12.10.2019 - 11:27

Die Kabarettistin im Interview Gaby Köster: Hadern nutzt doch nichts!

Von Claudia Kirschner

Gaby Köster spricht im Interview mit BILD der FRAU auch über ihr neues Buch "Das Leben ist großartig – von einfach war nie die Rede".

Foto: imago images / Revierfoto

Gaby Köster spricht im Interview mit BILD der FRAU auch über ihr neues Buch "Das Leben ist großartig – von einfach war nie die Rede".

Elf Jahre nach ihrem Schlaganfall meldet sich Gaby Köster mit einem neuen Buch und starken Botschaften zurück. Ihre wichtigste: Nie den Mut verlieren. Im Interview mit BILD der FRAU spricht die Kabarettistin über E-Scooter, neue Liebe und ihren Sohn.

1995 trat Gaby Köster mit ihrem ersten Solo-Programm "Die dümmste Praline der Welt" auf. Damals war sie 23. Danach ging es mit ihrer TV-Karriere los: Von 1996 bis 2006 war die Kabarettistin Mitglied im Team von "7 Tage - 7 Köpfe", von 1999 bis 2003 lief die überaus erfolgreiche Sitcom "Ritas Welt".

2008 erlitt sie einen Schlaganfall, lag im Koma. Danach wurde es still um die heute 57-Jährige. 2011 veröffentlichte sie ihr Buch "Ein Schnupfen hätte auch gereicht", jetzt gibt es ein neues Buch von ihr. Darüber und ihr heutiges Leben, über eine neue Liebe und ihren erwachsenen Sohn hat Gaby Köster im Interview mit BILD der FRAU gesprochen.

Interview mit BILD der FRAU: Gaby Köster über ihr neues Buch und alte Zeiten

BILD der FRAU: Ihr neues Buch heißt "Das Leben ist großartig – von einfach war nie die Rede". Wie haben die letzten Jahre Sie verändert, wie geht es Ihnen?

Gaby Köster: Ich bin schon um einiges selbstständiger geworden und sicherer auf den Beinen. Nur mein linker Arm redet immer noch nicht mit mir – aber dann soll er es eben lassen. Ich muss das annehmen. Was nützt es, sich darüber aufzuregen?

Aber Ihre Beine "gehorchen" inzwischen wieder?

Ja, ich kann gehen – am Stock. Ich bin nicht mehr so wackelig. Für längere Strecken brauche ich aber den Rolli. Und inzwischen habe ich einen Elektro-Scooter – mit dem kann ich mit den Hunden Gassi gehen. Ich muss erfinderisch sein. Ich habe auch überall einen Nussknacker rumliegen.

Wozu denn das?

Den brauche ich, wenn ich etwas öffnen will: Flaschen, Dosen, Tuben.

Haben Sie das Gefühl, dass Sie weiter Fortschritte machen, oder denken Sie eher "mehr geht nicht!"?

"Mehr geht nicht" gibt's in meinem Denken nicht. Ich wachse täglich! Man muss annehmen und weitermachen. Ich stelle mich jeder Herausforderung.

Man muss mit sich selbst klarkommen – aber schöne Dinge zu teilen ist auch toll

Sie sind aktuell Single. Träumen Sie auch von einem neuen privaten Glück, von einer neuen Liebe?

Ich suche nicht mehr, aber ausgeschlossen ist nichts. Grundsätzlich glaube ich, dass zu jedem Pott ein Deckel passt. Und bis dahin mache ich es mir selber schön!

Gute Einstellung!

Ja, es ist doch auch wichtig, dass man mit sich selbst gut klarkommt. Langeweile habe ich nie! Ich brauche auch niemanden zum Zeitvertreib. Aber manchmal wäre es schon toll, wenn man schöne Dinge teilen könnte.

Was müsste Ihr "Mister Right" denn haben?

Humor. Lachen ist das Wichtigste überhaupt. Und er müsste chaoserprobt sein. Denn ich bin nun mal eine chaotische Frau.

Warum ihr erwachsener Sohn sie zum Weinen gebracht hat

Zu einem anderen Mann in Ihrem Leben: Ihr Sohn Donald ist inzwischen 26. Wie kommen Sie mit dem Loslassen zurecht?

Ich bin ihm dankbar, dass ich durch ihn endlich wieder weinen konnte!

Wieso das?

Als er im letzten Oktober nach Argentinien ging. Ich fand diesen Plan total super. Beim Abschied fragte er mich: "Und was ist jetzt mit Weihnachten?" Drückte mich und weinte. Und das Wunder passierte: Ich fing auch an zu weinen. Tränen, die zehn Jahre nicht geflossen waren, strömten nur so aus mir hinaus. Ich hab noch einen Tag später in der Küche geheult. Das war befreiend. Inzwischen wohnt er wieder übergangsweise bei mir.

Wenn Sie auf Ihr Leben gucken: Sind Sie mit sich im Reinen?

Ja, ich habe auch nie gedacht: Warum musste mir das passieren? Ich habe gemerkt, wer meine Freunde sind, wer da ist. Das war ein Aufrütteln, etwas, wo sich Dinge selbst sortiert haben. Und ich lebe heute anders. Ich erfreue mich an Kleinkram.

Zum Beispiel?

Wenn ich mich allein anziehen kann und nicht warten muss, bis einer kommt. Wenn ich mit meinem Scooter bei Sonnenschein unterwegs bin. Oder es in meinem Automatik-Auto zu Freunden schaffe. Was gibt es Schöneres?!

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In ihrem Buch spricht Gaby Köster auch über Mut, das Nehmen von Hürden – und dass sie immer noch mit ihrem inneren Schweinehund kämpft.

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