden. Die Botschaft ist simpel: Es ist nie zu spät, etwas im Leben zu ändern. Und Shirley MacLaine sieht man nach wie vor einfach gern dabei zu, wie sie auf der Leinwand ihr Ding durchzieht.

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