02.01.2020

Zwischenfall auf dem Petersplatz Papst Franziskus muss sich gegen aufdringliche Frau wehren

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Papst Franziskus ist eigentlich jemand, der sich gerne unter Menschen mischt und auch mit Körperkontakt wenig Probleme hatte. Auf dem Petersplatz musste er sich jetzt dennoch zur Wehr setzen.

Foto: imago images / Independent Photo Agency Int.

Papst Franziskus ist eigentlich jemand, der sich gerne unter Menschen mischt und auch mit Körperkontakt wenig Probleme hatte. Auf dem Petersplatz musste er sich jetzt dennoch zur Wehr setzen.

Papst Franziskus musste sich am Silvesterabend gegen eine wohl etwas zu aufdringliche Frau zur Wehr setzen. Wie es zu dem Vorfall auf dem Petersplatz kam und was der Papst im Nachhinein dazu zu sagen hat.

Ein aktueller Clip von Papst Franziskus (83) sorgt in den sozialen Medien derzeit für Aufruhr. Zwar gilt das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche als "Papst zum Anfassen", doch als er am Dienstagabend Gläubige auf dem Petersplatz begrüßte, musste er sich gegen eine Frau zur Wehr setzen.

Der Papst wehrt sich gegen eine Frau – und entschuldigt sich

In dem Mitschnitt von dem Vorfall ist zu sehen, wie der Papst sich gerade von den wartenden Menschen abwendet und anscheinend davongehen will. Eine Frau ergreift seine Hand und zieht Franziskus mit einem offenbar festen Ruck an sich. Der 83-Jährige verzieht das Gesicht, er scheint Schmerzen zu haben. Als die Frau seine Hand nicht loslassen möchte, wehrt Franziskus sich mit einem Klaps auf den Handrücken der Gläubigen. Schließlich greifen seine Leibwächter ein.

Der Papst führte danach seinen Gang rund um die Weihnachtskrippe fort, allerdings mit etwas größerem Abstand zu den anwesenden Gästen. Mehr Entspannung gab es erst, als er sich ein paar Kindern zuwandte und ihnen die Hände schüttelte.

Als sich Franziskus an Neujahr beim Angelusgebet an die Gläubigen wandte, kam er auch kurz auf den Zwischenfall vom Vorabend zu sprechen. Der Papst erklärte, dass jeder einmal seine Geduld verlieren könne – auch er. Zudem entschuldigte er sich für "das schlechte Beispiel", das er in der Situation abgegeben habe.

Aufdringliche Menschen nicht zum ersten Mal

Aber zum ersten Mal kommt es nicht vor, dass Papst Franziskus sich gegen zu viel Körperkontakt zur Wehr setzen muss. Schon im März 2019 hatten mehrere Menschen bei einer Audienz in Italien versucht, ihm die Hand zu küssen, die er daraufhin wegziehen musste – aus Hygienegründen, wie der Vatikan später mitteilte. Er habe die Verbreitung von Keimen verhindern wollen, heißt es im offiziellen Statement.

Ansonsten zieht der Papst seine Vorgabe an sich selbst, der "Papst zum Anfassen" zu sein, aber ganz gut durch. Sicherlich besser, als es viele von uns tun würden. Denn wer lässt sich schon gerne von zahlreichen Menschen begrabbeln? Da ist es eigentlich verständlich, dass das auch einem Papst Franziskus irgendwann einmal zu viel wird.

Das Verständnis in den sozialen Medien hat er großteils aber auf seiner Seite, auch wenn es hier und da böse Kommentare hagelte. Die meisten jedoch reagierten verständnisvoll: "Er ist Menschlich" und eben auch "nicht immun gegen Schmerzen" heißt es dort.

Bei Neujahrsansprache: Ode an die Frau

Bei seiner Neujahrsansprache prangerte der Papst dann nach seiner Entschuldigung "jede Gewalt gegen Frauen" als "eine Schändung Gottes" an. "Wenn wir unser Handeln heute menschlich gestalten wollen, müssen wir wieder auf die Frau schauen", sagte er, denn Frauen seien "Quellen des Lebens". Und weiter: "Und doch werden sie ständig beleidigt, geschlagen, vergewaltigt, dazu gebracht, sich zu prostituieren oder das Leben in ihrem Schoß auszulöschen."

Daher solle die Frau als "Spenderin und Mittlerin des Friedens" und müsse an den Entscheidungsprozessen voll beteiligt werden. Allerdings ist davon bisher in der katholischen Kirche selbst noch immer wenig zu sehen. Frauen dürfen immer noch nicht Priesterin werden, die Führungsebene der römischen Kurie, der Verwaltungsapparat der katholischen Kirche, ist noch immer ausschließlich mit Männern besetzt. Wäre ja schön, wenn sich auch daran zukünftig etwas ändert. Denn sonst verlieren noch ganz andere die Geduld. Denn starke Frauen würden auch der katholischen Kirche sicherlich gut tun.

Wie der Papst sonst so tickt und welchen Hobbies er nachgeht, lesen Sie auch bei uns.

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