21.03.2020

Das Robert Koch-Institut klärt auf Coronavirus: Wer gehört offiziell zur Risikogruppe?

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Schwere Verläufe müssen teilweise auf Intensiv-Stationen behandelt werden

Foto: Chaikom / Shutterstock.com

Schwere Verläufe müssen teilweise auf Intensiv-Stationen behandelt werden

Corona-Partys und gemeinsames Grillen im Park: Vor allem junge Erwachsene und Jugendliche scheinen den Ernst der Lage bezüglich der Gefährlichkeit des Coronavirus teilweise immer noch nicht begriffen zu haben. Zwar gehören gesunde und junge Menschen in der Tat nicht zur offiziellen Risikogruppe, dennoch berichten Ärzte immer wieder auch von schweren Covid-19-Verläufen bei Patienten unter 40 Jahren.

Doch welche Bevölkerungsgruppen gehören denn nun wirklich zur offiziellen Risikogruppe, die unbedingt vermeiden sollten, sich mit dem gefährlichen Virus anzustecken? Das Robert Koch-Institut (RKI) gibt hierzu genaue Infos (Stand: 20. März 2020): Zu den Personen, die nach bisherigen Erkenntnissen ein höheres Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf haben, sind demnach ältere Menschen und Menschen mit spezifischen Vorerkrankungen.

Für diese Gruppen gibt es ein erhöhtes Risiko

So steige das Risiko ab 50 bis 60 Jahren stetig an. Aufgrund eines weniger gut reagierenden Immunsystems seien insbesondere ältere Menschen gefährdet, schwer zu erkranken. Außerdem neigen völlig unabhängig vom Alter Patienten mit Herzkreislauferkrankungen, Diabetes, Erkrankungen des Atmungssystems, der Leber und der Niere zu gefährlichen Covid-19-Verläufen. Auch Krebspatienten müssten laut RKI hier dazugezählt werden.

Patienten mit einem unterdrückten Immunsystem zählen ebenfalls zu den Risikogruppen. Besonders gefährlich wird es laut den Experten, wenn mehrere dieser Komponenten zusammentreffen. Bei einem älteren Menschen mit mehreren Grunderkrankungen dürfte demnach das Risiko deutlich höher sein, als zum Beispiel bei einem jungen Menschen mit nur einer Krankheit.

Gute Nachricht: Diese Menschen zählen explizit nicht zur Risikogruppe

Bei all den schauerlichen Meldungen der letzten Tage und Wochen gibt es jedoch mindestens zwei positive Nachrichten, die auch das Robert Koch-Institut offiziell und explizit bestätigt: Zum einen haben Schwangere nach allen bisherigen Erkenntnissen kein erhöhtes Risiko gegenüber nicht schwangeren Frauen mit gleichem Gesundheitsstatus. Zum anderen wurde bislang über kein erhöhtes Risiko für eine schweren Krankheitsverlauf bei Kindern berichtet.

So sollte man sich als Teil der Risikogruppe verhalten

Gerade für diese Gruppen sei besonders die "größtmögliche Minderung des Risikos einer Infektion" wichtig. Man solle die allgemeinen Hygiene-Verhaltensregeln einhalten (Hände waschen, Abstand zu Erkrankten) und generell Kontakte zu Menschen reduzieren. Außerdem solle man sich aktiv über das Krankheitsbild informieren, um frühzeitig selbst Symptome zu erkenne.

Bei dem Verdacht auf eine Erkrankung solle man rasch Kontakt zu seinem Hausarzt oder telefonischen Beratungsstellen aufnehmen. Wenn im privaten oder beruflichen Umfeld Fälle von Covid-19 bekannt seien, sollte dies ebenfalls entsprechend mitgeteilt werden, damit möglicherweise "gezielte diagnostische Maßnahmen" beschleunigt werden können.

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