30.12.2019 - 12:17

"Ein Tag tiefer Trauer" Ex-Ministerpräsident Manfred Stolpe ist gestorben

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Der Politiker Manfred Stolpe starb am Wochenende im Alter von 83 Jahren.

Der Politiker Manfred Stolpe starb am Wochenende im Alter von 83 Jahren.

Der ehemaliger Ministerpräsident Manfred Stolpe verstarb in der Nacht zum Sonntag nach langer Krankheit im Alter von 83 Jahren.

Der Politiker Manfred Stolpe ist tot. "Manfred Stolpe [1936-2019] ist in der Nacht zum Sonntag im Alter von 83 Jahren nach langer, schwerer Krankheit im Kreise seiner Familie friedlich eingeschlafen". Das gab die Staatskanzlei Brandenburg am Montag bekannt.

"Tag tiefer Trauer": Manfred Stolpe gestorben

"Dies ist ein Tag tiefer Trauer. Wir nehmen Abschied von einem großen Mann, der unser junges Land geprägt hat wie niemand sonst. Manfred Stolpe war der Vater des modernen #Brandenburgs, Landesvater und Mutmacher in einem", schreibt der amtierende Ministerpräsident Dietmar Woidke (58) auf der Twitter-Seite der Staatskanzlei Brandenburg.

Der Vollblutpolitiker war nach der Wiedervereinigung der erste Ministerpräsident von Brandenburg, unter Gerhard Schröder arbeitete er als Verkehrsminister.

Stolpe war sehr krank. Bereits 2004 erkrankte er an Darmkrebs, später folgte dann der Leberkrebs. Am Ende wurden selbst Laufen und Sprechen zum Problem. Wie er der "Bild" im Februar dieses Jahres berichtete: "Ich kann problemlos 'ja' oder 'nein' sagen. Das reicht nicht. Deshalb benutze ich ein Sprachgerät und antworte schriftlich. Meine Mobilität ist stark eingeschränkt".

Vollblutpolitiker und Regierungschef

Stolpe wurde am 16. Mai 1936 in Stettin geboren, war Jurist und amtierte von 1990 bis 2002 als Regierungschef in Brandenburg. Im Herbst 2002 wurde er Bundesverkehrsminister in der damaligen rot-grünen Bundesregierung. Das blieb er bis zum Ende der Legislaturperiode 2005.

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) sprach heute von einem "Tag tiefer Trauer". "Wir nehmen Abschied von einem großen Mann, der unser junges Land geprägt hat wie niemand sonst. Manfred Stolpe war der Vater des modernen Brandenburgs."

Stolpe galt als Vertreter der Interessen Ostdeutschlands. Seine Forderungen: Staatliche Programme zur Schaffung neuer Arbeitsplätze sowie eine Kurskorrektur bei der Treuhandanstalt, damit Volkseigene Betriebe privatisiert werden konnten.

Ein nicht immer unumstrittener Politiker

Bei allem Lob, war Manfred Stolpe in der Öffentlichkeit auch umstritten. Der Grund: Seine Vergangenheit. Der Politiker hatte als Kirchenfunktionär Kontakte zur damaligen Staatssicherheit (Stasi), bei der Behörde wurde er sogar als Inoffizieller Mitarbeiter geführt.

Nach einer Untersuchung Mitte der 1990er Jahre sagte die Evangelische Kirche dazu, er sei ein "Mann der Kirche und nicht der Stasi gewesen". 2005 beschloss das Bundesverfassungsgericht, dass der Politiker nicht als Stasi-Mitarbeiter zu bezeichnen sei.

Ein Mann der Kirche

Schon seit 1959 war Stolpe in der evangelischen Kirche tätig, von 1982 bis 1990 sogar als Konsistorialpräsident in deren Ostregion. Außerdem bekleidete er die Position als stellvertretender Vorsitzender des Bundes der Evangelischen Kirchen in der DDR.

Manfred Stolpe: Das "Gesicht des Ostens"

Der in Brandenburg sehr beliebte Stolpe musste aber auch mit beruflichen Rückschlägen klarkommen. So liefen berühmte Projekte wie der Lausitzring, der Cargolifter oder die Chipfabrik in Frankfurt/Oder nicht wie gewünscht. 2002 erklärte Stolpe seinen Rücktritt als Regierungschef, um jüngeren Politikern Platz zu machen.

Wenige Monate später holte Gerhard Schröder das "Gesicht des Ostens" als Verkehrminister in sein Kabinett. Die vorgezogene Bundestagswahl 2005 nahm Stolpe zum Anlass, ganz von der politischen Bühne abzutreten.

2009 war bekannt geworden, dass der Politiker bereits 2004 während seiner Amtszeit als Bundesminister an Darmkrebs erkrankt war. 2008 musste er erneut operiert werden. Seine Ehefrau (1961-2019), die pensionierte Ärztin Ingrid Stolpe, erkrankte 2008 an Brustkrebs. Über ihre Krebserkrankungen haben die beiden ein Buch geschrieben, das 2011 veröffentlicht wurde. "Wir haben noch so viel vor: Unser gemeinsamer Kampf gegen den Krebs.

Manfred Stolpe ist nicht der einzige, von dem wir uns 2019 verabschieden mussten...

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