31.03.2020

Sicherheit geht vor Von H&M bis Prada: Diese Modefirmen produzieren jetzt Schutzkleidung

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Modeunternehmen wie H&M und Prada werden in Zeiten der Coronavirus-Pandemie aktiv.

Foto: [M] Shutterstock.comVytautas Kielaitis/Worapas

Modeunternehmen wie H&M und Prada werden in Zeiten der Coronavirus-Pandemie aktiv.

Die Coronavirus-Pandemie hat die Nachfrage an Schutzkleidung rasant in die Höhe schnellen lassen - und das weltweit. Einige Modeunternehmen haben reagiert und ihre Produktionsabläufe entweder ganz oder in Teilen umgestellt. Es werden Kittel, Masken und sonstige Schutzmittel produziert, um vor allem das Pflege- und Krankenhauspersonal bei seiner täglichen Arbeit zu schützen und zu unterstützen. Diese Firmen gehen mit gutem Beispiel voran.

H&M folgt den Anweisungen der EU

Das schwedische Textilhandelsunternehmen H&M wurde von der Europäischen Union ins Boot geholt. Wie eine Sprecherin der Nachrichtenagentur spot on news sagte, habe die EU das Unternehmen "gebeten, die Kapazitäten unserer Lieferkette sowie weitreichende Beschaffungssysteme und Logistik-Kapazitäten dafür einzusetzen, eine schnellstmögliche Auslieferung zu ermöglichen". Welche Art von Schutzkleidung in welcher Stückzahl produziert wird, stehe noch nicht gänzlich fest. "Wir stehen in einem engen Dialog mit der EU, um zu verstehen, welche Bedürfnisse am dringendsten sind."

Generell sei jedoch die Produktion von Schutzmasken vorrangig. Wann mit der Hilfsaktion gestartet wird? Die Sprecherin meinte: "Sobald wir sichergestellt haben, dass die Produkte die Anforderungen der EU und der WHO erfüllen, werden die Produktion und die Lieferungen beginnen." Zugutekommen sollen die Artikel dem Personal in Krankenhäusern und im Gesundheitswesen. "Wir werden die Länder beliefern, in denen die EU den größten Bedarf sieht, und zwar sowohl innerhalb als auch außerhalb der EU." Weiter ließ das Unternehmen über seine Sprecherin verlauten, dass es die Lieferungen "in dieser dringenden Anfangsphase" zunächst spenden wolle.

Trigema unterstützt "mehrere Kliniken"

Am 19. März fiel im schwäbischen Burladingen der Startschuss. Trigema, Deutschlands größter Hersteller von Sport- und Freizeitbekleidung, hat die Produktion von Schutzmasken und Schutzkleidung begonnen, nachdem "mehrere Kliniken" eine entsprechende Nachfrage gestellt hätten. Auf der offiziellen Website ist seitdem von einer Produktion von rund 100.000 Schutzmasken pro Woche für Klinken und Pflegeeinrichtungen die Rede. Zudem veröffentlichte Trigema eine Anleitung, um Mundschutz und Schutzkittel zuhause in Eigenregie nähen zu können.

Eterna macht sich in der Slowakei stark

Eterna aus dem niederbayerischen Passau hat seine "Produktion von Hemden und Blusen aufgrund der allgegenwärtigen Krise massiv zurückgefahren". Das geht aus einer offiziellen Mitteilung des Hemdenherstellers hervor, die spot on news vorliegt. Stattdessen würde man sich im Produktionsbetrieb in der Slowakei voll und ganz auf die Produktion von Schutzmasken konzentrieren. Auftraggeber sei der slowakische Staat, "der seine Bestände von dringend benötigter Schutzausrüstung für medizinisches Personal und Patienten damit aufstockt".

Ziele des Unternehmens seien es, den täglichen Output auf 25.000 Masken zu bringen, weitere Kapazitäten für die Produktion weiterer Schutzkleidung zu schaffen sowie die Mitarbeiter vor Kurzarbeit zu schützen. Einziges Manko: "Derzeit ist die Produktion nur für die Slowakei zugelassen", heißt es von Seiten Eterna. Man arbeite jedoch "mit Hochdruck daran, die rechtlichen Bedingungen und Einhaltung der Vorschriften für eine Lieferung in den Rest Europas möglich zu machen".

Calzedonia stellt komplette Produktionswerke um

In den Hallen des italienischen Unternehmens Calzedonia, das sonst überwiegend Strumpfwaren, Unterwäsche und Bademode herstellt, stehen alle Zeichen auf Krisen-Management. Alte Nähmaschinen wurden umgestellt, neue Spezialmaschinen angeschafft. Seit dem 23. März werden in den Fabriken in Avio (Trentino-Südtirol) und Gissi (Abruzzen) sowie in allen hauseigenen Werken in Kroatien Atemschutzmasken und Kittel produziert. Wie es in einer Medienmitteilung heißt, sei die erste Lieferung noch am selben Tag an das Krankenhaus von Verona sowie an die Gemeinde Verona verschickt worden.

Luxusmarken Prada und Ralph Lauren ziehen mit

Auch Luxus-Modehäuser scheinen den Ernst der Lage erkannt zu haben. So hat etwa das italienische Unternehmen Prada am 18. März mit der Produktion von 80.00 Schutzkitteln und 110.000 Schutzmasken begonnen. Der Auftrag dazu stamme aus der Region Toskana, wie aus einer Pressemeldung der Firma hervorgeht. Bis zum 6. April sollen die Arbeiten in der Prada-Fabrik in Montone (Umbrien) noch andauern, ebenso wie die täglichen Lieferungen an das nationale Pflegepersonal.

Ralph Lauren (80), US-amerikanischer Modedesigner und Gründer des Modeunternehmens Ralph Lauren Corporation, wurde ebenfalls aktiv. Nicht nur spendete er im Kampf gegen das Coronavirus zehn Millionen US-Dollar an mehrere Organisationen. Er veranlasste in Kooperation mit seinen Fertigungspartnern in den USA auch die Produktion von 250.000 Masken und 25.000 Schutzanzügen.

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