18.05.2020 - 09:54

ProSieben vs. ARD "Free ESC" oder "Deutsches Finale": Welche Show überzeugte?

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Nico Santos und Barbara Schöneberger feierten am Samstagabend besondere ESC-Momente.

Foto: [M] ProSieben/Willi Weber/NDR/Morris Mac Matzen

Nico Santos und Barbara Schöneberger feierten am Samstagabend besondere ESC-Momente.

Der reguläre ESC wurde wegen Corona abgesagt. Da musste also eine kreative Lösung her! Doch wie haben die zwei Songcontest-Formate von ARD und ProSieben abgeschnitten? Die Bilanz.

Zwei Sender, zwei Shows, viele Meinungen. Am Samstagabend flackerten in der ARD und auf ProSieben zeitgleich der "Eurovision Song Contest – Das deutsche Finale live aus der Elbphilharmonie" sowie der "Free European Song Contest" ("Free ESC") über die Mattscheiben. Welche der beiden Shows kam beim Fernsehpublikum besser an? Und wie waren die allgemeinen Reaktionen?

ProSieben-Show "Free European Song Contest" punktet mit Comedy

Der von Stefan Raab (53) ins Leben gerufene "Free ESC" sorgte laut Twitter-Gemeinde für einen "extrem unterhaltsamen Abend". Die Reaktionen auf die Musikbeiträge wie etwa jenem von Gewinner Nico Santos (27, "Like I Love You") fallen durchweg positiv aus. Der Abend wird von einem Nutzer gar als "eine Reise in die beste Comedy-Vergangenheit mit Bully und Raab" betitelt.

Und auch die Quoten sprechen für sich. Bei den 14- bis 49-jährigen Zuschauern erreichte der "Free ESC" am Samstagabend einen Marktanteil von 19,2 Prozent. Insgesamt verfolgten rund 2,57 Millionen Zuschauer die Premiere des alternativen Musikwettbewerbs.

ARD-Alternative "Das Deutsche Finale" spaltet die Meinungen

Ob die ARD mit dem von Barbara Schöneberger (46) moderierten "Deutschen Finale" da mithalten konnte? Ja - wenn auch ein wenig verhaltener. Bei den 14- bis 49-Jährigen schalteten immerhin so viele ein, dass in der Zielgruppe 17,9 Prozent Marktanteil generiert werden konnten. Treue ESC-Anhänger zeigten sich im Anschluss größtenteils dankbar für die Show, die in Zeiten der Corona-Krise ein Stückchen Normalität symbolisiere.

Dennoch hatte es der offizielle Ersatz "Europe Shine a Light", der im Anschluss an das "Deutsche Finale" gezeigt wurde, schwer. Ihn verfolgten lediglich 1,64 Millionen Zuschauer, was bei den 14- bis 49-Jährigen einen geringen Marktanteil von 9,0 Prozent ausmachte. Das allgemeine Fazit der ARD-Zuschauer wurde von einer Twitter-Nutzerin zusammengefasst: "Nächstes Jahr wird besser. Hoffentlich." Der originale Eurovision Song Contest scheint wohl eben doch nicht so leicht zu ersetzen zu sein.


So feierte die ARD den ESC-Abend

Am Abend, der für den Eurovision Song Contest reserviert war, begann die ARD ihr Ersatzprogramm im Livestream bereits um 19.45 Uhr. Zehn Jahre nachdem Lena Meyer-Landrut (28) mit "Satellite" den Wettbewerb gewonnen hatte, blickte das Erste auf den Triumph von 2010 zurück und feierte den Erfolg mit den Moderatoren Alina Stiegler und Stefan Spiegel noch einmal.

Ab 20:15 Uhr führte Barbara Schöneberger (46) durch "Das Deutsche Finale 2020". Singend eröffnete sie die Show aus der Hamburger Elbphilharmonie mit einer komödiantischen Collage früherer deutscher und österreichischer Gewinner und ließ dabei alle wissen: "Wir sind das Original!"

"Deutsches Finale": Positive Botschaften der Künstler

Anschließend strahlte die ARD "Europe Shine A Light" aus, das bereits seit 21 Uhr live etwa auf YouTube zu verfolgen war. Die ESC-Stimme des deutschsprachigen Fernsehen Peter Urban (72) und Michael Schulte kommentierten und übersetzten am Mikrofon. Der Reihe nach wurden bei "Europe Shine A Light" die für den ESC qualifizierten Künstler vorgestellt, jeder von ihnen hatte eine kurze Botschaft für das Publikum. Der allgegenwärtige Tenor: "Haltet noch ein bisschen durch, wir schaffen es gemeinsam durch diese Krise. Lasst uns heute die Musik feiern, um der Welt ein Licht zu bringen."

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"Free ESC": Raab oder kein Raab?

Die Heavytones als Showband, dazu die wohlbekannte "TV total"-Stimme aus dem Off – es fehlte eigentlich nur noch Stefan Raab selbst für die perfekte Nostalgie. Und tatsächlich gab es gleich zu Beginn der Show einen kurzen Einspieler des Entertainers a.D., in dem er als eine Mischung aus ESC-Siegerin Nicole (55) und einem Hobbit den Song "Ein bisschen Frieden" trällerte.

Doch für Deutschland trat nicht er, sondern ein anderes Entertainer-Unikat an. Mit "Forever at Home" schmetterte Helge Schneider (64) ein eigens komponiertes Corona-Lied als Vertreter der Bundesrepublik. Für den ganz großen Wurf sollte es für Mister Katzeklo am Ende zwar nicht reichen. Er ergatterte aber einen ausgesprochen respektablen vierten Platz.

Einen Überraschungsgast, der als 16. Teilnehmer in den Ring stieg, gab es auch noch. Direkt vom Mond flog ein gewisser Astronaut a.k.a. Max Mutzke (38) ein, der zuletzt bei der ProSieben-Show "The Masked Singer" erneut sein Gesangstalent unter Beweis stellte. Auch für den Auftritt "Nicht von dieser Welt" konnte abgestimmt werden, den Sieg entführte er aber nicht ins All. Am Ende heimste er Bronze ein.

Mehr zum"Free ESC" auf Prosieben lesen Sie hier.

Wie das Gegenstück das"Deutsche Finale" in der ARD ablief, erfahren Sie hier.

Mehr zum Thema TV-Sendungen finden Sie auch auf unserer Themenseite.

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