21.11.2019

Showbiz trifft Engagement Bambi 2019: Zwischen Leichtigkeit und Ernsthaftigkeit

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Frank Elstner mit dem Bambi für sein Lebenswerk

Foto: imago images/Future Image

Frank Elstner mit dem Bambi für sein Lebenswerk

Gleich zu Beginn gab es bei der diesjährigen Bambi-Verleihung eine rührselige Überraschung: Frank Elstner (77) ist - offenbar ohne Vorwarnung - von Thomas Gottschalk (69) und Kai Pflaume (52) sowie unter Standing Ovations der Preis für sein Lebenswerk übergeben worden.

Über die, wie von vielen Preisträgern festgestellt wurde, offenbar sehr schwere Rehkitz-Statue, durften sich auch Luise Heyer (34) freuen, die als "Beste Schauspielerin National" ausgezeichnet wurde. Bjarne Mädel (51) ist ihr männliches Pendant. Den Preis für "Musik National" räumte Sarah Connor (39) ab, die die Verleihung zuvor auch mit ihrem Song "Vincent" eröffnet hatte. Der "Beste Film National" ist der aktuelle Abräumer des deutschen Kinos, "Das perfekte Geheimnis". In der Kategorie "Comedy" wurde Chris Tall (28) ausgezeichnet, der seine Chance nutzte, so oft wie möglich das Wort "Penis" in einer Live-Sendung sagen zu können. Als "Shootingstar" darf sich Shirin David (24) nun offiziell bezeichnen, die damit auch bewies, dass YouTube tatsächlich im Öffentlich-Rechtlichen angekommen ist. Etwas Hollywood-Glanz brachte Naomi Watts (51) ins Festspielhaus nach Baden-Baden. Und als "Legende" zeichnete die Bambi-Jury die Band Simply Red aus.

Weniger Glamour, mehr Menschlichkeit

Mehr als jemals zuvor standen bei der 71. Bambi-Verleihung aber weniger Glanz und Glamour im Vordergrund, als vielmehr auch ernste, nachdenkliche und mitfühlende Worte und Kategorien. So wurden Projekte wie "Kleine Helden e.V.", das Familien mit schwerkranken Kindern Auszeiten ermöglicht, oder "72 Stunden", bei dem Jugendliche in kürzester Zeit gemeinsam die Welt verbessern, vorgestellt und ausgezeichnet. Weiter beschwor Ursula von der Leyen (61) Europa, während Tierschützer Willi Smits (62) für sein Engagement für Orang Utans einen Preis in der Kategorie "Unsere Erde" ausgehändigt bekam. Die Königin der Belgier, Mathilde (46), sensibilisierte in ihrer Dankesrede für den "Charity"-Preis das Publikum für Suizid unter Jugendlichen.

Den wohl eindrücklichsten Auftritt lieferte Friedensnobelpreisträgerin Nadia Murad (26) ab, die als Überlebende den Genozid des IS an den Jesiden thematisiert. Der harte Schnitt zur nächsten Kategorie "Schauspieler National" wirkte gerade nach ihrem emotionalen Auftritt extrem - im Publikum wischten sich viele noch Tränen aus den Augenwinkeln, während Laudatorin Anna Loos (49) versuchte, für die Schauspielkunst zu begeistern. Gewinner Bjarne Mädel löste diesen Konflikt mit einer sehr schnellen Rede: "Mir fällt gerade wieder auf, was ich für ein unglaubliches Glück habe, als weißer Mann in Europa geboren zu sein."

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