09.01.2020

Wegen verheerender Buschbrände Stopp für das Dschungelcamp? Ex-Camper sind dagegen

Dolly Buster findet, dass die Brände mit der Sendung nichts zu tun haben und war gegen eine Absage des Dschungelcamps. Das sagen die anderen Ex-Kandidaten zur Debatte.

Foto: imago images/Future Image

Dolly Buster findet, dass die Brände mit der Sendung nichts zu tun haben und war gegen eine Absage des Dschungelcamps. Das sagen die anderen Ex-Kandidaten zur Debatte.

Während in Australien seit Wochen Buschbrände toben, sitzt knapp ein Dutzend mehr oder minder prominenter Deutscher im australischen Dschungelcamp. Dieser Zusammenhang hat in den vergangenen Tagen eine große Debatte ausgelöst – dazu haben sich nun auch einige ehemalige Kandidaten der Show geäußert.

Die Buschbrände in Australien und die verheerenden Folgen für Flora und Fauna bewegen derzeit Menschen rund um den Globus. Schon seit Wochen wüten die Brände, die bereits jetzt unsäglich großen Schaden angerichtet haben. Und inmitten dieses grausigen Katastrophen-Szenarios sitzen deutsche Promis in der 14. Staffel des Dschungelcamps. Völlig unangebracht – finden die einen, während RTL, Moderatorin Sonja Zietlow und auch einige ehemalige Kandidaten des Formats die Lage etwas anders sehen...

Dschungelcamp: Ex-Kandidaten sind gegen den Stopp

Seichte Unterhaltung, brisante Geheimnisse, fiese Lästereien und jede Menge nackter Haut: So kennt man das Dschungelcamp, und so ist es seit dem 10. Januar wieder zu sehen. Gedreht wird die Show in Australien, wo bekanntlich gerade andere Probleme herrschen, als pikante Details über den verflossenen Partner irgendeiner Z-Prominenz zu erfahren.

Buschbrände und Entertainment? Das passt irgendwie nicht wirklich gut zusammen – weshalb schon seit geraumer Zeit wild über die Thematik diskutiert wird. Einige Promis und Politiker finden: Das geht absolut nicht! Doch es gibt auch vermehrt Stimmen, die eine Absage des Camps sinnlos gefunden hätten – und manch einer sieht sogar einen Vorteil darin, das Erfolgsformat wie gewohnt auf Sendung zu schicken.

Dazu zählt nicht nur IBES-Moderatorin Sonja Zietlow, sondern auch einige ehemalige Kandidaten des Dschungelcamps. Einige Ex-Camper fanden sich in den vergangenen Tagen auf Veranstaltungen wie dem Dschungelcamp-Public-Viewing-Event von Julian F. M. Stoeckel ein und diskutierten fleißig mit über die Thematik.

Dolly Buster: "Mit der Sendung haben die Brände aber gar nichts zu tun"

"Eine Unterhaltungssendung macht die Sache nicht schlechter", so Porno-Queen Dolly Buster im Gespräch mit BILD der FRAU online, fügt allerdings hinzu: "Man könnte die Sache allerdings besser machen, indem man was spendet und sich dafür einsetzt, dass die Brände irgendwie gelöscht werden. Mit der Sendung haben die Brände aber gar nichts zu tun."

Wenig Zusammenhang zwischen Show und Buschbrand sieht auch Reality-Sternchen Kader Loth: "Was passiert ist, ist tragisch, keine Frage. Aber das Dschungelcamp findet ganz woanders statt. Die Geschehnisse sind sehr weit voneinander entfernt."

Dschungelcamp-Debatte: Doppelmoral – sagt Micaela Schäfer

"Absolute Doppelmoral. Ich kann mich erinnern, ich war vor vielen Jahren in Afrika und hab für ein großes Reality-Format gedreht", verrät "Nacktschnecke" Micaela Schäfer. "Niemand hat damals gesagt: Ihr dreht auf einem Kontinent, auf dem jeden Tag Tausende Kinder verhungern. Wo es Korruption gibt und vieles Weitere mehr. Da hat keiner was gesagt, das war allen vollkommen egal. Und jetzt wird da diskutiert, was eigentlich totaler Humbug ist, weil die australischen Behörden haben das am Ende genehmigt. Ich meine, RTL darf ja nicht einfach irgendwo drehen."

Und auch Public-Viewing-Gastgeber Julian F. M. Stoeckel hat eine klare Meinung zur Thematik. "Natürlich ist das Leid der Australier und der Tiere entsetzlich und schrecklich. Aber dass man nun RTL anordnen möchte, dass sie sich um die Rettung des Landes kümmern sollen, ist Unsinn", so der Berliner. "Es ist die Sache der Staaten. Das müssen Trump, Macron (und wie sie nicht alle heißen) machen. Sie müssen Löschflugzeuge dahin schicken oder irgendwelche Militärschiffe, die aushelfen. Die müssen Sanitäter hinschicken. Davon, das Camp abzusagen, wird kein Koala gerettet, kein Australier und auch sonst keiner. Wozu gibt es UNO und all das? Die ganze Welt hat Löschflugzeuge, RTL hat keins."

Darüber hinaus sieht Stoeckel auch einen Vorteil in der Ausstrahlung des RTL-Formats: Die Aufmerksamkeit der Deutschen wird dadurch auch auf Australien gelenkt – was wiederum dabei helfen kann, Spenden zu generieren.

Und tatsächlich: Das Thema "Buschbrände" wird bei "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!" keineswegs totgeschwiegen. Als am Wochenende Regen einsetzte, der durchaus ein klein wenig zur Entspannung der dramatischen Lage beitragen kann, freute sich das Moderatoren-Gespann rund um Daniel Hartwich und Sonja Zietlow aufrichtig.

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Apropos Sonja Zietlow: Lesen Sie im Folgenden im BILD der FRAU online-Bericht vom 09. Januar, was Zietlow im Vorfeld über eine mögliche Absage zu sagen hatte:

Sonja Zietlow über Dschungelcamp-Stopp

Sonja Zietlow, die das Format "Ich bin ein Star – Holt mich hier raus" bereits seit der ersten Staffel moderiert, gab ihre Meinung zur Thematik via Facebook bekannt: "Unsere australischen Kollegen sind mehr als dankbar, ihren Job bei IBES nicht (auch noch) zu verlieren", beginnt die 51-jährige Blondine ihren umfangreichen Post. "Diese Arbeit sichert ihnen nicht nur im Januar gutes Einkommen. Hotels aber auch Privatvermieter bitten ihre Gäste NICHT zu stornieren, da gerade die Sommerzeit ihre Existenz sichert!"

Ferner ruft Zietlow ihre Follower zum Spenden auf. "Also kann ich nur sagen: wer wirklich helfen möchte, der kann spenden (auch wenn es nur 5 oder 10€ sind) oder noch besser Urlaub in einer nicht oder nicht mehr gefährdeten Region zu machen und somit Geld hier zu lassen.
Davon werden unter anderem die ganzen freiwilligen Feuerwehrleute unterstützt, denn die sind es, die tagtäglich ihr Leben riskieren.
Wir alle drücken Dr. Bob die Daumen, dass er sein Haus nicht verlieren muss."

Währenddessen machen sich andere Gedanken um die Kandidaten:

IBES - Alle Infos zu den Dschungelcamp-Kandidaten 2020
IBES - Alle Infos zum Dschungelcamp 2020

Und so berichtete BILD der FRAU online am 08. Januar über das Thema:

Ingrid van Bergen: Dschungelcamp sollte abgesagt werden

Findet auch Ingrid van Bergen, die im Jahr 2009 selbst mit der Dschungel-Krone das Camp verließ. "Das Dschungelcamp muss abgesagt und verschoben werden! In Australien ist im Moment die Hölle los. Da sind schon 300 000 Tiere verbrannt, das ist ganz ganz furchtbar. In die absolute Katastrophe passt jetzt keine solche Spaßsendung. Der Schutz der Lebewesen hat absoluten Vorrang", ließ die 88-Jährige im Gespräch mit BILD verlauten.

Mit dieser Meinung steht sie nicht allein da. "Ich bin entsetzt, dass die Show unter diesen Umständen gesendet wird. Es müsste abgesagt werden!", so 2009-Mit-"Insasse" Peter Bond zum Boulevard-Blatt. Und sogar der ehemalige GZSZ-Star Raúl Richter äußert sich kritisch zur Produktion der aktuellen Dschungelcamp-Staffel, obwohl er selbst in diesem Jahr als Kandidat zugegen ist.

Weitere Kritik kommt aus der Politik...

Weitere Stimmen kommen auch aus der Politik, die aufgrund der Katastrophen-Lage an RTL appellieren. "Ich finde es angemessen, während dieser Brände die Sendung Dschungelcamp, die ich persönlich aber auch grundsätzlich entbehren könnte, dort nicht weiter zu drehen", kommentiert SPD-Politiker Karl Lauterbach die Situation – und auch das Statement von Elisabeth Motschmann (CDU) klingt ähnlich: "Es ist höchstgradig geschmacklos, diese Sendung in diesem Jahr in Australien stattfinden zu lassen. Das Land erstickt in Flammen, Menschen sterben, verlieren ihr Zuhause, 500 Millionen Tiere sind tot und RTL dreht trotz dieses Infernos eine Unterhaltungssendung."

Aller negativer Kommentare zum Trotz wird das Dschungelcamp wohl auch im Jahr 2020 stattfinden – wie gewohnt in Australien. Bleibt zu hoffen, dass die anwesende Prominenz die gesteigerte Aufmerksamkeit nicht nur zum Ausplaudern von Anekdoten aus dem Privatleben nutzt, sondern auch um weiter auf die verheerende Situation aufmerksam zu machen.

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Die Brände in Australien bewegen Menschen auf der ganzen Welt – nicht zuletzt deshalb, weil bei der noch immer anhaltenden Katastrophe bereits eine halbe Milliarde Tiere gestorben ist. Gerade erst sprach Prinz Charles den Menschen in Australien Mut zu, während diverse Hollywood-Stars wie Nicole Kidman, Hugh Jackman und Co fleißig Spenden sammeln.

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