Aktualisiert: 15.06.2020 - 09:14

Vor allem die Kinder betroffen Black Lives Matter: Boris Becker spricht über Rassismus in der Familie

Von

Boris Becker mit seinen Söhnen Noah (l.) und Elias. Beide müssen sich regelmäßig alltagsrassistischen Äußerungen stellen – und das geht ihrem Vater gehörig gegen den Strich.

Foto: imago images/Eibner

Boris Becker mit seinen Söhnen Noah (l.) und Elias. Beide müssen sich regelmäßig alltagsrassistischen Äußerungen stellen – und das geht ihrem Vater gehörig gegen den Strich.

Vor genau einer Woche hat Boris Becker in den sozialen Netzwerken für Aufsehen gesorgt. Hintergrund waren die "Black Lives Matter"-Proteste gegen Rassismus. Jetzt spricht der Tennis-Star über Rassismus in seiner eigenen Familie.

Auch innerhalb der Familie wird Boris Becker mit Rassismus konfrontiert. Nachdem er wegen seiner Teilnahme an einer Anti-Rassismus Demonstration der Black Lives Matter-Bewegung in London für Aufsehen in den sozialen Netzwerken gesorgt hat, äußert sich die Tennis-Legende nun ein weiteres Mal zu Rassismus. Dieses Mal allerdings innerhalb der eigenen Familie.

Black Lives Matter: Boris Becker ist gegen Rassismus

"Sind wir ein Land von Rassisten geworden...?" Mit dieser Frage bei Twitter sorgte Boris Becker (52) vor genau einer Woche für Aufsehen. Vorangegangen waren seiner Aussage nach massive Beleidigungen aus seiner deutschen Heimat, nachdem er in London für die "Black Lives Matter"-Bewegung auf die Straße gegangen war. Im Interview mit der "Bild am Sonntag" erörtert Becker nun seine Fassungslosigkeit über "nichts als Hass und Häme", die in den Sozialen Medien über ihn ausgeschüttet wurden – weil er sich gegen Rassismus starkmacht.

"Am meisten fassungslos" sei er, dass die Kritik auch aus den Reihen seiner eigenen Fans und Follower kam. "Ausgerechnet die, die mich früher auf dem Tennisplatz bejubelten, kritisieren mich nun, weil ich meine Familie verteidige? Ganz ehrlich: Auf solche Fans kann ich verzichten."

Beispiel aus der eigenen Familie

"Welche Anfeindungen und Benachteiligungen Menschen mit anderer Hautfarbe ertragen müssen", wisse er spätestens seit dem Kennenlernen seiner ersten Frau Barbara (53), sagt Becker weiter. Verändert habe sich seither nichts, "mindestens einmal die Woche" erleben seine drei ältesten Kinder Rassismus im Alltag.

Wie einfach sich latenter Rassismus in den Alltag schleichen kann, erklärt Becker anhand eines Beispiels aus seiner Familie: "Meine Mutter ist der liebenswürdigste Mensch auf der Welt, sie war selbst Flüchtling und ist das Gegenteil von einer Rassistin. Doch auch sie hat in ihrem Sprachgebrauch einige Wörter, die heute einfach nicht mehr in Ordnung sind. Sie und auch meine Schwester sagen zu Schaumküssen zum Beispiel immer noch Mohrenkopf."

Hintergründe des ursprünglichen Tweets von Boris Becker lesen Sie hier. Auch interessant: Noah Becker spricht über seinen Vater Boris.

"Blackout Tuesday": Schwarze Bilder gegen Rassismus und Polizeigewalt
"Blackout Tuesday": Schwarze Bilder gegen Rassismus und Polizeigewalt
Die neuesten Videos von BILD der FRAU

Die neuesten Videos von BILD der FRAU

Beschreibung anzeigen
Eine Marke der FUNKE Mediengruppe