05.02.2020 - 12:33

Nach Tod ihres Sohnes 2001 Dagmar Wöhrl: Gespräche über den Tod im Matratzenlager

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Auch wenn sie wieder lachen kann, der Schmerz wird nie versiegen: Dagmar Wöhrl und ihr Sohn Marcus Wöhrl haben bei "Markus Lanz" über den Verlust ihres Sohnes und Bruders im Jahr 2001 gesprochen.

Foto: imago images / APress

Auch wenn sie wieder lachen kann, der Schmerz wird nie versiegen: Dagmar Wöhrl und ihr Sohn Marcus Wöhrl haben bei "Markus Lanz" über den Verlust ihres Sohnes und Bruders im Jahr 2001 gesprochen.

2001 verlor Dagmar Wöhrl ihren damals zwölfjährigen Sohn bei einem tragischen Unfall zuhause. Bei Markus Lanz sprach sie jetzt mit ihrem ältesten Sohn darüber, wie sie den Verlust damals aufgearbeitet haben.

"Die Höhle der Löwen"-Investorin Dagmar Wöhrl (65) lebt seit Jahren mit einem schweren Schicksalsschlag. Im Juli 2001 starb ihr Sohn bei einem tragischen Unfall. Der damals zwölfjährige Emanuel stürzte vom Dach des Hauses acht Meter in die Tiefe und erlag kurz später seinen schweren inneren Verletzungen. In der ZDF-Talkshow "Markus Lanz" erinnerte sich Dagmar Wöhrl gemeinsam mit ihrem älteren Sohn, Marcus Wöhrl (geb. 1985), an den Unfall zurück. Auch fast 19 Jahre nach dem tragischen Unglück steigen der Unternehmerin noch immer die Tränen in die Augen, ihre Stimme wird zittrig.

Dagmar und Marcus Wöhrl erinnern sich an den Tod ihres Sohnes und Bruders

"Die ganze Familie war zuhause, was selten war", so die 65-Jährige, die zu jener Zeit als Politikerin noch "unwahrscheinlich viel unterwegs" gewesen sei. Ihr Mann, der Unternehmer Hans Rudolf Wöhrl (72), ebenso. Für die Familie war es keine leichte Zeit. Dennoch sei es hilfreich gewesen, dass jeder auf seine Weise trauern durfte, konnte und auch immer noch tut. So sagte Sohn Marcus: "Meine Mutter geht gern zum Grab. Mein Vater und ich können das nicht, weil uns das zu sehr mitnimmt."

Marcus Wöhrl musste damals mitansehen, wie sein drei Jahre jüngerer Bruder vom Dach fiel. "Gegenüber bei den Nachbarn war eine Party und wir hatten gerade ein Gerüst am Haus, weil Dacharbeiten durchgeführt wurden. Mein Bruder muss rausgeklettert sein, um zu sehen, was dort vor sich geht und ist dabei acht Meter tief gestürzt", erinnerte er sich in der Show. Er habe nach dem Tod Hilfe bei einem Psychologen gesucht.

Dagmar Wöhrl ergänzt: "Er hatte keinen einzigen Knochenbruch, die Aorta war geplatzt." Sie selbst habe sich danach einfach in die Arbeit gestürzt und viel zum Thema Tod gelesen. "Jeder geht anders mit Trauer um. Doch ich glaube, dass wir uns auch mit dem Tod auseinandersetzen müssen."

"Wie so ein Matratzenlager": Freunde von Emanuel gaben Kraft

In so jungen Jahren mit dem Tod konfrontiert zu werden, sei für Emanuels Schulklasse und Freunde "natürlich auch ein Schock gewesen". Familie Wöhrl agierte zu jener Zeit nach eigener Aussage "atypisch": "Wir haben alle zu uns ins Haus geholt. Wie so ein Matratzenlager hat das bei uns ausgesehen", erzählte die 65-Jährige. Tagelang hätten sie dort zusammengesessen und diskutiert; "über das Leben, über das Positive, aber natürlich auch über das Negative und den Tod, wie man sich mit ihm auseinandersetzt". Dieses Zusammensein habe "jedem sehr, sehr viel gebracht".

Sohn Marcus, der zum Zeitpunkt des Unfalls 15 Jahre alt war, ergänzte: "Das Spannende damals war, dass vor allem die jungen Menschen so stark waren und diese Kraft hatten, um meiner Mutter und meinem Vater wieder Lebensenergie zu geben."

Erst kürzlich hatte Dagmar Wöhrl in der Sat.1-Show "Dinner Party" vom Tod ihres Sohnes berichtet. "Du erwartest nicht, dass du deine Kinder überlebst", sagte sie dort.

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