13.05.2020 - 08:12

Die Schauspielerin im Interview Jutta Speidel: Allein durch Australien – das war mein größter Traum

Mit ihrer Reise hat sich Jutta Speidel einen lang gehegten Traum erfüllt.

Foto: imago images / Sven Simon

Mit ihrer Reise hat sich Jutta Speidel einen lang gehegten Traum erfüllt.

Ostermontag stach sie mit dem "Traumschiff" Richtung Marokko in See. Privat hat die 66-Jährige sich gerade einen anderen Wunsch erfüllt und gönnte sich die Auszeit ihres Lebens...

Jutta Speidel wurde am 26. März 1954 in München geboren. Im Alter von 15 ergatterte sie eine Komparsenrolle in der Serie "Di Lümmel von der ersten Bank", in der sie fortan zur Stammbesetzung gehörte. Mit dem Thriller "Fleisch" aus dem Jahr 1978 konnte sie ihr schauspielerisches Talent auch auf internationaler Ebene unter Beweis stellen. In den Produktionen "Rivalen der Rennbahn", "Um Himmels Willen" und "Annas Erbe" folgten für Speidel weitere Rollen.1996 gründete sie den Verein "Horizont e. V." für obdachlose Mütter und deren Kinder. Mit Stefan Feuerstein, mit dem sie 1985-1994 verheiratet war, hat die Schauspielerin zwei Töchter, Franziska (37) und Antonia (34).

Im Interview mit BILD der FRAU verrät Jutta Speidel mehr über ihre Rolle auf dem "Traumschiff, ihre Liebe zum Reisen und den Verein "Horizont e. V." für obdachlose Mütter und deren Kinder.

Jutta Speidel im Interview mit BILD der FRAU über das "Traumschiff"

BILD der FRAU: Liebe Frau Speidel, sind Sie privat eigentlich ein Fan von Kreuzfahrten?

Jutta Speidel: Ich habe bereits auf zwei Schiffsreisen Lesungen gemacht und 1981 und 1983 auf dem "Traumschiff" gedreht. Und jetzt noch einmal. Wie Sie sehen, waren das aber alles berufliche Reisen.

Privat reisen Sie also anders?

Ja, ich bin ein Individualist und würde mich ungern einer Reisegruppe anschließen, noch eine Kreuzfahrt antreten. Ich hätte dort einfach keine Ruhe. Deshalb bin ich lieber da unterwegs, wo niemand weiß, wer ich bin.

Das können wir bei Ihrer Bekanntheit glatt verstehen. Aber noch mal zurück zum "Traumschiff": Sie spielen eine Schlagersängerin.

Genau. Meine Rolle, die Rosi Hager, sucht ihren ehemaligen Gesangspartner, um mit ihm die guten alten Zeiten als erfolgreiches Musiker-Duo wieder aufleben zu lassen. Er ist inzwischen Barpianist auf dem Traumschiff. Doch Rolf verweigert sein Comeback und lehnt jeglichen Kontakt ab. Das führt zu einigen Irritationen (schmunzelt). Das wird sehr lustig – versprochen.

Wie gefällt Ihnen denn der neue Kapitän Max Parger alias Florian Silbereisen?

Er ist ein sehr lustiger und angenehmer Mensch. Wir haben uns an unserem einzigen gemeinsamen Drehtag in der Wüste unterhalten. Sehr nett.

Sie waren zusammen in Marokko – wie hat's Ihnen dort gefallen?

Sehr gut. Ich war schon einige Male in Marokko. Aber diesmal habe ich ganz besonders geliebt, auf einem Kamel über die Dünen zu reiten.

Mit ihren Reisen hat sich Jutta Speidel einen großen Traum erfüllt

Klingt toll. Gerade waren Sie aber auch ganz allein auf großer Reise. Erzählen Sie mal.

Ich bin zwei Monate durch Australien und Neuseeland gereist. Der einzige Plan in der Tasche waren der Termin meines Hin-und meines Rückflugs. Ich hatte nur einen großen Rucksack und einen Trolley dabei und habe jeden Tag spontan entschieden, wie weit ich mit meinem Mietwagen fahren will und mir dann abends eine Unterkunft gesucht. Damit habe ich mir einen großen Traum erfüllt.

Klingt großartig.

Ja, nicht wahr? Diese Reise habe ich aber auch ganz lange geplant und immer wieder verschieben müssen. Erst musste ich diesen Traum aus familiären Gründen beiseiteschieben, dann wurde meine Mutter krank. Als es dann endlich so weit war, stand für mich fest, dass ich diese große Reise ungern mit jemand machen möchte, der finanziell nicht so flexibel sein kann. Also bin ich allein los. Ich wollte so individuell wie möglich unterwegs sein.

Haben Sie jemals darüber nachgedacht auszuwandern?

Nein, nie. Dafür bin ich auch viel zu gern daheim.

"Ich habe 50 Jahre lang auf diese Reise gewartet"

Die Reise war also nur ein kurzer Ausbruch in die Freiheit?

Die Reise diente dazu, auch mal den Kopf frei zu kriegen. Diese Freiheit hatte ich seit meiner Kindheit nicht mehr. Eine einmalige Erfahrung. Und ich bin glücklich, dass ich mich einmal in meinem Leben ausgeklinkt habe. Ich habe 50 Jahre lang darauf gewartet. Aber jetzt warten neue Aufgaben auf mich.

"Lasst uns nicht im Stich"

Welche denn?

Eigentlich wollen wir mit meinem Verein "Horizont e. V." noch ein drittes Haus, ein Schutzhaus für obdachlose Frauen und deren Kinder bauen. Aber jetzt gerade geht es um unsere Existenz. Wir haben unser Restaurant, die Werkstätten, die Kita schließen müssen. Es kommt kein Cent mehr rein. Deshalb bitte ich alle: Lasst uns nicht im Stich.

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Da die meisten von uns gerade so gar nicht verreisen können, ist es schön, die Reisegeschichten anderer zu lesen oder mit Büchern "im Kopf auf Reisen zu gehen": 7 Bücher, die Sie in andere Länder entführen.

In diesem Interview erklärt Jutta Speidel, warum sie von Botox Abstand hält. Auf dem "Traumschiff" machten Austern Jutta Speidel zu schaffen. Mehr zu den aktuellen TV-Sendungen erfahren Sie auf unserer Themenseite.

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