Aktualisiert: 24.05.2020 - 21:22

Die Schauspielerin im Interview Veronica Ferres: "Ab und zu bin ich gern Sündenbock"

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Mehr als "nur" Schauspielerin: Veronica Ferres hat auch als Film-Produzentin Erfolg

Foto: imago images / Future Image

Mehr als "nur" Schauspielerin: Veronica Ferres hat auch als Film-Produzentin Erfolg

Mit Komödien wurde sie berühmt, inzwischen traut sie sich längst auch an "harte" Themen ran: In ihrem neuen TV-Film wird die 54-Jährige zur Kämpferin gegen den Waffenhandel...

Veronica Ferres wurde am 10. Juni 1965 in Solingen geboren. Ihren Durchbruch hatte sie 1991 mit "Schtonk". Es folgten Filme wie "Rossini" (1996), "Die Manns – Ein Jahrhundertroman" (2001), "Die Frau vom Checkpoint Charlie" (2006) und "Salt and Fire" (2016). Seit 2009 liebt die blonde Schauspielerin den Unternehmer Carsten Maschmeyer (60), seit 2014 sind die beiden auch verheiratet. Aus erster Ehe mit Martin Krug geht ihre Tochter Lilly (18) hervor. Maschmeyer bringt zwei Söhne mit in die Ehe mit Ferres.

Im Interview mit BILD der FRAU verrät Veronica Ferres mehr über ihre Rolle in "Meister des Todes 2", die Schauspielambitionen von Tochter Lilly und ihre Filmproduktion.

Interview mit BILD der FRAU: "Ich versuche zu helfen, wo ich kann"

BILD der FRAU: Liebe Frau Ferres, im Film "Meister des Todes 2" geht es um deutsche Rüstungsexporte. Nach dem Gucken fragt man sich: Wem und was kann ich überhaupt noch vertrauen?

Veronica Ferres: Ja, der Film hat mich auch sehr berührt – und genau das soll er auch. Die Zuschauer erreichen und zum Nachdenken anregen. Aber: Man muss weiter vertrauen. Und aktiv sein. Indem man darüber redet und diskutiert und indem man ganz genau aufpasst bei der nächsten Wahl, wem man seine Stimme gibt. Die Macht in der Demokratie ist beim Volk.

In Ihrer Rolle schauen Sie lange weg, wirken regungslos.

Genau. Sabine schaut so lange weg, bis sie selbst das Schlimmste erlebt. Erst dann bekommt sie die Kraft, für die Wahrheit zu kämpfen und entwickelt ungeahnte Kräfte.

"Ich glaube an Gerechtigkeit"

Weckt die Arbeit an einem solchen Film auch ihren persönlichen Kampfgeist?

Innerhalb der eigenen Möglichkeiten ganz klar. Ich versuche zu helfen, wo ich kann. Ich unterstütze seit meinem 17. Lebensjahr Amnesty International. Und wenn ich in meinem Umfeld miterlebe, dass irgendetwas schiefläuft und ein Sündenbock gesucht wird, dann schmeiße ich mich gerne mal davor und nehme es auf mich, obwohl ich damit gar nichts zu tun habe. Ich glaube an Gerechtigkeit.

Ihre Filmfigur meint, man dürfe keine Kinder in diese brutale Welt setzen.

Diese Einstellung hatte ich auch mal als junge Frau – und habe sie dann verworfen. Es gibt nichts Schöneres, als Kinder zu haben. Aber es ist auch eine Herausforderung. Als Mutter musst du immer wach und aufmerksam sein.

Und mit Ängsten umgehen.

Ja, klar. Die Herausforderung ist, dass man die eigenen Ängste nicht auf die Kinder überträgt, sondern sie zu Freigeistern erzieht, zu mutigen Menschen. Es gibt dieses wunderbare Gedicht "Eure Kinder" von Khalil Gibran. Darin schreibt er, dass wir als Eltern der Boden, die Wurzeln und der Rückhalt für unsere Kinder sein sollten.

Als Mutter muss man Vertrauen haben

Trotzdem ist es mit dem Loslassen nicht so einfach, oder?

Wir Eltern müssen einfach Vertrauen haben, dass es hoffentlich gut geht. Wir müssen auf die Werte, die wir die Kinder gelehrt haben, bauen.

Ihre Tochter Lilly wird auch Schauspielerin?

Nächstes Jahr kommen mehrere Filme mit ihr raus, sie hat in den vergangenen acht Monaten vier Filme gedreht.

Wie ist das für Sie als Mutter?

Lilly fängt im Herbst das Studieren an und – ganz ehrlich – das beruhigt mich sehr. Alles andere ist Spielerei.

In Vancouver dreht Veronica Ferres mit Sandra Bullock

Während Lilly vor der Kamera Fuß fasst, sind Sie mit Ihrer Filmproduktion aktiv. Wollen Sie nicht mehr so viel drehen?

Darum geht es nicht, mir macht beides Freude. Ich habe letztes Jahr allein drei Filme produziert, in denen ich nicht mitspiele. Und jetzt drehen wir seit Februar in Vancouver mit Sandra Bullock einen Film für Netflix. Da bin ich wahnsinnig stolz drauf. Aber ich werde auch bald wieder vor der Kamera stehen, mit Juliette Binoche.

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Für Veronica Ferres ist ihre Familie immens wichtig. Am Muttertag widmet sie ihren Kindern einen emotionalen Instagram-Post und auch an ihren Mann Carsten Maschmeyer richtet sie liebevolle Worte.

Als Schauspielerin machte Veronica Ferres erste Schritte in der Filmbranche, heute hat sie ihre eigene Filmproduktion. Mehr zu Film und Fernsehen erfahren Sie auf unserer Themenseite.

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