08.11.2019

Tiefe Trauer vergeht nie Bärbel Schäfer: "Das Leben hat mir tragische Ereignisse vor die Füße geworfen"

Trotz zweier Schicksalsschläge hat Bärbel Schäfer immer tapfer weiter gemacht und vieles erreicht. Doch die Narben trägt sie immer mit sich.

Foto: imago images / APress

Trotz zweier Schicksalsschläge hat Bärbel Schäfer immer tapfer weiter gemacht und vieles erreicht. Doch die Narben trägt sie immer mit sich.

Zwei Mal musste die beliebte Radio- und Fernsehmoderatorin unfassbare Trauer in ihrem Leben ertragen. Nun spricht sie offen darüber, dass die Zeit eben nicht alle Wunden heilt.

Bärbel Schäfer, eine der erfolgreichsten deutschen Talkmasterinnen der 90er-Jahre, hat es im Leben nicht leicht gehabt: Auf tragische Weise verlor sie zwei Mal einen ihr nahestehenden Menschen. Nun spricht die ehemalige RTL-Moderatorin darüber, wie sie mit der für immer anhaltenden Trauer umgeht.

So geht es Bärbel Schäfer nach den zwei Schicksalsschlägen

1998 starb ihr Lebensgefährte Kay-Uwe Degenhardt mit nur 39 Jahren bei einem Autounfall. Es war ein schwerer Schock für sie, der viel Zeit in Anspruch nahm, um ihn zu verkraften. Doch dann ereignete sich 2013 das nächste Unheil, das ihr den Boden unter den Füßen wegriss: Bärbel Schäfers jüngerer Bruder verunglückte mit 46 Jahren ebenso tödlich bei einem Autounfall.

Jetzt, kurz nach dem 6. Todestag ihres Bruders im Oktober, spricht sie im Interview mit "BUNTE" darüber, wie schwer das Leben mit diesen beiden Schicksalsschlägen ist. Sie muss feststellen, dass sie sich nicht mehr genau ins Gedächtnis rufen kann, wie ihr Bruder in seiner Art war, denn mit der Zeit fangen die Erinnerungen an zu verblassen. Nur ein Geruch, wie etwa sein Parfum, kann diese wieder wachrufen. Doch zugleich erschüttert sie das, weil sie immer wieder feststellen muss: "Am Anfang ist es ein Schock, aber du denkst trotzdem, er kommt irgendwann wieder um die Ecke und alles wird gut. Aber es wird nichts wieder gut."

Darüber hinaus bringt sie ihre Wut zur Sprache – die Wut darüber, dass ihr Bruder auf nasser Fahrbahn zu schnell gefahren ist. Sie findet, dass man Raser vor sich selbst schützen muss und fordert daher ein Tempolimit. Dass dieses nicht durchgesetzt wurde, bedauert sie sehr. Da sie selbst zwei Mal bereits an der Leitplanke hat stehen müssen, um die Leichen ihrer Angehörigen zu identifizieren, hat sich bei ihr eine besondere Vorsicht beim Autofahren entwickelt. Doch sie betont auch, dass sie schon immer eine umsichtige Fahrerin gewesen sei.

Bärbel Schäfer ist mit tiefen Narben zurück im Leben

Auch wenn ohnmächtige Trauer zweimal tiefe Einschnitte im Leben der heute 55-Jährigen verursacht hat, gibt es jede Menge Positives über sie zu berichten. Im Jahr 2004 hat Bärbel Schäfer ihren Mann Michel Friedman geheiratet, mit dem sie zwei Kinder hat, den 14-Jährigen Samuel und den 11 Jahre alten Oskar. Auf den Rückhalt ihres Mannes und auch den ihrer Freunde konnte sich der Talkshow-Star glücklicherweise immer verlassen.

Selbst hilft sie anderen auch bei der Trauerverarbeitung. Sie unterstützt den Verein "Trauerland", der vor allem trauernden Kindern und Jugendlichen zur Seite steht. Beruflich macht Bärbel Schäfer immer noch das, was sie richtig gut kann: Im Radio ist sie in der Interviewsendung "Sonntagstalk" zu hören, wenn sie bekannten Menschen tiefgründige Fragen stellt. Fragen sehen heutzutage nämlich bei ihr ganz anders aus als in ihrer früheren Daily-Talksendung, weil, wie Bärbel Schäfer selbst sagt, "mir das Leben ja durchaus einige tragische Ereignisse vor die Füße geworfen hat."

Vor circa einem Jahr wurde gemunkelt, dass die Talkshow-Legende zurück ins Fernsehen kommt. Lesen Sie, wie Bärbel Schäfer ihr TV-Comeback plante.

Ihren großen Durchbruch erlebte Bärbel Schäfer mit ihrer gleichnamigen Fernseh-Talkshow. Diese gibt es heute nicht mehr, stattdessen gibt es viele andere interessante TV-Sendungen, die Sie auf unserer Themenseite entdecken können.

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