23.12.2019

Im Alter von 86 Jahren Französischer Modeschöpfer: Emanuel Ungaro ist tot

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Der französische Modeschöpfer Emanuel Ungaro ist im Alter von 86 Jahren verstorben. 2004 hatte er sich bereits aus der Modebranche zurückgezogen.

Foto: imago images / Italy Photo Press

Der französische Modeschöpfer Emanuel Ungaro ist im Alter von 86 Jahren verstorben. 2004 hatte er sich bereits aus der Modebranche zurückgezogen.

Er war einer der ganz Großen, ein Visionär mit einem ganz eigenen Stil. Jetzt ist die französische Mode-Ikone Ungaro im Alter von 86 Jahren gestorben.

Emanuel Ungaro (1933-2019) ist tot. Der international bekannte französische Modedesigner starb bereits am Samstag im Alter von 86 Jahren in Paris, wie seine Familie der Nachrichtenagentur AFP mitteilte.

Modeschöpfer Emanuel Ungaro ist tot: schon länger "geschwächt"

Laut eines Familienmitglieds war er in den vergangenen zwei Jahren in einem "geschwächten" Gesundheitszustand. 1965 gründete er seine eigene, nach ihm benannte Modemarke. Bis 2004 führte er sein Haute-Couture Haus und mischte erfolgreich in der Pariser Modeszene mit.

So war der "Casanova" der Pariser Modeindustrie

Er entwarf Traumroben für Isabelle Adjani, Gena Rowlands und Catherine Deneuve. In der Branche wurde er der "Casanova der Pariser Mode" gennant. Er war ein Frauenheld und stand dazu. Sein japanischer Kollege, der Designer Issey Miyake sagte einmal über ihn und seine Arbeit: "Er entwirft Kleider, als würde er die Frauen umarmen und ihnen sagen: Ich liebe Dich".

Ungaro war ein Couturier der alten Schule. Anstatt Skizzen zu zeichnen, arbeitete er den Stoff direkt auf den Körper eines Models. Seine Inspirationsquellen waren Opern, und so klang aus seinen Atelierlautsprechern Verdi, Beethoven oder Mozart.

Ungaro: Wie alles begann

Ungaros Vater war ein Schneider aus Apulien, der nach Südfrankreich ausgewandert war. Geboren wurde Ungaro am 13. Februar 1933 als zweites von sechs Kindern in Aix-en-Provence. Seine Leidenschaft für Mode wurde ihm quasi in die Wiege gelegt, als er als Kind zwischen den Nähmaschinen der väterlichen Werkstatt spielte.

Mit 22 ging er nach Paris. Sein Traum: Eine Anstellung beim Modezaren Cristobal Balenciaga in Paris, damals bereits einer der angesagtesten Couturiers. Sein Traum wurde war. Sechs Jahre blieb Ungaro insgesamt in Balenciagas Atelier.

1965 gründete er sein eigenes Label, zwei Jahre nach dessen Eröffnung folgte dann der Umzug in die schicke Avenue Montaigne. Ihm gelang der Durchbruch mit seinem ganz eigenen Stil: Opulente und farbintensive Mode, eine mediterrane Leidenschaft für kühne Mustermixe und Stoffdrapierungen, die ihm in seiner Zeit keiner nachmachte. Er drückte der Pariser Mode damit seinen eigenen, unverwechselbaren Stempel auf.

In den 90er Jahren begann sein Stern zu sinken

In den 1990er Jahren hatte er seinen Zenit offensichtlich überschritten. Die Modewelt veränderte sich. Die neue Epoche war von Purismus und Sportlichkeit geprägt. Ungaros Entwürfe erschienen vielen zu altbacken. Als er in der finanziellen Krise Unterstützung brauchte, verkaufte der Modemacher 1996 seine Mehrheitsanteile an das italienische Unternehmen Salvatore Ferragamo. Er blieb zwar der Chef des Hauses, zog sich 2004 aber komplett aus dem operativen Geschäft zurück.

Ungaro hinterlässt Ehefrau und Tochter

Eine Sprecherin des Modehauses "Emanuel Ungaro" betonte, er sei dennoch "immer noch sehr präsent bei der Inspiration gewesen". Ungaro hinterlässt seine Frau Laura Bernabei Fanfani und die gemeinsame Tochter Cosima (*1990).

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